Aktien Schweiz - Schweizer Börse zum Wochenschluss unter Druck

An den internationalen Finanzmärkten und somit auch am Schweizer Aktienmarkt hat sich die Stimmung am Freitag deutlich eingetrübt.
31.08.2018 12:15

US-Präsident Donald Trump hat über Nacht mit seiner Sichtweise zum Welthandel nicht nur auf der politischen Bühne weiteres Geschirr zerschlagen, sondern auch an den Finanzmärkten für viel Unruhe gesorgt. Dies setzt hierzulande vor allem Zyklikern aber auch Finanzwerten zu und lässt den Leitindex SMI unter 9000 Punkte zurückfallen.

Trump sorgt vor allem mit seinen Plänen im Handelsdisput mit China für Unruhe. Laut einem Bloomberg-Bericht will er Anfang September auf weiteren chinesischen Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar Strafzölle verhängen. Kommt hinzu, dass Trump ein Angebot der EU zur gegenseitigen Abschaffung von Autozöllen vorerst zurückgewiesen hat. "Präsident Trump bleibt unberechenbar und mit ihm bleiben es auch die Börsen", fasst ein Marktbeobachter die Lage an den Finanzmärkten zusammen. Am Nachmittag warten die Anleger noch auf Konjunkturdaten aus den USA, wie etwa die Konsumentenstimmung.

Bis Mittag büsst der SMI 0,7 Prozent auf 8980 Punkte ein, das Tagestief wurde bei 8965 Stellen gesetzt. Auf Wochensicht büsst er gut 50 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,7 Prozent auf 1468 Zähler und der breite SPI 0,6 Prozent auf 10'738. Von den 30 Titeln stehen bis auf 4 (Sonova, Aryzta, Adecco und Julius Bär) alle im Minus.

Der Schweizer Franken rückt derweil als "sicherer Hafen" in den Blick der Anleger und gewinnt sowohl zum Euro als auch zum Dollar an Wert.

Zykliker stark unter Druck

Zu den grössten Verlierern zählen die Zykliker, wobei Swatch Group (-4,1% auf 410,30 Franken) mit Abstand am stärksten nachgeben. Die UBS hat die Aktien des Uhrenkonzerns auf "Neutral" von "Buy" gesenkt. Die UBS-Analystin verweist darauf, dass die Ergebnissteigerungen des laufenden Jahres im Kurs bereits gut eingepreist und die Marktrisiken mittlerweile gestiegen sind. Vor diesem Hintergrund nimmt sie das Kursziel um 85 Franken auf 450 Franken zurück.

Swatch, aber auch Richemont (-2,5%) machen die Unsicherheiten um China besonders zu schaffen. Das "Reich der Mitte" gilt als wichtigster Absatzmarkt für teure Uhren und glänzenden Schmuck. Richemont könnten im Verlauf von der Hoffnung etwas gestützt, am heutigen Abend in den Stoxx50 aufgenommen zu werden. Die Papiere der Genfer stehen Marktbeobachtern zufolge in der Pole-Position dazu.

Unter erhöhtem Druck stehen zu Wochenschluss auch die Titel des Zementherstellers LafargeHolcim (-2,3%). Merrill Lynch hat die Einschätzung auf "Underperform" von "Neutral" zurückgenommen. Auch Titel wie Logitech (-1,8%) oder ABB (-1,2%) geben unter dem Eindruck des Handelskriegs zwischen den USA und China ebenfalls stark nach. Und die Marktunsicherheit belastet Finanztitel wie jene der Grossbanken CS (-0,8%) und UBS (-0,9%).

Sonova mit Aktienrückkauf-Absicht gesucht

Etwas Halt geben dem Markt die defensiven Schwergewichte Nestlé (-0,2%) und Roche (+0,1%). Die wenigen Gewinner werden nach wie vor von Sonova (+1,2%) angeführt. Der Hörgerätekonzern hat ein bis zu 1,5 Milliarden Franken schweres Aktienrückkaufprogramm lanciert.

News gibt es vor allem aber aus dem breiten Markt: Dort haben mit dem Pflaster- und Wundverbandhersteller IVF Hartmann (kein Kurs), dem Finanzbroker Compagnie Financiere Tradition (unver.), der Privatbank Edmond de Rothschild (+3,1%) und den Immobilienfirmen Zug Estates (unver.) sowie Plazza (+0,5%) eine Reihe kleinerer Unternehmen Zahlen zum ersten Halbjahr vorgelegt.

Valiant (-0,4%) hat derweil an der Führungsspitze einen Nachfolger für Markus Gygax gefunden. Sein heutiger Stellvertreter und Finanzchef Ewald Burgener übernimmt den Chefposten ab Mai 2019. Und Asmallworld rücken nach der gestrigen Zahlenvorlage mit einem Plus von 1,5 Prozent auf 7,00 Franken weiter in Richtung des IPO-Kurses vom März vor, der bei 12,40 Franken steht.

(AWP/cash)