Aktien Schweiz - Schwergewichte belasten den SMI

Nach dem deutlichen Kurssprung vom Dienstag bleiben die Anleger am Schweizer Aktienmarkt zur Wochenmitte gut gelaunt.
19.06.2019 11:30

Am Vortag hatte der Leitindex nach einem Sturmlauf erstmals die Marke von 10'000 Punkten geknackt. Weil die defensiven Indexschwergewichte am Berichtstag aber verkauft werden, legen die Indizes wieder den Rückwärtsgang ein.

Als Grund für die Zuversicht der Anleger wird im Handel vor allem die Aussicht auf weiterhin geöffnete Geldschleusen der Zentralbanken genannt. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Dienstag lockere geldpolitische Signale ausgesandt. Vor der mit Spannung erwarteten Sitzung der US-Notenbank am Mittwochabend bleiben die Anleger zuversichtlich. Es könnte sogar auf einen Zinssenkungswettstreit zwischen den beiden Notenbanken hinauslaufen, sagen Marktteilnehmer.

Der SMI notiert gegen 11 Uhr 0,5 Prozent tiefer bei 9944 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt 0,2 Prozent auf 1522 und der breite SPI 0,4 Prozent auf 12'005 Punkte. Von den 30 wichtigsten Aktien verbuchen 13 höhere und 17 tiefere Kurse.

Tech-Werte gefragt

Im Technologiebereich geht es mit AMS (+1,7%) und Logitech (+0,6%) nach oben. Das gleiche Bild bietet sich bei den im breiten Markt kotierten Inficon (+0,7%), Kudelski (+1,0%), U-Blox (+0,8%) und VAT (+1,7%). Am Dienstag waren bereits in den USA Technologiewerte besonders stark gefragt. Händlern zufolge profitiert der Sektor einmal mehr von der Hoffnung auf eine gütliche Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China.

Höher notieren trotz der Aussicht auf tiefere Zinsen die Bankaktien Credit Suisse (+0,2%), UBS (+0,6%) und Julius Bär (+1,4%). Die Deutsche Bank hat für beide Grossbankenaktien das Kursziel gesenkt. Aber die Citigroup hat für die UBS heute ihr Kursziel erhöht und ihre Kaufempfehlung bestätigt.

Gewinne verzeichnen auch die Aktien der Luxusgüterkonzerne Richemont (+0,1%) und Swatch (+1,4%). Swatch seien technisch überverkauft und reif für eine Erholung, wird am Markt kommentiert. Hinweise wie das Geschäft für die Uhrenfirmen angesichts des Zollstreits der USA mit China läuft, dürften die am (morgigen) Donnerstag erwarteten Schweizer Aussenhandelszahlen geben.

Auch andere Zykliker stehen auf den Kaufzetteln der Börsianer. So ziehen etwa Clariant um 1,6 Prozent an, Kühne+Nagel um 1,0 Prozent, ABB um 0,5 Prozent und Schindler um 0,3 Prozent. Das lässt sich allerdings nicht von SGS sagen, dessen Papiere 1,3 Prozent einbüssen. ODDO BHF hat neu für den Warenprüfer eine Verkaufsempfehlung ausgegeben. Dabei ging es direkt von "Buy" auf "Reduce" runter.

Defensive im Verkauf

Für das Minus im Leitindex sind aber insbesondere die defensiven Schwergewichte Roche (-0,6%), Novartis (-0,8%) und Nestlé (-0,9%) verantwortlich. Die Papiere sind im bisherigen Jahresverlauf gut gelaufen und waren vor allem in unsicheren Zeiten gefragt. Zudem habe die zum Wochenschluss bevorstehende SMI-Revision mit der Deckelung der Gewichtung der drei Schwergewichte bei 18 Prozent bereits im Vorfeld einen gewissen Einfluss, sagen Händler.

Auch andere defensive Papiere liegen im Angebot. Givaudan verlieren 1,1 Prozent, Swisscom 0,8 Prozent, Lonza 0,7 Prozent und Alcon 0,6 Prozent.

Am breiten Markt sacken Bell um deutliche 9,2 Prozent ab. Der Fleischverarbeiter rechnet wegen der stark gestiegenen Schweinepreise mit einem tieferen operativen Ergebnis.

Das spürt auch - zumindest an der Börse - die ebenfalls im Fleischgeschäft tätige Lebensmittelgruppe Orior (-2,7%). Analysten waren allerdings davor, einen direkten Vergleich mit Bell anzustellen. Orior sei viel weniger von den Schweinefleischpreisen und der Grillsaison betroffen.

(AWP)

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