Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiter klar im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Mittwoch mit deutlich tieferen Kursen eröffnet und notiert am Mittag weiter klar im Minus.
05.12.2018 12:10

Die Euphorie, welche die Märkte noch zu Wochenbeginn beflügelt hatte, ist damit endgültig vorbei. "Erst der Rausch, dann die Katerstimmung", fasst es ein Marktteilnehmer pointiert zusammen. Die Hoffnungen auf eine Jahresendrally seien entsprechend bereits wieder Schnee von gestern.

Der hiesige Markt reagiert dabei vor allem auf die Abgaben an der Wall Street am Vorabend. Dort hatten überraschend aufgekommene Konjunktursorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten G20-Handelsdeals mit China einen Kursrutsch ausgelöst. Der Dow Jones Industrial verlor über 3 Prozent und befindet sich laut Händlern nun auch aus technischer Sicht in schwierigem Gelände. Dass im weiteren Tagesverlauf in der Schweiz noch eine Wende eintritt, sei eher nicht zu erwarten, heisst es, da die US-Märkte im Gedenken an den früheren Präsidenten George Bush am Mittwoch geschlossen bleiben.

Der SMI verliert bis Mittag 1,0 Prozent auf 8999 Punkte. Dass die Nervosität wieder deutlich zugenommen hat, zeigt sich auch am Volatilitätsindex VSMI, der aktuell knapp 8 Prozent im Plus liegt. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt derweil 1,0 Prozent auf 1386 und der breite SPI 0,9 Prozent auf 10'503 Zähler nach. Gewinner unter den 30 Top-Titeln gibt es zur Berichtszeit immerhin 2, anfänglich waren alle im Minus.

Tech-Werte im Verkauf

Wie zuletzt meist in Schwächephasen gehören die Tech-Werte AMS (-5,2%) und Temenos (-3,4%) zu den grössten Verlierern, Logitech (-0,9%) halten sich dagegen etwas besser. Daneben büssen vor allem auch konjunktursensitive Titel stark an Wert ein, so etwa LafargeHolcim (-1,8%), Adecco (-2,6%) oder Schindler PS (-3,2%). Bei letzteren belastet neben der allgemeinen Marktstimmung eine Rückstufung auf "Untergewichten" durch die US-Bank Morgan Stanley.

Auch Bankaktien gehören üblicherweise bei Börsenabschwüngen zu den Verlierern. Das ist auch heute nicht anders mit Julius Bär (-0,5%), UBS und CS (je -0,6%). Im Fokus steht der Versicherer Zurich (-1,5%), der am Berichtstag einen Investorentag durchführt. Vorbörslich liess der Konzern verlauten, dass er sich gut auf Kurs sieht, die Ziele für den Zeitraum 2017 bis 2019 vollständig zu erreichen.

Die SMI-Schwergewichte Nestlé (-0,7%), Novartis (-0,8%) und Roche (-1,0%) verlieren im Rahmen des Gesamtmarktes. Roche hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA für eine Tecentricq-Kombination bei Lungenkrebs ein beschleunigtes Zulassungsverfahren (Priority Review) zugesprochen erhalten, was allerdings die Aktie nicht zu beflügeln vermag.

Bester Bluechip sind aktuell Dufry (+0,9%). Der Reisedetailhändler will auch für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende ausschütten. Für 2018 sei wiederum eine Ausschüttung von mindestens 3,75 Franken je Aktie vorgesehen, sagte CEO Juliàn Diaz der "Finanz und Wirtschaft". Dies werde durch die Entwicklung des Cashflows gestützt. Ins Plus geschafft haben es ausserdem nachrichtenlos Sonova (+0,4%).

Bossard nach Rückstufung unter Druck

Im breiten Markt stehen u.a. Bossard (-12,9% auf 143,80 Franken) stark unter Druck. Hier haben die Analysten der Bank Vontobel das Rating auf "Reduce" von "Hold" gesenkt und gleichzeitig das Kursziel auf 140 von 185 Franken zusammengestrichen. Der zuständige Analyst hat vor allem seine Umsatzerwartung für das Tesla-Geschäft von Bossard gesenkt.

Auch Landis+Gyr (-3,1%) müssen relativ stark Federn lassen. Morgan Stanley hat dazu die Einstufung im Rahmen einer Branchenstudie auf "Underweight" von "Equal Weight" gesenkt. Der Stromzählerproduzent sei möglicherweise eines der grössten Opfer in der Branche aufgrund der anhaltenden Unterbrechung der Lieferkette, so die Experten.

Eine gute Performance zeigen derweil Schaffner (+6,5%) am Vortag der Ergebnispräsentation 2017/18 und andere Industriewerte wie Vetropack (+4,5%), Schlatter (+3,3%). oder Tornos (+2,6%).

(AWP/cash)