Aktien Schweiz - Schweizer Börse verliert im späten Handel deutlich

Massive Kurseinbussen der schwergewichtigen Pharmawerte und von Nestlé haben die Schweizer Börse am Mittwoch tief ins Minus gedrückt.
25.10.2017 17:45

Am Tag vor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hielten sich die Marktteilnehmer aber vor allem bedeckt. "Bis zur EZB-Pressekonferenz will keiner vorpreschen. Da können gerade die Pharmatitel noch so günstig aussehen", sagt ein Börsianer. Zudem fehlten auch von Firmenseite Impulse, da nur wenige Unternehmen Zwischenberichte vorlegten. Der SMI fällt um 1,2 Prozent auf 9084 Punkte.

Die Novartis-Aktien verlieren nach dem Kurseinbruch am Dienstag weitere 2,5 Prozent. Der Pharmakonzern hatte die erhoffte Entscheidung über die Zukunft seiner Augenheilsparte Alcon vertagt. Die Roche-Anteile geben 2 Prozent nach. Mit Nestlé verliert auch das dritte Indexschwergewicht 1,6 Prozent an Wert. Die drei Werte stehen seit der Veröffentlichung ihrer Bilanzen auf den Verkaufszetteln.

Auch Finanzwerte rutschten ins Minus, nachdem Spekulationen, dass die EZB die geldpolitischen Zügel strafft und deswegen mit anziehenden Renditen zu rechnen sei, vorübergehend für höhere Notierungen gesorgt hatten. Die Aktien der Grossbank Credit Suisse büssen 0,7 Prozent ein und die der UBS sind um 1 Prozent tiefer.

Vontobel nach guten Zahlen gesucht

Zu den Kursgewinnern gehört die Bank Vontobel, deren Aktien um 3,3 Prozent klettern. Der Vermögensverwalter hat den Wachstumskurs im dritten Quartal 2017 fortgesetzt. Die betreuten Kundenvermögen stiegen bis Ende September auf den Rekordwert von 175,3 Milliarden Franken. "Wir gehen weiterhin von einem soliden Geschäftsjahresabschluss aus", betont Bankchef Zeno Staub. Die ZKB-Analysten sprechen von einem soliden Bericht. Der Titel von Rivalin Julius Bär ziehen 0,3 Prozent an.

Bei den Versicherungstiteln trotzten Swiss Re lange dem Abwärtstrend: Die Titel des Rückversicherers sind nach Kaufempfehlungen von Barclays und der Deutschen Bank knapp gehalten.

Uneinheitlich zeigen sich Anteile von zyklischen Firmen. Der Elektrotechnikkonzern ABB verliert am Tag vor der Quartalsbilanz 0,2 Prozent an Wert. Die Titel der Sanitärtechnikfirma Geberit verlieren 0,6 Prozent. Die Aktien des Zementproduzenten Lafarge-Holcim, der am Freitag über das dritte Quartal informieren will, sinken um 1,1 Prozent. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen höheren Betriebsgewinn.

Die Aktien des Personalvermittlers Adecco und des Prüfkonzerns SGS ziehen leicht an. 

Luxusgüteraktien im Hoch

Die Aktien der Luxusgüterkonzerne Richemont und Swatch steigen nach einem unerwartet guten Zwischenbericht des französischen Rivalen Kering um 1,7 und 1,9 Prozent. Zudem äusserte sich die Beratungsfirma Bain positiv zur Branche. Chinesische Kunden und E-Commerce dürften die Verkäufe weltweit anschieben, heisst es in einer Studie.

Am breiten Markt steigen die Aktien von Meyer Burger um weitere 4,7 Prozent. Die Käufer hoffen Händlern zufolge, dass der Solarindustriezulieferer mit dem jüngsten Grossauftrag aus Italien den Durchbruch geschafft hat.

Die Anteile von Schmolz+Bickenbach sinken um 3,2 Prozent. Credit Suisse hat die Empfehlung für den Stahlproduzenten auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt.

Die Oerlikon-Titel steigen um 0,6 Prozent. Zwischenzeitlich erreichten sie bei 16 Franken den höchsten Stand seit neun Jahren.

(Reuters/cash)