Aktien Schweiz:  - SMI baut Verlust aus

Der Schweizer Aktienmarkt befindet sich am letzen Handelstag der Woche weiter im Abwärtsmodus. Handelsstreit, Türkei-Krise und ein steigender Frankenkurs lasten auf den Kursen.
10.08.2018 12:10

Der Leitindex SMI hat nach einer bereits schwachen Eröffnung das Minus nochmals ausgeweitet und liegt nun klar unter der 9100-Punkte-Marke.

Auslöser für die Abgaben ist die Verschärfung der seit Wochen schwelenden Türkei-Krise. Laut Medienberichten wachsen bei der EZB-Bankenaufsicht die Sorgen um einige europäische Banken, falls kurzfristige Verbindlichkeiten ausfallen sollten. Das bringt europäische und Schweizer Bankenwerte unter Druck. Zusätzlich werden Zykliker durch die Frankenstärke belastet. Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Spannungen mit Russland und dem Iran bleiben Thema.

Der SMI notiert am Mittag 1,0 Prozent tiefer bei 9051 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 1,1 Prozent auf 1481 Zähler und der breite SPI 1,0 Prozent auf 10'791 Punkte. Von den 30 grössten Titel schafft es einzig Lonza ins Plus.

Aryzta weiter im freien Fall

Grösster Verlierer unter den Bluechips sind Aryzta (-6,5%). Der Analyst der ZKB sieht bei den Titeln unverändert die Gefahr eines Totalverlusts für die Aktionäre. Mit einer Kapitalerhöhung, dem geplanten Picard-Verkauf und Kostensenkungen könnte aber Stabilität zurückgewonnen werden. Hilfreich sei, dass in der Backwarenindustrie nach wie vor gute Gewinnmargen erzielt werden könnten.

Für Vifor Pharma (-3,6%) hat Kepler Cheuvreux im Nachgang der Zahlen vom Mittwoch das Rating auf "Reduce" gesenkt, das Kursziel aber um 6 auf 143 Franken angehoben. Die Aussagen des Pharmaunternehmens zum Hoffnungsträger Veltassa seien enttäuschend.

Schwach zeigen sich auch die Bankenwerte Julius Bär (-1,7%), UBS (-1,6%) und CS (-1,5%). Die Krise in der Türkei weckt die Skepsis im Blick auf eine Reihe europäischer Finanzhäuser und belastet den Sektor insgesamt, heisst es im Handel. Als Türkei-exponiert werden Etwa BBVA, BNP Paribas oder Unicredit angesehen.

Euroschwäche setzt Zyklikern zu

Der schwache Euro, der zum Franken so tief wie seit Mai nicht mehr notiert, lastet auf den Kursen der Zykliker. Hier liegen die Uhrenwerte Swatch (-2,1%) und Richemont (-1,5%) im Angebot, ebenso Schindler  (-1,6), ABB, Logitech (je -1,5%) oder LafargeHolcim (-1,4%).

Adecco (-1,5%) knüpfen an das Minus des Vortages an. Im Nachgang der gestrigen Zahlen haben inzwischen vier Analysten ihre Kursziele gesenkt. Das erste Halbjahr sei zwar im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, für das dritte seien die Erwartungen allerdings etwas gesenkt worden, heisst es. Höhere Kosten und die sich abschwächenden BIP-Erwartungen werden zudem als Faktoren genannt.

Einziger Gewinner im SMI/SLI ist Lonza (+0,1%). Vergleichsweise geringe Verluste weisen Swiss Re (-0,3%) oder Sika auf (-0,6%).

Dätwyler für Zahlen abgestraft

Im breiten Markt ist Dätwyler (-4,9%) im ersten Halbjahr zwar gewachsen und der Ausblick wurde bestätigt. Das Ergebnis blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ebenfalls nach Zahlen gibt die Berner Kantonalbank (-1,2%) ab.

Bei Conzzeta (+5,7%) hat im Halbjahr insbesondere das starke Umsatzwachstum positiv überrascht. Analysten sehen nach der zuletzt schwachen Entwicklung damit viel Spielraum nach oben.

(AWP/cash)