Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiterhin etwas fester bei wenigen Impulsen

Der Schweizer Aktienmarkt legt am Mittwoch zur Mittagszeit weiter - im Zuge guter Börsenvorgaben aus Übersee - leicht zu.
01.11.2017 12:50

Die Wall Street stehe auf dem Sprung zu neuen Hochs, und die Börse in Japan brach ebenfalls nach oben aus, kommentiert ein Analyst. Von grösserem Interesse dürfte am frühen Nachmittag der ADP-Arbeitsmarktbericht sein, der als Vorbote für den Job-Report der US-Regierung gilt.

Der US-Zinsentscheid am Abend sei derweil eher ein "Non-Event", heisst es am Markt. Es wäre schon eine sehr grosse Überraschung, wenn der für Dezember erwartete Zinsschritt schon am Mittwoch käme. Viel spannender sei derzeit, wer die Nachfolge von Janet Yellen als Fed-Chefin antreten wird. Derzeitiger Favorit des US-Präsidenten Donald Trump ist angeblich Jerome Powell, der seit 2012 im Board of Governors sitzt und eher als Vertreter des bisherigen Kurses gilt. In dieser Woche soll entschieden werden. Die hiesige Berichtssaison pausiert derweil einen Tag und nimmt dann erst wieder am Donnerstag volle Fahrt auf.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,4% auf 9281 Punkte. Im Oktober legte der SMI - nach dem guten Lauf im September - unter dem Strich noch lediglich knapp 1% zu. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt aktuell 0,3% auf 1509 Stellen und der breite SPI 0,4% auf 10'650. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus, 8 im Minus und 1 unverändert.

ABB-Aktie profitiert von Kaufempfehlungen

ABB (+1,3% auf 26,41 Franken) stehen klar fester, nachdem Kepler Cheuvreux das Rating für die Titel auf "Buy" von "Hold" hochgestuft hat. Die Ergebnisse zum dritten Quartal markierten beim Industriekonzern einen Wendepunkt, schreibt der zuständige Analyst. Er sieht Potenzial, dass die Aktien bis 2020 einen Wert von 35 Franken erreichen könnten. ABB legten bereits am Dienstag - im Zuge einer Kaufempfehlung durch Goldman Sachs - als grösste Gewinner unter den Bluechips - mehr als 3% zu.

Besondere Schubkraft verleihen dem SMI zur Berichtszeit jedoch die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis (+1,2%) und Roche (+0,7%). Für Novartis bestätigte Jefferies die Kaufempfehlung, wobei sich die Analysten im Nachgang der Zahlenvorlage von vergangener Woche recht zuversichtlich geben. Nächster Katalysator sei unter anderem der Investorentag am 13. November. Am Berichtstag vermeldete Bloomberg zudem, dass sich der Pharmakonzern offenbar von seinem weniger profitablen Generika-Geschäft im Bereich der Dermatologie, das mit bis zu 1,5 Milliarden Dollar bewertet werden könnte, trennen will. Nestlé (+0,2%) tendieren derweil moderat fester.

Clariant (+1,0%) legen nach guten Zahlen vom Vortag - trotz der Unsicherheiten wegen der gescheiterten Huntsman-Fusion - ebenfalls zu. Fester notieren zudem Swatch (+1,2%).

Dies gilt auch für Logitech (+1,2%), die damit die kräftigen Gewinne vom Dienstag ebenfalls weiter ausbauen. Am Vortag hatten auch in den USA vor allem Kursgewinne in der Technologiebranche für stabile Kurse gesorgt und die Indizes an der Nasdaq auf Rekordstände getrieben. Explizit für Logitech wurde von Händlern am Dienstag bereits auf ein gut anlaufendes Vorweihnachtsgeschäft gewettet.

Geberit geben weiter nach

Hingegen geht es für Geberit (-1,1%) nach deutlichen Verlusten nach Zahlen am Vortag weiter abwärts. Die Aktie hatte zuletzt Anfang August bei mehr als 480 Franken ein neues Allzeithoch markiert.

Deutlich unter Druck sind zudem Dufry (-1,5%). Die Titel wurden ebenfalls nach Zahlen bereits am Vortag abgestraft. Nun senkte im Nachgang noch die UBS das Kursziel. Das EBITDA-Margenziel für 2018 sei mit Blick auf das Risiko von steigenden Konzessionsgebühren ambitioniert, heisst es. Auch die Konsenserwartungen für den EBITDA seien zu hoch. Im Handel heisst es zudem, dass Skepsis in Bezug auf die HNA-Übernahme bestehe. Es würden regulatorische Hürden befürchtet, vor welchen die potenziellen Übernehmer aus China offenbar zurückschreckten.

Klar schwächer stehen mittlerweile zudem CS (-1,0%) - am (morgigen) Donnerstag mit Zahlen zum dritten Quartal - und UBS (-0,7%). Sika (-0,8%) notieren nach News etwas tiefer. Der Bauchemiekonzern Sika vermeldete einen kleine Akquisition in den USA im Bereich Betonverarbeitung.

Am breiten Markt legen Idorsia (+5,3%) nach einem Plus von 10% am Dienstag weiter kräftig zu. Händlern zufolge gibt es ein grosses Kaufticket von einer Londoner Adresse, zudem würden wohl einige Marktteilnehmer "short" stehen und sich nun eindecken müssen.

(AWP)