Aktien Schweiz - Schweizer Börse wieder im Rückwärtsgang

Der Schweizer Aktienmarkt ist nach einer freundlichen Eröffnung rasch in den roten Bereich zurückgefallen.
13.12.2018 11:45

Die Freude über das abgelehnte Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May und über das leichte Entgegenkommen von Italien im Budgetstreit mit der EU währte nicht lange. Der Schwung der beiden Vortage ist damit wieder verflogen. Kaum einen Einfluss auf die Finanzmärkte haben die jüngsten Äusserungen der SNB zur geldpolitischen Lage.

May habe zwar das Misstrauensvotum politisch überlebt, die Börse sei mit ihrer Angst vor einem ungeordneten Brexit aber noch genau so schlau wie zuvor, heisst es in Marktkreisen. Und das Betteln von Grossbritannien um Nachverhandlungen bei der EU bleibe schwer. Am heutigen EU-Gipfel ist der Brexit eines der traktandierten Themen und May ist wegen der blockierten Situation bereits wieder nach Festland-Europa gereist, um in Brüssel noch gewisse Zugeständnisse herauszuholen. In den Fokus rückt am Nachmittag die EZB mit ihrer letzten Zinssitzung des Jahres. Mehrheitlich wird davon ausgegangen, dass die Zentralbank das offizielle "Ende" ihrer billionenschweren Wertpapierkäufe ankündigen wird.

Der SMI gibt bis kurz vor Mittag 0,1 Prozent auf 8851 Punkte nach. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,1 Prozent auf 1360 Punkte ein und der breite SPI 0,1 Prozent auf 10'333 Punkte. Die Verlierer überwiegen die Gewinner im Verhältnis 3 zu 2.

Konjunktursensitive Werte unter Druck

Am stärksten geben derzeit Vifor Pharma (-1,8%), Lonza (-1,7%), Logitech (-1,2%) und Sonova (-1,0%) nach, ohne dass es dazu konkrete Nachrichten gäbe.

Weitere konjunktursensitive Aktien wie Swatch und Richemont büssen ebenfalls 0,6 und 0,7 Prozent ein.

Von den defensiven Schwergewichten fallen Roche (-0,7%) zurück, während Nestlé (+0,3%) leicht zulegen können.

Novartis stehen derzeit leicht im Minus. Am Vortag hatte es etwas Unruhe am Markt gegeben, nachdem der Konkurrent Johnson & Johnson (J&J) zusammen mit seinem Partner Morphosys Daten aus einer direkten Vergleichsstudie zwischen dem eigenen Mittel Tremfya und dem Novartis-Mittel Cosentyx vorgelegt hatte. Laut den Daten hat sich das Mittel von J&J in der Behandlung von Patienten mit Schuppenflechte als wirksamer erwiesen als das Novartis-Mittel.

Dufry führt Gewinnerliste an

Auf der Gegenseite erweisen sich Dufry (+1,0%) als am meisten gesucht. Adecco (+0,8%) und ABB (+0,6%) knüpfen an die starke Performance des Vortages an.

CS (+0,5%) bestätigen die Gewinne des Vortages im Anschluss an einen insgesamt wohlwollend beurteilten Investorentag. Julius Bär (+0,1%) und UBS (unv.) halten da nicht ganz mit.

Im breiten Markt erleben GAM (-22,8%) ein wahres Kursdebakel. Am Morgen hatte das Unternehmen einen Verlust in der Höhe von fast einer Milliarde Franken in Aussicht gestellt und ein weiteres Restrukturierungsprogramm angekündigt. Die hohen Wertberichtigungen kommen für Analysten überraschend. Es sei schon fast unheimlich, wie sich GAM dieses Jahr mit negativen Meldungen noch einmal selbst überbieten könne, heisst es dazu unter anderem.

U-Blox (-1,4%) werden von einer Kurszielsenkung durch die Credit Suisse etwas gebremst. Das Kursziel werde aufgrund eines früheren Berechnungsfehlers im Bewertungsmodell berichtigt, heisst es dazu. Allerdings habe das Unternehmen am Analystentag mit der Zielsetzung für 2019 auch etwas enttäuscht.

(AWP/cash)