Aktien Schweiz - SMI arbeitet sich ins Plus vor

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich zum Wochenschluss nach und nach ins Plus vorgearbeitet. Der SMI hat vor allem dank der festeren Schwergewichte am Vormittag nach einem leichteren Start einen Richtungswechsel vollzogen.
15.02.2019 11:40

Wie ein Händler erklärt, sind die Märkte weltweit nach wie vor dabei, ihre zu Jahresbeginn eingeleitete Gegenbewegung fortzusetzen. "Seit Jahresanfang sind die Märkte dabei, ihre Dezember-Verluste abzubauen", kommentiert ein Börsianer. Trotz dieser Tendenz bleibe die Nervosität aber hoch, betonen Börsianer. Der Brexit rücke immer näher und eine Lösung sei nicht in Sicht. Auch die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China bleiben ein Dauerthema. Vor allem aber haben die Sorgen um das weltweite Wirtschaftswachstum weiter Bestand, nachdem erst am Donnerstag die schwachen US-Detailhandelsdaten viele Investoren aufgeschreckt hatten.

Der SMI gewinnt bis 11.10 Uhr 0,3 Prozent auf 9172 Punkte hinzu. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,2 Prozent auf 1415 und der breite SPI um 0,3 Prozent auf 10'734 Punkte.

Schwergewichte pushen den SMI

An der Index-Spitze stehen mittlerweile mit Nestlé und Novartis (beide +0,5%) zwei der insgesamt drei Schwergewichte. Die beiden Titel alleine tragen gut die Hälfte zum gesamten SMI-Plus bei. Am Tag nach der Zahlenvorlage äussern sich nahezu alle Analysten positiv über den Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Dabei heben sie vor allem hervor, dass der Konzern im vergangenen Jahr seine eigenen Versprechen erfüllt habe und auf einem guten Weg sei, die eigenen Ziele bis 2020 zu erfüllen. Auch beim Portfolio sehen die meisten Experten noch Raum für Verbesserungen.

Das dritte Schwergewicht, Roche (+0,2%), folgt mit einem kleinen Abstand.

Wie ein Händler betont, sind es vornehmlich die defensiven Titel, die den Markt zum Wochenschluss stützen. Denn auch bei den Versicherungsaktien wie der Swiss Re, Swiss Life und Zurich greifen Investoren zu, wie die Kursgewinne zwischen 0,5 und 0,4 Prozent zeigen.

Bankaktien erholen sich

Mit dem Markt bewegen sich mittlerweile auch die Bankentitel überwiegend nach oben und schütteln damit ihre anfängliche Schwäche ab. Julius Bär verteuern sich um 0,8 Prozent und UBS gewinnen 0,6 Prozent. Lediglich Credit Suisse knüpfen mit -0,3 Prozent an die Vortagesschwäche noch an. Bei den Bankenaktien lohne derzeit ein kurzer Blick auf die Rendite-Entwicklung bei den zehnjährigen US-Treasuries. Notierten diese unterhalb von 2,65 Prozent, wirke dies meist eher belastend auf die Finanztitel.

Noch deutlicher fällt der Abgabedruck bei den Technologiewerten Temenos (-1,6%) und AMS (-1,5%) aus. Händler verweisen auf die US-Vorgaben: Der Gewinn des US-Technologiekonzerns Nvidia hat sich im vierten Quartal halbiert. Und auch der weltgrösste Chipanlagenbauer Applied Materials sorgt mit seinem Umsatzausblick für das zweite Quartal für schlechte Stimmung.

Abschläge verzeichnen auch erneut Swatch (-0,7%) und Richemont (-0,1%). Den Luxusgüterwerten machten die Konjunktursorgen zu schaffen, sagen Händler.

Handel mit Panalpina-Aktie zwischenzeitlich ausgesetzt

Im breiten Markt ist das Hauptthema einmal mehr Panalpina. So bestätigte der Logistikkonzern Gespräche mit der kuwaitischen Agility Group über einen möglichen Schulterschluss. Gleichzeitig teilte die Interessentin DSV mit, ihr indikatives Angebot an den Panalpina-Verwaltungsrat auf 180 Franken je Aktie aufgestockt zu haben. Panalpina-Aktien sind nach einer vorübergehenden Aussetzung mit 161 Franken (+8,1%) wieder in den Handel gestartet.

(AWP)