Aktien Schweiz - Schweizer Börse verliert den Schwung

Der Schweizer Aktienmarkt steht kurz vor Mittag nur noch knapp im Plus. Der Schwung aus der ersten halben Handelsstunde hat den SMI nur beinahe auf ein neues Jahreshoch geführt und ist mittlerweile verloren gegangen.
13.02.2019 11:30

Gleichwohl bleibt die Stimmung an den Börsen positiv, was sich aber hierzulande bremsend auf die drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé auswirkt, worunter wiederum der Gesamtindex leidet. Getragen wird das Sentiment vor allem von positiven Zeichen im Handelsstreit zwischen den USA und China.

So hat US-Präsident Donald Trump zuletzt Bereitschaft signalisiert, die Frist für neue Zölle bei einem bevorstehenden Verhandlungserfolg über den 1. März hinaus zu verschieben. Und auf einen Durchbruch hoffen die Marktteilnehmer, da derzeit in Peking entsprechende Verhandlungen am Laufen sind. Sollten die Delegationen der beiden Länder, die ab Donnerstag noch hochkarätiger besetzt sein sollen, aber zu keinen zählbaren Ergebnissen kommen, wäre die Enttäuschung umso grösser und der Wind an den Aktienmärkten könnte wieder drehen. Im Fokus bleibt diesbezüglich auch das Theater um den Brexit in Grossbritannien.

Der SMI steht gegen 11 Uhr nur noch knapp höher bei 9130 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,3 Prozent auf 1414 Punkte zu und der breite SPI 0,1 Prozent auf 10'667 Punkte. Von den 30 Bluechips werden gut zwei Drittel höher gehandelt.

Clariant nach Jahreszahlen im Verkauf

Gegen den Trend büssen Clariant nach Zahlen mit einem Minus von 3,4 Prozent am meisten an Terrain ein. Der Spezialitätenchemiekonzern blickt auf ein schwieriges Schlussquartal zurück und schrammte sowohl beim Umsatz als auch beim EBITDA vor Einmaleffekten an den Analystenerwartungen vorbei. Auf das Gesamtjahr betrachtet verfehlte der Umsatz selbst die pessimistischsten Analystenschätzungen. Vermisst werden in Marktkreisen insbesondere auch konkreten Zielvorgaben für das Geschäftsjahr 2019.

Temenos (-1,1%) präsentieren sich nach Zahlen nicht mehr so schwach wie noch in der Eröffnungsphase. Während sich das am Vorabend veröffentlichte Ergebnis für das vierte Quartal bei der Genfer Bankensoftwareschmiede in etwa im Rahmen der Markterwartungen bewegt, wird vor allem dem Rücktritt von Konzernchef David Arnott mit Bedauern begegnet. Insgesamt werden die Ergebnisse im Schlussquartal von Analysten positiv, wenn auch als unspektakulär aufgenommen. Man sei sich inzwischen an die makellose Leistung von Temenos gewöhnt, heisst es.

Für die nur nach magere Performance des SMI sind aber insbesondere die Verluste von Roche (-0,7%) und Novartis (-0,5%) verantwortlich, während Nestlé (-0,2%) im Vorfeld der Zahlen vom morgigen Donnerstag leicht nachgeben.

CS und Schindler legen dagegen um je 0,9 Prozent zu, beide Unternehmen werden am Donnerstag ebenfalls Zahlen vorlegen.

Luxusgüteraktien gefragt

Die stärksten Gewinne zeigen derzeit aber Richemont (+2,7%) und Swatch (+2,5%). Die Titel profitieren überdurchschnittlich von den Hoffnungen auf einen baldigen Durchbruch im Handelsstreit zwischen den USA und China, da China einer der wichtigsten Märkte für die beiden Unternehmen ist. Swatch und Richemont werden zudem weiterhin gestützt von den am Vortag präsentierten Zahlen des französischen Luxusgüterkonzerns Kering, der im vierten Quartal insbesondere in China besser abgeschnitten hat als befürchtet.

Dahinter folgen Logitech (+1,9%) sowie mit etwas Abstand Givaudan (+1,1%) und Dufry (+1,0%) auf den weiteren Plätzen.

ABB (+0,3%) halten sich nach einer Abstufung unauffällig im Mittelfeld. Die Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) hat das Rating für ABB auf "Hold" von "Buy" zurückgenommen und dies mit der Entwicklung der Margen und Bewertungskennzahlen begründet.

Im breiten Markt gehen nach der Vorlage der Ergebnisse für 2018 Valiant (+1,0%) und Bell (-1,0%) in verschiedene Richtungen. Bossard ziehen nach Erhalt einer Zertifizierung für die Luftfahrt in Italien um 1,5 Prozent an.

(AWP)