Aktien SchweizSchwergewicht hilft dem SMI ins Plus

Die Schweizer Börse ist am Dienstag nach weitgehend richtungslosem Verlauf im späten Handel ins Plus vorgestossen. Vor allem der Kursgewinn des Index-Schwergewichts Novartis unterstützte den Markt.
08.08.2017 17:40

Das Geschäft verlief Händlern zufolge bei dünnen Umsätzen in ruhigen Bahnen. "Es ist noch immer Ferienzeit und die die meisten Grosskonzerne haben ihre Ergebnisse präsentiert", sagt ein Börsianer. Auch wichtige Konjunkturzahlen wurden nicht veröffentlicht.

Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,1 Prozent auf 9162 Punkte. "Wir stehen noch immer nahe am Jahreshoch und am oberen Rand der von 8800 bis 9150 Punkte reichenden Handelsspanne", sagt ein Händler. Für einen Ausbruch müsste der SMI über 9200 Zähler steigen. "Vorerst fehlen uns die Impulse dafür", erklärt der Händler. Unterstützend wirke der weiterhin schwächelnde Franken.

Im Blick hatten die Anleger weiterhin vor allem kleinere und mittelgrosse Firmen, die Zwischenberichte vorlegten. Die guten Ergebnisse des Apothekenbetreibers Galenica und der Pharmafirma Vifor werden mit Kursanstiegen von je 2 Prozent honoriert.

Swissquote mit Kurssprung nach Zahlen

Auch die Online-Bank Swissquote zog mit einem erfreulichen Zwischenbericht Käufer an. Die Aktien schnellen 14 Prozent hoch. Swissquote habe deutlich besser als erwartet gearbeitet und die Kundenvermögen stärker als erwartet gesteigert, kommentieren die Analysten der ZKB.

Dagegen büssen die Anteile von Oerlikon trotz eines als gut eingestuften Ergebnisses 2,4 Prozent ein. Händler verbuchen das unter dem Kapitel Gewinnmitnahmen. "Die Anleger vermissen Angaben über mögliche Akquisitionen und Bereichsverkäufe", sagt ein Börsianer. "Das hat enttäuscht." Oerlikon hat im laufenden Jahr fast 50 Prozent an Wert gewonnen.

Die Platzierung von 63'000 Aktien aus dem Eigenbestand belastete den Belag- und Klebstoffhersteller Forbo nicht stark. Die Aktien verlieren 0,3 Prozent. Die Titel haben 2017 zwar überdurchschnittlich zugelegt, gelten im Vergleich mit anderen Industriewerten aber weiterhin als günstig. Eine grosse Bank empfiehlt Forbo Händlern mit einem Kurspotenzial von 20 Prozent als Tradingidee zum Kauf.

Bröckelnde Finanzwerte

Bei den Bluechips bröckelten die Kurse der Grossbanken ab. Händler sehen einen möglichen Grund dafür in den zuletzt wieder deutlich gesunkenen Anleihenrenditen. Credit Suisse und UBS schwächen sich um 0,3 und 0,2 Prozent ab. Auch die Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel sind weniger wert. Gegen den Trend legten EFG International 1,2 Prozent zu. EFG gilt unter Händlern als einer der kursmässig attraktivsten Finanzwerte in der Schweiz.

Auch die Versicherungswerte neigen mehrheitlich zur Schwäche. Die Zurich-Aktien sinken um 0,3 Prozent. Der Versicherer veröffentlicht am Donnerstag den Zwischenbericht.

Freundlich zeigen sich dagegen die Aktien zyklischer Firmen. Die Anteile des Personaldienstleisters Adecco und der Inspektionsfirma SGS legen 0,4 und 0,1 Prozent zu. Die Quartalsbilanz von Adecco wird am Donnerstag erwartet. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB sind 0,8 Prozent im Plus und die des Zementriesen Lafarge-Holcim legen 0,3 Prozent zu. Dagegen schwächen sich die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch und des Luxusgüterherstellers Richemont ab.

Bei den schwergewichtigen Pharmatiteln legen Novartis um 0,5 Prozent zu, während sich Roche 0,1 Prozent abschwächen. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns Nestlé gewinnen 0,1 Prozent an Wert.

Die Aktien der Schweizerischen Nationalbank steigen um 9,1 Prozent auf 2388 Franken. Vorübergehend wurde bei 2498 Franken ein Rekordhoch erreicht. Händler stuften die Entwicklung als eher zufällig ein. Die Umsätze waren dünn.

(Reuters)