Aktien Schweiz - Schwergewichte halten Schweizer Börse in der Gewinnzone

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag zugelegt. Die Gewinne schmolzen allerdings etwas ab, als sich an der Wall Street im frühen Geschäft eine schwächere Tendenz durchsetzte.
18.10.2018 17:40

Die Kursgewinne der Pharmawerte hielten den Markt aber in der Gewinnzone. Der SMI notiert nach einem Hoch bei 8833 Punkten bei Handelsschluss um 0,3 Prozent höher auf 8779 Punkten.

Die anhaltenden Sorgen um Italiens Staatsfinanzen und die Ungewissheit über den Brexit sowie die Furcht vor rascheren Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed dämpften den Risikoappetit der Anleger. Gemäss den am Mittwochabend veröffentlichten Protokollen der jüngsten Fed-Sitzung könnte die Notenbank die Geldpolitik stärker als erwartet straffen. Die Analysten der Credit Suisse gehen von drei weiteren Zinsschritten bis im Juni 2019 aus.

Die Anleger griffen dennoch bei den Aktien der Firmen zu, die die Erwartungen übertroffen hätten, heisst es am Markt. Dazu gehört das Schwergewicht Novartis, dessen Anteile um 1,9 Prozent anziehen. Der Pharmakonzern hat nach drei Quartalen die Prognose für das Umsatzwachstum auf einen mittleren Prozentbetrag angehoben. Bislang war ein niedriger bis mittlerer Anstieg in Aussicht gestellt worden. An der Gewinnprognose hält Novartis fest. Das Krebsgeschäft wird mit einem Zukauf verstärkt.

Roche machen Vortagesverlust teilweise wett

Die Anteile von Rivale Roche steigen um 1,1 Prozent und machten damit einen Teil des Vortagesverlusts wett. Roche waren am Mittwoch nach Vorlage des Zwischenberichts unter Druck geraten. Händler sprachen dabei von Verkäufen nach dem Motto "Sell on good news".

Die Aktien von Nestlé steigen um 0,7 Prozent. Der Lebensmittelkonzern wuchs in den ersten neun Monaten unter anderem dank starker Nachfrage nach Säuglingsnahrung und Kaffe wie von Analysten erwartet um 2,8 Prozent.

Gefragt waren zudem die Aktien von Swiss Re mit plus 0,6 Prozent. Der Rückversicherer schätzt die Schadenbelastung aus Naturkatastrophen und von Menschen verursachten Schäden im dritten Quartal auf rund 1,4 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten liegen die Schäden im Bereich der Erwartungen des Unternehmens. Die Anleger reagierten erleichtert, weil die Dividenden nicht gefährdet seien.

Die Aktien anderer Versicherer legen leicht zu. Die Bankanteile dagegen rutschten in die Verlustzone. Credit Suisse sinken um 1,1 Prozent und UBS sind um 1,3 Prozent leichter.

LafargeHolcim in Sippenhaft genommen

Bei den Aktien zyklischer Firmen stechen die Titel von LafargeHolcim mit einem Minus von 3,9 Prozent heraus. Die Anleger trennten sich von den Aktien des Zementkonzerns, nachdem Konkurrent HeidelbergCement eine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte. Die Papiere des Bauzulieferers Sika schwächen sich um 2,2 Prozent ab. Geberit sinken um 0,7 Prozent.

Die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch sacken 1,8 respektive 2,3 Prozent ab. Die Uhrenexporte fielen im September schlechter als erwartet aus. "Der Abschlag bei den beiden Aktien ist angesichts der Tatsache, dass es sich nur um einen schlechteren Monat handelt, und nach dem starken Kursrückrückgang seit Mitte Jahr schon etwas übertrieben", sagt ein Händler.

Am breiten Markt stürzt Autoneum um 11 Prozent ab. Der Autozulieferer hat die Margenprognose gesenkt. Eine Prognoseanhebung verlieh den Aktien des Bankensoftwarehauses Temenos und der Vakuumtechnikfirma Inficon kräftig Auftrieb. Technologiewerte, die am Vortag gestiegen waren, büssten Terrain ein. AMS, Kudelski und Meyer Burger verlieren deutlich an Wert.

(Reuters/cash)