Aktien Schweiz - Schweizer Börse weiterhin mit leichtem Plus

Der Schweizer Aktienmarkt erholt sich am Donnerstagmittag leicht von den Verlusten des Vortages. Damit eroberte der SMI die Marke von 9100 Punkten zurück, nachdem der Leitindex am Vortag deutlich abgerutscht war.
26.10.2017 13:00

Hierzulande hat die laufende Berichtssaison anzahlmässig den Höhepunkt der Woche erreicht, wobei unter den Bluechips ABB und Lonza klar von positiv ausgefallenen Zwischenberichten profitieren. Sika hingegen sind nach einem Update zu den ersten neun Monaten 2017 grösste Verlierer.

Die Blicke richten sich zudem am frühen Nachmittag auf die EZB, denn diese dürfte aller Voraussicht nach den Einstieg in den Ausstieg aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik beschliessen. Unklar ist, wie die Notenbank das Abschmelzen ihrer Wertpapierkäufe ausgestalten wird. Allgemein wird damit gerechnet, dass der Ausstieg langsam vonstattengehen wird. Die Geldpolitik im kommenden Jahr bilde die Wasserscheide zwischen Bullen und Bären im Euro und bei der Zinsentwicklung, so ein Marktanalyst dazu. Zudem verfolgten Anleger mit einem Auge auch die weiteren Entwicklungen in der Katalonien-Krise in Spanien.

Der SMI gewinnt gegen Mittagr 0,5% auf 9128 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI legt 0,5% auf 1490 Stellen zu und der breite SPI 0,4% auf 10'458 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Plus, 10 im Minus und 1 unverändert.

ABB und Lonza nach Quartalsergebnis gesucht

In den Gewinnen bei ABB (+2,6%) und Lonza (+1,5%) widerspiegeln sich die positiv aufgenommenen Zwischenberichte. Der Industriekonzern ABB hat bei Auftragseingang und Umsatz im dritten Quartal etwas deutlicher zugelegt als zuletzt und somit die Markterwartungen übertroffen. Die Aktien knüpfen daher an die gute Performance seit Ende August an und legen nach zuletzt drei etwas schwächeren Tagen wieder deutlich zu. Der Titel erreicht damit neue Jahreshöchststände. Eher kritisch betrachtet wird einzig der Auftragseingang.

Auch beim Lifescience-Konzern Lonza zeigt man sich zufrieden mit dem aktuellen Geschäftsgang und erwartet "anhaltend starke" Ergebnisse im dritten Quartal. Besonders die zuversichtlichen Aussagen zum Stand der Milliarden-Akquisition Capsugel stimmen am Markt zuversichtlich.

Deutlich zulegen können zudem Versicherungswerte wie Swiss Re (+2,3%), Zurich (+1,8%) und Swiss Life (+1,3%). Der Rückversicherer profitiert dabei auch von Aussagen bei Munich Re. Nach der Hurrikan-Serie in den USA und der Karibik ist zwar das Gewinnziel des weltgrössten Rückversicherers passé, Experten hoben jedoch die Bilanzstärke der Münchner hervor. Unterstützung für den Sektor insgesamt dürften Analysen verschiedener Banken über steigende Preise in der kommenden Erneuerungsrunde sorgen.

Auch SGS (+1,3%) verbuchen auffällige Avancen. Der Warenprüf- und Inspektionskonzern hat bis einschliesslich Freitag zu zwei Investorentagen in Vietnam eingeladen. Insgesamt werde eine eher positive Stimmung wahrgenommen mit zuversichtlichen Aussagen mit Blick auf die Geschäftsjahre 2017/18, kommentiert etwa Vontobel.

Nestlé auf Erholungskurs

Uneinheitlich tendieren derweil die Schwergewichte Nestlé (+0,9%), Roche (-0,1%) und Novartis (-0,2%), die am Vortag stark zurückfielen und für das deutliche SMI-Minus am Mittwoch verantwortlich waren.

Die mitunter grössten Verluste unter den Bluechips erleiden aktuell allerdings weiterhin Sika (-1,3%). Bei der Aktie kommt es nach dem sehr starken Lauf im bisherigen Jahresverlauf auch zu Gewinnmitnahmen. Der Bauchemie- und Klebstoffhersteller steigerte in den ersten drei Quartalen zwar den Gewinn deutlich, lag beim Umsatz allerdings eine Spur unter den Markterwartungen. Eine Herausforderung sieht die Gesellschaft zudem in steigenden und volatilen Rohstoffpreisen. Unterdessen wird im juristischen Tauziehen - wegen des feindlichen Übernahmeversuchs durch Saint-Gobain - demnächst mit einem Urteil des Zuger Obergerichts gerechnet.

Klar schwächer sind ausserdem noch Aryzta (-1,6%) und Dufry (-0,9%).

Am breiten Markt profitieren Bucher (+5,1%) und Straumann (+2,0%) von positiven Zwischenberichten.

Auffällig schwächer zeigen sich hingegen VAT (-3,6% auf 127,90 Franken), nachdem 2,8 Millionen Aktien, entsprechend rund 9,3% des Aktienkapitals, bei institutionellen Investoren platziert wurden. Der Platzierungspreis lag bei 127 Franken. Landis+Gyr (-4,4%) sind nach Halbjahreszahlen unter Druck. Sorgen bereitet offenbar die Aufarbeitung eines Garantiefalls in Nordamerika.

(AWP)