Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiter auf Richtungssuche

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag zur Mittagszeit noch auf Richtungssuche.
10.10.2017 12:50

Das Leitbarometer SMI hatte bereits in den letzten Tagen mehr oder weniger auf der Stelle getreten, da grössere bzw. einheitliche Impulse aus der Makroebene ausgeblieben waren und zudem an der Unternehmensfront die Nachrichtenlage überschaubar war. Dies ist auch am Berichtstag weitestgehend der Fall.

So kommen aus den beiden grossen Euro-Volkswirtschaften Frankreich und Italien unterschiedliche Signale. In Frankreich ist die Industrieproduktion überraschend gesunken, im südlichen Nachbarland hingegen stärker gestiegen als erwartet. Hierzulande hat Givaudan mit starken Zahlen die Herbstberichtssaison unter den Bluechips eingeleitet. Im Zuge des jüngsten Aktienrally seien hohe Erwartungen an die Unternehmensresultate eingepreist worden, heisst es dazu im Handel. Komme es hier zu Enttäuschungen, könnte dies durchaus Auslöser einer grösseren Korrektur sein.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,1% höher bei 9265 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 0,2% auf 1490 und der breite SPI 0,1% auf 10'583 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Plus, 9 im Minus und 4 unverändert.

Givaudan nach Quartalszahlen gesucht

Klar in Front stehen bei den Bluechips unverändert Givaudan mit +3,6%. Der Aromen- und Riechstoffhersteller hat den Umsatz zwischen Juli und September organisch um 5,7% gesteigert, was in Analystenkreisen als beeindruckend bezeichnet wird. Gut kommt dabei vor allem das organische Umsatzplus von 6,2% im Riechstoffgeschäft an. Letzteres weist eine überdurchschnittlich hohe Marge auf.

Dahinter folgen mit Abstand Zykliker wie Logitech (+0,9%) und Adecco (+0,8%). Bereits am Vortag gehörte der Titel des Computerzubehörherstellers zu den grossen Gewinnern und ist auch gemessen an der bisherigen Jahresperformance ganz vorne mit dabei. Die Avancen in Adecco werden in Händlerkreisen mit "ermutigenden" Arbeitsmarktstatistiken aus dem Schlüsselmarkt Frankreich sowie auf einem starken Zahlenkranz des Mitbewerbers Robert Walters in Verbindung gebracht.

Mit Geberit (+0,8%), SGS (+0,6%), Kühne+Nagel (+0,5%) sowie den Aktien der beiden Luxusgüterhersteller Richemont (+0,6%) und Swatch (+0,4%) sind weitere konjunktursensitive Titel im Aufwind. Bei letzteren sorgen überraschend starke Zahlen der französischen Konkurrentin LVMH für Kursphantasie, wie es heisst.

Schwergewichtige Bremsklötze

Ausgebremst wird der Markt vor allem von den Schwergewichten Novartis (-0,2%) und Nestlé (-0,1%). Die grössten Kursverluste verzeichnen nachrichtenlos Dufry (-0,6%) und CS (-0,5%). CS hatten bereits am Vortag deutlicher nachgegeben. Im Handel wird dies zum Teil mit Gewinnmitnahmen erklärt, nachdem der Titel zuletzt gut im Markt lag und am vergangenen Freitag ein Jahreshoch erreichte.

Nennenswerte Einbussen verzeichnen noch Bâloise und Clariant, die jeweils um 0,3% nachgeben.

Am breiten Markt stossen Bossard (+3,8%) nach Umsatzzahlen in eine neue Flughöhe vor. Das Verbindungstechnikunternehmen hat die hohen Erwartungen noch übertroffen und gleichzeitig die Umsatzguidance für das Gesamtjahr auf den oberen Bereich der bisherigen Spannweite präzisiert. Mit einer Jahresperformance von über 60% gehört der Titel bislang zu den Überfliegern an der SIX.

Orascom-Hype ohne Ende

Gesucht sind aktuell auch die zuletzt sehr volatilen Orascom DH (+7,3%). Kursrelevante News liegen zur Aktie des Hotel- und Immobilienkonzerns allerdings nicht vor. Grösser Avancen verzeichnen nachrichtenlos zudem die Aktien der Zürcher Flughafenbetreiberin (+3,1%) und jene der Glarner Kantonalbank (+2,1%).

Im Verliererfeld stehen mit Vetropack (-3,2%), Zwahlen&Mayr (-3,2%), Leclanché (-2,3%) und Züblin (-1,6%) vor allem eher illiquide Titel unter Abgabedruck.

(AWP)