Aktien Schweiz - Schweizer Börse von US-Jobdaten wenig bewegt

Die Schweizer Börse hat am Freitag leicht schwächer tendiert. Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten beeinflussten den Markt kaum, sagen Händler.
06.10.2017 17:45

Der SMI notiert bei Börsenschluss mit 9252 Zählern 0,1 Prozent tiefer gegenüber dem Vortag. Am Morgen war der Leitindex noch auf das neue Zwei-Jahre-Hoch von 9289 Punkten gestiegen. Der SMI verzeichnet damit die vierte Woche hintereinander höhere Kurse.

Händler sagen, trotz der auf den ersten Blick enttäuschenden Arbeitsmarktdaten seien Zinsspekulationen aufgekommen. Die US-Wirtschaft baute im September wegen der Wirbelstürme "Harvey" und "Irma" erstmals seit sieben Jahren Stellen ab. Da aber zugleich die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Wert seit 2001 sank und die Stundenlöhne stärker als erwartet stiegen, keimten Inflationserwartungen auf. "Ich denke, der Arbeitsmarkt zieht weiter an", sagte der Chef der Fed von Dallas, Robert Kaplan. Er sei offen für eine Zinserhöhung im Dezember. Am Markt gilt ein solcher Schritt als sicher.

Finanzwerte profitieren

Von den Zinsspekulationen profitieren einmal mehr Finanzwerte, da höhere Zinsen auch bessere Verdienst- und Anlagemöglichkeiten darstellen würden, sagt ein Händler.

Die Aktien der Credit Suisse legen 1,4 Prozent zu. Die Royal Bank of Canada hat die Aktien der Grossbank auf "Outperform" von "Sector Perform" hochgestuft. Dass die CS-Aktie über das alte Jahreshoch gestiegen sei, wurde laut Händlern als charttechnisches Kaufsignal interpretiert. Der Titel von Rivalin UBS sinkt dagegen 0,2 Prozent.

Die Anteile von Swiss Re gewinnen 1,0 Prozent. Der Rückversicherer hat für den Teilbereich für geschlossene Lebensversicherungsbestände, Re Assure, die japanische Versicherungsgruppe MS&AD ins Boot geholt. MS&AD werde bis zu einer Milliarde Franken investieren. Die Analysten von Vontobel und ZKB begrüssen die Transaktion als sinnvollen strategischen Schritt.

Leonteq-Aktie haussiert nach CEO-Wechsel

Den Blick richteten viele Marktteilnehmer zudem auf Leonteq. Der Titel der Derivateboutique legt bei guten Umsätzen 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr zu.

Bei Leonteq zieht sich der langjährige Chef und Firmengründer Jan Schoch aus der Geschäftsleitung zurück und steht der Firma noch als Berater zur Verfügung. Vorübergehend wird sein Stellvertreter und Finanzchef Marco Amato die Führung übernehmen. Die Personalrochade zeige, dass Leonteq weiterhin kämpfen müsse, kommentiert Michael Kunz von der ZKB. Der Umbau trage die Handschrift von Grossaktionär Rainer-Marc Frey, der im März bei Leonteq eingestiegen ist, heisst es am Markt.

Bei den Standardwerten büssen die Aktien von Sika mit minus 2,1 Prozent am meisten ein. Händler sagen, die Empfehlungssenkung auf "Neutral" von "Buy" der UBS vom Donnerstag belaste den Bauchemietitel erneut.

Luxusgütertitel unter Druck

Unter Druck standen auch die Aktien des Uhrenproduzenten Swatch und des Luxusgüterherstellers Richemont, die 1,1 und 1,6 Prozent einbüssen. Die Papiere des Personalvermittlers Adecco sinken um 0,9 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern ABB dagegen macht anfängliche Einbussen fast wett.

Die schwergewichtigen Aktien des Lebensmittelriesen Nestlé verlieren 0,2 Prozent, die Pharmatitel Novartis und Roche rücken um 0,4 und 0,1 Prozent vor.

Die Aktien der Ems-Chemie verlieren 3,4 Prozent. Der Spezialchemiehersteller hat in den ersten drei Quartalen den Umsatz wie von Analysten erwartet um 6,7 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken gesteigert. Zudem bestätigte Ems die Prognosen, warnte aber vor steigenden Rohstoffpreisen. Dies habe Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen veranlasst, heisst es am Markt. Seit Jahresanfang hat der Kurs 22 Prozent zugelegt.

Gewinnmitnahmen gab es laut Händlern auch bei den Anteilscheinen der Jungfraubahn, die im laufenden Jahr rund einen Drittel zugelegt haben.

(Reuters)