Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiter im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Freitagmittag weiter im positiven Terrain. Der SMI legte im frühen Handel vorerst etwas deutlicher zu, schwenkte dann jedoch in eine Seitwärtsbewegung mit moderaten Gewinnen ein.
14.07.2017 12:40

Unterstützung kommt insbesondere von festeren Pharmawerten. Angesichts der am Nachmittag anstehenden wichtigen US-Makrodaten verlaufe das Geschäft allerdings in ruhigen Bahnen, heisst es im Handel.

Fed-Chefin Janet Yellen hatte bereits am Mittwoch moderate geldpolitischen Signale gesendet und für ein Rekordhoch beim Dow Jones gesorgt. Die Erholung beim Ölpreis gab zudem Auftrieb. Der sich gegenüber Dollar und Euro abschwächende Franken stütze hierzulande zudem die Ergebniserwartungen. Am Nachmittag stehen aus den USA Kennzahlen wie etwa Konsumentpreise, Detailhandelsumsatz oder Industrieproduktion auf der Agenda. Zudem könnten die US-Banken Citi, J.P. Morgan und Wells Fargo mit ihren Quartalszahlen für Impulse sorgen.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,3% höher bei 9033 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich aktuell ein Plus von rund 1,7%. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,3% auf 1434 Zähler und der breite SPI um 0,3% auf 10'272 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 18 im Plus, 11 im Minus und Partners Group unverändert.

Starke Pharmawerte

Die Pharmatitel Novartis (Aktie +0,6%) und Roche (GS +1,0%) geben dem Gesamtmarkt Rückenwind. Dies obwohl der vorberatende Ausschuss der US-Gesundheitsbehörde FDA eine positive Empfehlung für Biosimilars zu den Roche-Medikamenten Herceptin und Avastin abgegeben hat. Die Entscheidung komme nicht überraschend kommentiert Vontobel. Wann eine Kommerzialisierung der Wettbewerbsprodukte erfolge, sei noch unklar. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,2%) bindet den SMI etwas zurück.

Zulegen können nach Kurszielanhebungen durch Goldman Sachs auch Givaudan (+0,8%) und Clariant (+0,9%). Für die Aktien des Aromen und Riechstoffherstellers wurde das Ziel auf 1895 (1882) Franken angehoben für die Chemietitel auf 26,80 (26,00) Franken.

Die Titel des Luxusgüterkonzerns Richemont (+0,4%) legen leicht zu. Hier verlässt Geschäftsleitungsmitglied und Leiter Watchmaking, Marketing und Digital Georges Kern das Unternehmen. Ihm sei eine spannende Gelegenheit für die Tätigkeit als Unternehmer angeboten worden, heisst es zu den Gründen. Laut Analysten verliert der Konzern damit eine hochqualifizierte starke Persönlichkeit.

Auch Sonova (+0,9%) hat einen Abgang aus der Geschäftsleitung gemeldet. Der Leiter E-Marketing Franz Petermann will sich privaten Investitionen und Geschäftsaktivitäten widmen, heisst es.

Grossbankenaktien legen weiter zu

Die Grossbankentitel UBS (+0,8%) und CS (+0,3%) können an die Gewinne vom Vortag anschliessen, während Julius Bär (-0,2%) leicht abgibt.

Partners Group (unv., 611,50 Franken) können die Aufwärtsbewegung vom Vortag nicht fortsetzen. Hier haben gleich mehrere Banken im Nachgang der Halbjahreszahlen ihre Kursziele angehoben. Die Assets under Management und die Kundennachfrage hätten sich gut entwickelt, heisst es dazu etwa bei der HSBC.

ABB (-0,4%, 24,02 Franken) stehen leicht im Minus. Einer Kurszielanhebung auf 25 (24) Franken durch Goldman Sachs bringt keinen Rückenwind. Auch für Geberit (Aktien +0,6%) und Schindler (+0,2%) hat die US-Bank die Kursziele nach oben angepasst.

Grösste Verlierer sind zudem Aryzta (-0,8%), Lindt&Sprüngli (-0,6%) und Vifor (-0,5%).

Schlatter nach Halbjahreszahlen im Hoch

Im breiten Markt hat Dormakaba (+0,5%) den Bereich Trennwände mit dem Kauf der kanadischen Skyfold in Nordamerika verstärkt. Vontobel sieht durch den Kauf neuen Schwung für das Segment Movable Walls.

Zudem hat Ems-Chemie (Aktie +0,7%) im Halbjahr erneut Wachstum verbucht, konnte die hohen Margen jedoch nicht ganz halten. Schlatter (Aktie +7,4%) hat im ersten Semester bei Betriebsergebnis und Nettogewinn die eigenen Erwartungen mit einer deutlichen Verbesserung übertroffen.

Auffällig sind die Avancen bei Meyer Burger von 5,7%. Hier zirkulieren laut Marktteilnehmern Übernahmefantasien und Spekulationen über den Einstieg von aktivistischen Aktionären.

(AWP)