Aktien Schweiz - Schweizer Börse zieht zum Wochenstart leicht an

Die Schweizer Börse hat am Montag angeführt von den schwergewichtigen Pharmawerten leicht angezogen.
23.10.2017 17:40

Der anhaltende Rekordlauf an der Wall Street und Kursgewinne in Tokio, wo der Sieg des konservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe bei der Parlamentswahl für steigende Notierungen gesorgt hatte, schürten Händlern zufolge das Interesse der Anleger an Beteiligungspapiere. Der SMI rückt 0,1 Prozent auf 9248 Punkte vor.

Gedämpft wurde die Stimmung von der Katalonien-Krise. Die Regierungen in Barcelona und Madrid treiben den Konflikt auf die Spitze. Die von Ministerpräsident Mariano Rajoy angestossene Entmachtung der Separatisten löste in Katalonien am Wochenende Widerstand und scharfe Kritik aus.

Auch wegen der Bilanzsaison sei eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, sagt ein Händler. Im Laufe der Woche stehen unter anderen die Zwischenberichte der Grossbank UBS, des Pharmakonzerns Novartis, des Zementproduzenten Lafarge-Holcim, des Pharmazulieferers Lonza sowie des Aufzug- und Rolltreppen-Herstellers Schindler auf dem Programm.

Zudem beraten die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Geldpolitik. Erwartet wird ein Schritt in Richtung Kurswende, mit dem die massiven Konjunkturhilfen zwar verlängert aber zugleich deutlich eingedämmt werden.

Novartis vor Zahlenvorlage gesucht

Die Novartis-Aktien steigen am Tag vor dem Quartalsresultat um 0,8 Prozent. Händler erwarten neben den Geschäftszahlen vor allem Klarheit über die Zukunft der Augenheilsparte Alcon. Die Roche-Genussscheine ziehen 0,2 Prozent an. Vergangene Woche war der Kurs nach der Veröffentlichung der Umsatzzahlen des Pharmakonzerns unter Druck geraten.

Die Titel des Luxusgüterkonzerns von Richemont legen 0,9 Prozent zu. Bei der Schaffhauser Uhrentochter IWC entwickelt sich das Geschäft dieses Jahr positiv, wie der neue IWC-Chef Christoph Grainger-Herr der "Sonntagszeitung" sagte. "Wichtige Märkte wie China wachsen deutlich, auch in den USA sind wir zufrieden. In Europa entwickeln sich Grossbritannien, die Beneluxländer und Spanien sehr gut." Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch geben 0,7 Prozent nach.

Die Aktien der Credit Suisse steigen um 0,1 Prozent. Die Pläne des Investors RBR bei der Grossbank sehen den Abbau von 5000 bis 6000 Stellen im Investmentbanking vor, wo derzeit 12'000 Beschäftigte arbeiten, berichtete der "Tagesanzeiger". RBR will die Beteiligung an der Bank verzehnfachen. Derzeit ist der Hedgefonds mit 100 Millionen Franken investiert. Die Titel der UBS, die am Freitag den Quartalsbericht veröffentlichen will, steigen um 0,2 Prozent.

Kursrakete für Meyer Burger nach Grossauftrag

Am breiten Markt klettern die Titel von Basilea um 4,4 Prozent. Der Arzneimittelhersteller erhält von Partner Astellas für das Antipilzmittel Cresemba eine Meilensteinzahlung von fünf Millionen Dollar. Die Santhera-Anteile legen 2,3 Prozent zu. Eine unabhängige Expertengruppe hat das Medikament Raxone zur Behandlung der Augenkrankheit LOHN empfohlen.

Im Blick hatten die Anleger Meyer Burger. Die Aktien schnellen fast 18 Prozent auf 1,72 Franken hoch. Der Zulieferer der Solarindustrie hat einen 45 Millionen Franken schweren Auftrag von einem italienischen Kunden erhalten.

Die Aktien des Derivathauses Leonteq brechen 5,2 Prozent ein, nachdem die Credit Suisse die Empfehlung auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt hatte.

(Reuters/cash)