Aktien Schweiz - Schwergewichte ziehen SMI ins Minus

Die Schweizer Börse zeigt sich nach einem verhaltenen Start im Verlauf schwächer. Vor dem Beginn des Notenbankertreffens in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming neigten die Anleger zu Vorsicht, heisst es am Markt.
22.08.2019 11:30

Daher bröckelten die Kurse ab. Da und dort komme es nach dem starken Anstieg der Vortage auch zu Gewinnmitnahmen, sagt ein Händler. Zuletzt hatte die Hoffnung auf Zinssenkungen und staatliche Konjunkturhilfen für kräftige Gewinne gesorgt.

Die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed am Vorabend konnte dem Markt bezüglich der Zinspolitik keine neuen Impulse verleihen. Die jüngste Zinssenkung könne nicht als Auftakt einer aggressiven Lockerungsserie betrachtet werden, sagen Börsianer zum Protokoll. Der Anleihenmarkt interpretierte die Mitschrift gar als Hinweis, dass es im kommenden Monat nicht unbedingt zu einem weiteren grossen Zinsschritt kommen müsse. Neue Hinweise über den weiteren Kurs erhoffen sich die Anleger nun am Freitag, wenn Fed-Chef Jerome Powell an der Tagung eine Rede hält.

Der SMI notiert gegen 11 Uhr 0,2 Prozent leichter bei 9826 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI sinkt um 0,1 Prozent auf 1491 und der breite SPI um 0,2 Prozent auf 11'953 Zähler. Von den 30 SLI-Werten geben 16 nach, 13 legen zu und Lonza sind unverändert.

Übernahmepoker setzt AMS-Aktie zu

AMS stechen dabei mit einem Abschlag von 1,9 Prozent heraus. Der Sensorenhersteller kann im Übernahmepoker um den deutschen Lampenhersteller Osram mitmachen, ein Stillhalteabkommen wurde aufgehoben. Neben AMS bieten auch Bain Capital und The Carlyle Group mit. Während die Österreicher 38,50 Euro je Osram-Aktie offerieren, haben die Finanzfirmen 35 Euro angeboten.

Am Markt kommen die 4,3 Milliarden schweren Übernahmepläne von AMS nicht gut an. Die Aktie leide aber auch unter dem enttäuschenden Ausblick des US-Rivalen Analog Devices, heisst es am Markt.

Die als defensiv eingestuften Schwergewichte Nestlé (-0,5%) und Roche (-0,5%) sind zu einem Gutteil für das SMI-Minus verantwortlich. Ein Teil des bisherigen Jahresgewinns des SMI ist Nestlé geschuldet, hat die "schwerste" Schweizer Aktie in der Zeit doch um mehr als 35 Prozent zugelegt.

Auf Konsolidierungskurs segeln zudem die Versicherer Zurich (-0,3%), Swiss Re (-0,4%) und Swiss Life (-0,5%).

Uneinheitlich sind die Aktien der Luxusgüterhersteller: Richemont schwächen sich um 0,6 Prozent ab, und Swatch (+0,3%) legen dagegen zu.

Grossbankaktien auf Erholungskurs

Auf der Gewinnerseite sind dagegen die auf Jahressicht betrachtet gebeutelten Aktien der Grossbank UBS (+0,8%), auch Credit Suisse (+0,9%) legen zu. Händler sprechen dabei von einer technischen Bewegung. "Anscheinend sind die Anleger der Meinung, sie seien tief genug gefallen und man könne sie daher wieder kaufen", sagt ein Börsianer.

Ebenfalls gefragt sind die Zykliker Sika (+0,7%), Clariant (+0,6%), Adecco (+0,6%) und Schindler (+0,5%), die sich im laufenden Jahr ebenfalls schlechter als der Markt entwickelt haben.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten am breiten Markt derweil Sunrise, die um 4,2 Prozent fallen. Der Telekommunikationskonzern zeigt sich offen für Änderungen beim UPC-Deal. Konkret sei es denkbar, eine Kapitalerhöhung in geringerem Umfang durchzuführen und das restliche Geld in Form einer Pflichtwandelanleihe zu beschaffen, heisst es.

Gleichzeitig geht Sunrise auf Konfrontationskurs mit seinem Hauptaktionär Freenet, der sich gegen die Übernahme von UPC Schweiz stemmt. Da geraten die Zahlen zum zweiten Quartal etwas in den Hintergrund.

Dormakaba nach Verkaufsempfehlung auf Talfahrt

Eine bestätigte Verkaufsempfehlung schickt Dormakaba (-8,1%) auf Talfahrt. Die Aktien des angeschlagenen Milchverarbeiters Hochdorf büssen zudem weitere 5,5 Prozent ein. Nach einem massiven Verlust im ersten Halbjahr tritt nun Amir Mechria als Vizepräsident des Verwaltungsrates und von allen weiteren Funktionen der 51-Prozent-Tochter Pharmalys per sofort zurück. Als Grund der Krise nennt die Firma vor allem die Probleme von Pharmalys.

Dagegen setzen Evolva (+27%) den Höhenflug fort, der am Vortag nach Bilanzvorlage eingesetzt hatte. Die Aktien von Coltene (+7,6%) sind nach dem Halbjahresbericht gefragt. Händler sprechen von Käufen erleichterter Anleger, dass das Ergebnis keine negativen Überraschungen gezeigt habe.

(AWP)

 

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