Aktien Schweiz - Seitwärtsbewegung an der Schweizer Börse hält an

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstag zur Mittagszeit nach wie vor wenig verändert. Damit setzt sich der ruhige Handel der Vortage fort.
12.10.2017 12:45

Der Leitindex bewegt sich seit Wochenbeginn mehr oder weniger seitwärts und hält damit das hohe Niveau, das Anfang Oktober erreicht wurde. Viele Investoren würden die Quartalszahlen der US-Grossbanken abwarten wollen, die am Nachmittag veröffentlicht werden, kommentiert ein Marktbeobachter. Die Erwartungshaltung sei hoch und sollte wegen des hohen Kursniveaus der Wall Street besser nicht enttäuscht werden.

Denn am Vortag gab es an der Wall Street erneut Rekorde, obwohl der Handel insgesamt träge verlief. Am späteren Nachmittag stehen noch die US-Produzentenpreise vom September auf der Agenda sowie Reden verschiedener Notenbanker. Unsicherheit bringt weiterhin die Katalonien-Krise in Spanien, wo die Zentralregierung der Regionalregierung nun ein Ultimatum gestellt hat, das Unabhängigkeitsverfahren abzubrechen.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,1% höher bei 9276 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI liegt bei +0,1% auf 1493 und der breite SPI bei +0,2% auf 10'606 Zählern. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Plus, 10 im Minus und Clariant unverändert.

Meist geringe Ausschläge

Die Ausschläge halten sich in Grenzen. Am meisten legen noch Sonova (+1,4%) zu, die auch im laufenden Jahr bislang zu den grössten Gewinnern gehören mit einem Plus von über 40%. Kühne+Nagel (+1,1%), Partners Group (+0,8%) und Dufry (+0,7% auf 157 Franken) folgen aktuell in der Rangliste.

Zu Dufry heisst es am Markt, die Aktie gerate nun wieder in Schwung, nachdem sich chinesische Aktionäre bei Kursen von unter 150 Franken ausgiebig mit Optionen auf die Titel eingedeckt hätten. Im Handel heisst es, die Papiere hätten ohnehin mehr Aufwärtspotenzial als Abwärtsrisiken.

Swiss Life (+0,5%) gewinnen leicht hinzu, nachdem Baader Helvea die Titel in die Liste "Top Stock Ideas" aufgenommen hat. Sie blieben ein starkes, mittelfristiges Investment, heisst es. Denn die Bewertung sei angesichts der Wachstumsaussichten im Gebühren- und Kommissionsgeschäft attraktiv. Zudem weise der Versicherer das höchste Dividendenwachstum auf.

Unter den Schwergewichten tendieren Novartis (+0,6%) und Nestlé (+0,2%) fester, während Roche (-0,3%) den Gesamtmarkt erneut belasten. Auf Jahressicht bleiben Roche klar hinter Novartis und dem Gesamtmarkt zurück. Novartis-VRP Jörg Reinhardt habe in einem Interview mit der "Handelszeitung" allerdings einige "sehr interessante" Aussagen gemacht, kommentiert die Neue Helvetische Bank am Donnerstag. Dass es nicht sinnvoll sei, das Roche-Paket zu verkaufen, interpretiert die Bank so, dass Novartis in Roche noch Potenzial sieht und die Aktie für zu günstig hält. Man sei gespannt, ob es den "Deckel" auf dem Roche-Papier endlich ein bisschen "lupft".

Die Grossbankenwerte UBS und CS (je -0,1%) tendieren indes wenig bewegt. Impulse könnten am frühen Nachmittag die Zwischenberichte - zum dritten Quartal - der US-Institute J.P. Morgan Chase und Citigroup bringen.

Swatch und Logitech sind die Verlierer

Die grössten Verlierer sind Swatch (-0,8%) und Logitech (-0,7%). Mit Blick auf die europäischen Luxusgüterwerte schreibt Bernstein in einer allgemeinen Analyse, chinesische Kunden seien bereits heute die wichtigsten Kunden, entsprechend einem weltweiten Konsum von schätzungsweise 30%. Bis 2025 dürfte dies noch weiter zunehmen. "Die chinesische Liebesaffäre mit Luxusgütern habe gerade erst begonnen."

Am breiten Markt avancieren Kudelski (+4,3%), nachdem das Technologieunternehmen mit dem US-Streaming-Anbieter Roku eine Patent- und Technologiezusammenarbeit vereinbart hat. KTM (+2,1%) und Cembra Money Bank (+1,8%) steigen weiter an, nachdem beide Titel am Vortag - nach einem Joint Venture in China bzw. nach einer Übernahme im Bereich Autoleasing - klar zugelegt hatten. Am Donnerstag trudeln für Cembra nun verschiedene Kurszielerhöhungen ein.

Verluste verzeichnen hingegen unter anderem Lifewatch (-3,7%), Santhera (-3,2%) und erneut Orascom (-2,8%). Am Vortag gaben letztere Papiere fast 9% ab, nachdem sie am Dienstag 14% im Plus lagen und seit der Zahlenvorlage Mitte August an die 70% zugelegt hatten.

(AWP)