Aktien Schweiz - Schwergewichte halten SMI im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitagmittag knapp über Vortagesschluss.
06.10.2017 12:45

Zwar sind die Vorgaben der US-Leitbörse positiv, der Dow Jones Industrial hat gestern Kurs auf die Marke von 22'800 Punkten genommen und der S&P 500 schloss zum sechsten Mal in Folge auf einem neuen Allzeithoch, dennoch sind die Investoren in Erwartung wichtiger Daten in Deckung gegangen. So sind es mittlerweile vor allem die defensiven Schwergewichte, die den hiesigen Leitindex im Plus halten.

Denn am Nachmittag steht das Hauptereignis dieser Börsenwoche an: die Publikation des US-Jobberichts für den Monat September. Dieser ist ein zentraler Gradmesser für den Zustand der US-Konjunktur. Experten befürchten, dass die Daten wegen der Hurrikan-Katastrophen in Texas und Florida etwas verzerrt und daher schwierig interpretierbar sein könnten. Gestützt wird die Stimmung vom Devisenmarkt. Dort klopft der Dollar an der Marke von 98 Rappen an.

Der SMI steht kurz nach Mittag 0,1% höher bei 9276 Punkte, das neue Jahreshoch wurde im frühen Handel bei 9289 markiert. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte SLI fällt hingegen um 0,1% auf 1488 Zähler, während der breite SPI 0,1% auf 10'587 steigt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus und nur noch 7 im Plus.

Credit Suisse nach Hochstufung gesucht

Das Plus des Leitindex kommt dank der Avancen einiger weniger Aktien zustande. Allen vor Credit Suisse steigen um 1,6%. Für die Papiere der Grossbank hat die Royal Bank of Canada ihr Votum auf "Outperform" von "Sector Perform" hochgeschraubt. Für die UBS (-0,5%) und den Vermögensverwalter Julius Bär (-0,6%) gab es ein höheres Kursziel bei bestätigter Kaufempfehlung, was aber keine Wirkung zeigt.

Die volatilen Aryzta-Aktien ziehen gar um 2,4% an. Händlern zufolge wird über anstehende positive Nachrichten des Backwarenherstellers spekuliert. Für die Valoren steht aber immer noch ein Minus von 30% im laufenden Jahr zu Buche.

Nach oben geht es auch mit Swiss Re (+0,4%). Der Rückversicherer hat sich mit der japanischen Versicherungsgruppe MS&AD Insurance einen strategischen Investor an Bord geholt. Die Japaner steigen in das Geschäftssegment für Lebensversicherungen ein und nehmen dafür umgerechnet rund 1 Milliarde Franken in die Hand. Analysten sprechen von einem sinnvollen Schritt.

Schwergewichte alle positiv

Die defensiven Schwergewichte notieren allesamt höher. Novartis (+0,2%) meldete eine europäische CE-Kennzeichnung für die Intraokularlinse Clareon und Roche (+0,4%) eine FDA-Zulassung für Bluttests zur Prüfung des Zika-Virus - beides wenig kursrelevante Nachrichten. Und für Nestlé (+0,8% auf 83,75 Franken) hat die Deutsche Bank ihr Kursziel um 5 auf 95 Franken erhöht und ihre Kaufempfehlung bestätigt.

Lonza (-0,6% auf 257,80 Franken) profitieren hingegen nicht von einem positiven Votum aus dem Hause J.P. Morgan. Die Amerikaner erhöhen ihr Kursziel für die Basler auf 285 von 265 Franken und belassen die Einstufung auf "Overweight". Die grössten Abgaben erleiden zuletzt gut gelaufene zyklische Werte wie Sika (-1,5%), Richemont (-1,2%), Givaudan (-0,9%), Kühne+Nagel (-0,8%) oder Swatch (-0,8%).

Clariant (-0,1%) halten sich etwas besser. Die Aktie wurde zuletzt stark gekauft und hat im frühen Handel einen neuen Jahreshöchstwert erreicht. Händler können sich gut vorstellen, dass gewisse Marktakteure aktuell "Stimmen kaufen". Die ausserordentliche Generalversammlung, die über den Zusammenschluss mit Huntsman befinden soll, wird gegen Ende oder Anfang nächstes Jahr stattfinden.

Leonteq nach CEO-Abgang gefragt

Im breiten Markt kam es beim Derivatespezialisten Leonteq zu einem Paukenschlag: Der CEO und Firmengründer Jan Schoch tritt zurück. Einige Marktteilnehmer sagen, er sei rausgeschmissen worden. Wie auch immer die Wahrheit lautet: Die Börse reagiert mit einem Plus von 3,0% auf 62,75 Franken. Unter Schoch erlebten die Aktionäre eine tiefe Krise bei Leonteq und einen Fall der Aktie von über 230 auf fast 25 Franken.

Ems-Chemie (-2,8%) reagieren negativ auf die Umsatzzahlen zu den ersten neun Monaten 2017. Der Spezialchemiekonzern hat zwar die Erwartungen der Analysten auf den Punkt genau erfüllt - und damit seit langem wieder einmal nicht positiv überrascht. Aufhorchen lassen laut Analysten Aussagen von Ems zu steigenden Rohstoffpreisen und zu anhaltenden Versorgungsknappheiten bei einigen Zwischenprodukten. Daher sei für das Gesamtjahr 2017 im Vergleich zum Vorjahr eine leicht rückläufige EBIT-Marge zu erwarten. Für die Aktien steht in diesem Jahr ein Plus von 23% zu Buche.

(AWP)