Aktien Schweiz - SMI baut Verluste aus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstagvormittag seine Verluste weiter ausgebaut.
28.08.2018 12:05

Die positive Stimmung nach dem Abschluss eines provisorischen Handelsabkommens zwischen den USA und Mexiko, die am Vortag zu Höchstständen an der Wall Street geführt hatte, ist inzwischen wieder einer gewissen Skepsis gewichen. Mit dem Auslaufen der Berichtssaison fehlt es dem hiesigen Markt an entscheidenden Impulsen.

Das neue Handelsabkommen markiert nach Ansicht eines Marktbeobachters ein Rückschritt gegenüber dem bisherigen Nafta-Abkommen. Es sei aber immer noch besser als ein Handelskrieg, meint er. Die Frage stellt sich nun, ob - und wenn ja wie - die kanadische Seite einbezogen werde. Ein anderer Marktbeobachter warnt aber davor, aus dem Handelsabschluss positive Schlüsse für die Verhandlungen mit China zu ziehen. Diesbezüglich scheine US-Präsident Donald Trump kein grosses Interesse an einer schnellen Lösung zu haben.

Gegen Mittag steht der SMI 0,3 Prozent tiefer bei 9067 Punkten (Tageshoch bei 9106). Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,3 Prozent auf 1484 Punkte und der breite SPI 0,3 Prozent auf 10'830 Punkte. Von den 30 Titeln stehen mit 19 Aktien nun die Mehrheit im Minus.

Bâloise für enttäuschende Zahlen abgestraft

Deutliches Schlusslicht sind Bâloise mit -3,7 Prozent. Der Versicherer hat im ersten Halbjahr weniger verdient als im Vorjahr und hat mit den Resultaten die Prognosen der Analysten verfehlt. Zu Reden geben in Analystenkreisen in erster Linie die neuerlichen Nachreservierungen in Deutschland, die das Ergebnis der Bâloise stärker belastet haben, als dies erwartet worden war.

Keine Stütze sind auch die beiden Schwergewichte Roche (-0,6%) und Novartis (-0,8%), dabei profitieren letztere nicht von einer Kurszielerhöhung durch die Bank Vontobel. Roche hatte am Morgen den Abgang des Chefs der Diagnostics-Sparte angekündigt.

Die grössten Kursavancen im SMI/SLI verzeichnen mit +1,6 Prozent Richemont vor Swatch (+0,6%). Die Wettbewerbskommission verzichtet auf eine Untersuchung gegen verschiedene Uhrenhersteller wegen deren Weigerung zur Lieferung von Ersatzteilen an unabhängige Uhrenmacher.

Vetropack nach Zahlen gesucht

Im breiten Markt stechen mit Avancen von 7,1 Prozent Vetropack und Barry Callebaut mit +4,3 Prozent hervor, wobei letztere von einer Rating-Hochstufung auf "Buy" profitieren. Vetropack hat im ersten Halbjahr den Umsatz auf ein neues Rekordniveau gehoben. Die Analysten, deren Erwartungen übertroffen wurden, sehen Revisionsbedarf für ihre Prognosen nach oben.

Flughafen Zürich legen 2,1 Prozent zu. Die Gesellschaft erzielte im ersten Halbjahr dank eines starken Passagieraufkommens mehr Umsatz und erhöht nun die Prognosen für das Gesamtjahr. Auch Allreal legen nach der Vorlage ihres Zwischenberichts zu (+0,9%).

Deutliche Abgaben von 3,8 Prozent verzeichnen die Aktien des Energieunternehmens Alpiq, das gestern sein Halbjahresergebnis veröffentlicht hat.

5,2 Prozent geben Tamedia nach. Das Medienunternehmen hat zwar im ersten Semester den Umsatz halten können, was eine gute Leistung sei, kommentieren Analysten. Andererseits sei der Umsatz- und Margendruck bei den Print-Produkten weiterhin hoch und stärker als antizipiert ausgefallen.

Verluste von 2,6 Prozent respektive 3,9 Prozent verzeichnen Meyer Burger und U-blox. Für beide hat Vontobel das Kursziel gesenkt.

(AWP/cash)

 
Aktuell+/-%
SMI12'526.40-0.03%
SLI2'007.23+0.24%
SPI15'872.06-0.03%
Baloise Hldg N159.10-0.56%
Roche Hldg G364.20-0.19%
Novartis N81.39-0.86%
CieFinRichemont N141.95+5.85%
The Swatch Grp I299.00+3.28%
Barry Callebaut N2'222.00+0.45%
Flughafen Zuerich N179.30+1.01%
Allreal Hldg N202.00+0.50%
Meyer Burger N0.374-1.73%
u-blox Hldg N67.05-1.40%