Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiter leicht im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montag zur Mittagszeit in einem wenig bewegten Handel leicht im Minus. Beim Leitindex SMI liegen zwischen dem bisherigen Tagestief- bzw. -hoch weniger als 30 Punkte.
16.10.2017 12:50

Marktteilnehmer geben sich denn auch entspannt und sprechen von leichten Gewinnmitnahmen nach den neuen Kurshöchstständen der vergangenen Woche. Eine leichte Korrektur auf diesem Niveau sei nicht überraschend und durchaus auch gesund für den Markt, so ein Händler.

Auch die ZKB ist weiterhin "moderat positiv gestimmt" für die Aktienmärkte, wie es in einem Kommentar heisst. Einen Grund für eine nachhaltige Eintrübung sehe man nicht, solange sich die globale Konjunktur wie gegenwärtig in einem gleichlaufenden Aufschwung befinde. Kurzfristige Korrekturen seien zwar jederzeit möglich, würden aber am mittelfristig weiterhin attraktiven Case für Aktien vorerst nichts ändern. Auch aus technischer Sicht sieht die Bank den SMI mittelfristig weiter im Aufwärtstrend.

Der SMI notiert zur Mittagszeit um 0,2% tiefer bei 9295 Punkten. Im bisherigen Tageshoch kam der Leitindex mit 9310 bis auf wenige Punkte an das am letzten Freitag erreichte Jahreshoch (9313) heran. Letztmals klar höher notierte der Leitindex im August 2015. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt um 0,3% auf 1494 Punkte und der breite SPI 0,2% auf 10'620 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, 6 im Plus und 1 unverändert.

Kühne+Nagel nach Quartalszahlen abgestraft

Klare Verlierer unter den Bluechips sind weiterhin Kühne+Nagel (-4,2%). Der Logistikkonzern hat mit den am Morgen vorgelegten Zahlen die Erwartungen der Analystengemeinde bezüglich Gewinnentwicklung verfehlt. Nachdem sich der Titel im bisherigen Jahresverlauf vergleichsweise stark entwickelt und Anfang Oktober ein Allzeithoch erreicht habe, würden nun Gewinne mitgenommen, heisst es im Handel.

Deutliche Verluste gibt es auch bei Lafarge-Holcim (-1,4% auf 56,40 Franken). Die UBS hat das Kursziel auf 55,00 von 57,50 Franken gesenkt, dies bei unveränderter Einstufung "Neutral". Vor dem Hintergrund weniger optimistischer Erwartungen für die Schwellenländer nahm der zuständige Analyst seine Schätzungen für den Zementhersteller etwas zurück. Deutlichere Abgaben verzeichnen ausserdem Dufry (-1,4%), Geberit (-1,0%) oder Sika (-0,9%).

Julius Bär (-0,6%) werden von einer Rückstufung auf 'Neutral' durch die Analysten der Citigroup etwas gebremst. Bei den Grossbanken verlieren UBS (-0,5%) klar, während sich CS (+0,1%) relativ gut halten. Am Markt werden sich noch Impulse von weiteren US-Banken (Goldman Sachs, Morgan Stanley) erhofft, die am Dienstag dieser Woche ihre Quartalszahlen präsentieren werden.

Roche-Bons nach Zurückstufung im Verkauf

Ein klares Minus verzeichnen zudem Roche (-0,4% auf 243,70 Franken). Erneut hat ein Finanzinstitut die Papiere des Basler Pharmakonzerns zurückgestuft. Dieses Mal sind es die Analysten der Credit Suisse, die den Genussschein auf "Neutral" und das Kursziel auf 260 von 300 Franken gesenkt haben. Mit dem Markteintritt der Biosimilars für Rituxan und Herceptin verschlechtere sich die strategische Positionierung, heisst es. Der Konzern wird am Donnerstag seine Umsatzzahlen für die Periode Juli bis September veröffentlichen. Novartis (+0,4%) profitieren derweil von Umschichtungen aus Roche.

Nestlé (-0,1%) wird an diesem Donnerstag ebenfalls Zahlen präsentieren. Händler sprechen hier auch von leichten Gewinnmitnahmen, habe das Papier doch allein in der vergangenen Woche 2,4% zugelegt. Der Aufwärtstrend seit dem Investorentag Ende September sei jedenfalls nicht gebrochen, meinen Analysten.

Etwas aufwärts geht es für Swatch (+1,3% auf 396,90 Franken) und Richemont (+0,1% auf 89,50 Franken). Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im Rahmen einer Branchenstudie jeweils das Kursziel erhöht, allerdings lediglich in den Bereich der aktuellen Werte. Für die Luxusgüterbranche insgesamt rechnen die Analysten mit einer Fortsetzung der Normalisierung.

Leclanché nach verspätetetn Halbjahreszahlen gefragt

Zu den grössten Gewinnern gehören ausserdem Vifor (+0,5%) und Logitech (+0,4%). Letztere würden von den Erwartungen eines guten Weihnachtsgeschäft etwas nach oben gezogen, sagt ein Händler.

Im breiten Markt stossen Leclanché (+1,7%) auf ein gewisses Interesse. Der Batteriehersteller hat am späten Freitagabend noch seine Halbjahreszahlen nachgeliefert. Die grössten Gewinner sind derweil Highlight Event (+3,4%), Evolva (+3,0%) und Molecular Partners (+2,6%), während AMS (-3,6%), Rothschild (-2,6%) oder KTM (-2,3%) bei den grössten Verlierern zu finden sind.

(AWP)