Aktien Schweiz - Schweizer Börse verliert an Schwung

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag nach einem positiven Handelsbeginn bis am Mittag an Schwung verloren und notiert noch leicht im Plus.
20.07.2017 13:10

Weiterhin im Blickfeld steht die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die Kommentare der EZB-Verantwortlichen. In der Nacht auf Donnerstag hatte bereits die japanische Notenbank bekanntgegeben, an ihrer lockereren Geldpolitik festzuhalten. Insgesamt würden auch von der EZB eher moderate Töne erwartet, meint ein Händler.

An der Pressekonferenz werde wohl jedes Wort von EBZ-Chef Mario Draghi auf die Goldwaage gelegt werden, heisst es am Markt. Vor allem werde auf Änderungen des Tonfalls bezüglich des Anleihenkaufprogramms geachtet. Derweil befindet sich die Berichtssaison zum ersten Semester mit einer Vielzahl von Abschlüssen, darunter auch von zwei SMI-Titeln, in voller Fahrt.

Der SMI notiert gegen 13 Uhr um 0,1% im Plus auf 9034 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht bei 1433 Zähler praktisch unverändert und der breite SPI steigt um 0,1% auf 10'288 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus und 11 im Minus.

ABB nach unbefriedigenden Zahlen im Verkauf

Im Zentrum stehen die Titel des Technologiekonzerns ABB (-3,1%), der die Anleger mit seinen Zahlen zum zweiten Quartal enttäuscht hat. Mit Ausnahme des Auftragseingangs blieben die Ergebnisse hinter den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten zurück, entsprechend klingen die ersten Kommentare wenig erfreut. Bemängelt wird nicht zuletzt die gesunkene EBITA-Marge, die klar unter dem Konsens ausgefallen war. 2017 dürfte für ABB ein "Übergangsjahr" werden, kommentiert ein Händler.

Die Titel des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan (-1,8%) haben ihre Abgaben bis am Mittag weiter ausgebaut. Das Ergebnis für das erste Semester 2017 zeige insgesamt ein gemischtes Bild, heisst es etwa bei der ZKB. Das Genfer Unternehmen hat einen Umsatz am unteren Ende der Erwartungen ausgewiesen, bei Betriebs- und Reingewinn hat es allerdings den Analystenkonsens übertroffen.

Die deutlichsten Gewinne unter den SMI-Werten entfallen weiterhin auf Lafarge-Holcim (+1,0%). Die Analysten von Bernstein ihr "Outperform"-Rating für die Zementtitel bei angehobenem Kursziel bestätigt. Kursgewinne gibt es auch für Clariant (+0,6%). Die oppositionellen Aktionäre um die "White Tale" haben am Morgen den Ausbau ihrer Anteile auf über 10% vermeldet. Die Investoren kritisieren den vorgesehenen Zusammenschluss mit dem US-Konzern Huntsman und fordern, dass sich Clariant nach Alternativen umsehen soll.

Uhrenaktien fallen nach anfänglichen Gewinnen zurück

Bei den Uhrenwerten notieren Swatch (+0,6%) mittlerweile noch leicht im Plus und Richemont (-0,3%) sind gar ins Minus gefallen. Die beiden Titel waren dank guten Exportzahlen der Schweizer Uhrenindustrie für den Juni klar im Plus in den Handel gestartet.

Gestützt werden die Indizes zudem von den festen Roche (+0,7%), für die Goldman Sachs das "Buy"-Rating bekräftigt hat. Noch leicht im Plus notieren die schwergewichtigen Nestlé (+0,3%), während Novartis (+0,1%) nach den Kursgewinnen der vergangenen Tage nur leicht gewinnen.

Abschläge gibt es auch für Adecco (-1,0% oder -0,74 Franken), allerdings werden die Titel des Personalvermittlers ohne eine Ausschüttung von 0,90 Franken je Titel gehandelt. Grössere Abgaben erleiden auch die am Vortag noch festen Kühne+Nagel (-1,4%) sowie Dufry (-2,8%).

Temenos nach guten Halbjahreszahlen gefragt

Auch im breiten Markt hat eine Reihe von Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt. Im Plus notieren dabei die Aktien des Banksoftware-Anbieters Temenos (+2,1%), der mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten übertroffen hat. Erfreut zeigen sich die Anleger über die Rückkehr in die Gewinnzone des Finanzdienstleisters Leonteq (+7,3%), auch der Abgang von Präsident Pierin Vincenz scheint gut aufgenommen zu werden.

Mit Abschlägen werden dagegen die Ergebnisse des Logistikkonzerns Panalpina (-3,1%) aufgenommen, der die Markterwartungen auf fast auf allen Stufen verfehlt. Abgaben erleiden auch die Titel des Textilmaschinenherstellers Rieter (-5,8%) nach Halbjahresergebnissen.

Gute Nachrichten kann zudem das Pharmaunternehmen Basilea (+2,9%) mit den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit dem US-Konzern Pfizer vermelden. Das kriselnde Solarunternehmen Meyer Burger (+4,9%) kann zudem mit einem neuen Auftrag punkten.

(AWP)