Aktien Schweiz - SMI auf höchsten Stand seit einem Jahr

Am Schweizer Aktienmarkt sorgen Kursgewinne bei den drei Schwergewichten Nestlé, Roche und Novartis für weiter steigende Notierungen. Der SMI bleibt damit in Rekordstimmung und notiert so hoch wie zuletzt im Januar 2018.
21.02.2019 11:35

Einer der Hauptgründe für die freundliche Entwicklung sind die jüngsten Signale zu den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Hier ist es laut Medienberichten zu Bewegung gekommen und die beiden Länder arbeiten offenbar an mehreren Vereinbarungen mit denen der Handelsstreit beigelegt werden könnte. Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed wiederum hat die vorsichtige Haltung der Währungshüter von Ende Januar unterstrichen.

Der SMI gewinnt gegen 11 Uhr 0,5 Prozent hinzu auf 9360 Punkte und arbeitet sich damit von einem zum nächsten Jahreshoch vor. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,2 Prozent auf 1437 und der breite SPI um 0,5 Prozent auf 10'954 Punkte. Von den 30 Bluechips gewinnen 16 hinzu, während 13 nachgeben und Logitech unverändert sind.

Auf der Suche nach Sicherheit

Dass Investoren nach wie vor auf der Suche nach Sicherheit seien, lasse sich an der Gewinnerliste ablesen, kommentiert ein Börsianer. Denn mit Nestlé (+1,1%), Roche (+0,8%) und Novartis (+0,5%) griffen sie vor allem bei defensiven Titeln zu.

In dieses Bild passten auch die Kursgewinne der Versicherer, ergänzt der Experte. Swiss Re, Swiss Life und Zurich ziehen um 1,3 und 0,6 Prozent an. Bei dem Rückversicherer Swiss Re hätten letztlich doch die Argumente wie Dividendenrendite und Aktienrückkaufprogramm die Oberhand gewonnen. Im frühen Handel hatten die Papiere nach der Zahlenvorlage zunächst noch zu den grösseren Verlieren gehört. Laut ersten Analystenkommentaren hat der Rückversicherer 2018 nämlich teilweise schlechter als erwartet abgeschnitten.

Neben den defensiven Titel greifen Investoren aber auch bei einigen Zyklikern zu wie etwa Geberit, SGS (beide +0,9%) und Richemont (+0,8%).

Derweil führen die Aktien von UBS, Julius Bär und CS die Verliererliste an und geben zwischen 1,5 und 0,8 Prozent nach. Die UBS knüpft damit nahtlos an ihren Abwärtstrend vom Vortag an, als sie von einem Gericht in Paris zu einer Rekordbusse verdonnert worden war. Analysten äussern sich besorgt in ihren ersten Kommentaren. Ein Händler ergänzt: "Wenn das Schule macht, wird es gefährlich."

Wenig Hoffnung für GAM

Wenig zuversichtlich klingt auch sein Urteil zum Vermögensverwalter GAM (-3,6%) im breiten Markt. Hier erklärt der Börsianer, die Zukunft des Unternehmens erscheine derzeit eher ungewiss. Der Assetmanager hatte am Morgen den bereits in Aussicht gestellten Milliardenverlust bestätigt. Die Stabilisierung des Geschäfts und der weitere Aufbau des Kundenvertrauens hätten oberste Priorität, heisst es von Unternehmensseite.

Unter den Bluechips fallen zudem noch die Aktien von Vifor (-1,1%) und Sika (-0,6%) mit grösseren Abschlägen auf. Das Bauchemieunternehmen Sika wird am morgigen Freitag die Zahlen für 2018 präsentieren.

Im breiten Markt stechen am Vormittag auf der Gewinnerseite vor allem die Aktien von Asmallworld hervor. Aktuell gewinnen sie noch knapp 15 Prozent hinzu, nachdem sie zuvor um mehr als ein Fünftel gestiegen waren. Am Morgen hatte das Unternehmen mitgeteilt, das Management des Seychellen-Resorts North Island zu übernehmen.

(AWP)