Aktien Schweiz - SMI deutlich in der Gewinnzone

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag fester. Der Leitindex SMI hat sich dabei nach einem gehaltenen Start im Verlauf des Vormittags klar ins Plus vorgearbeitet.
31.10.2017 12:45

Insbesondere die Pharmaschwergewichte und Finanzwerte haben klar anzogen. Deutliche, aber unterschiedliche Bewegungen zeigen sich derweil bei Einzelwerten nach Quartalszahlen.

Die Stimmung werde derzeit von stabilen Konjunkturdaten und guten Unternehmenszahlen gestützt, heisst es im Markt. Demgegenüber seien mögliche Störfeuer, wie etwa die Katalonien-Krise, in den Hintergrund getreten. Bestätigung für die stabile Konjunktur lieferten positive Daten von der Industrieproduktion in Japan ober dem Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone. In Deutschland wird wegen eines Feiertages nicht gehandelt, so dass Impulse von dieser Seite ausbleiben. Am Nachmittag werden in den USA der Chicago PMI und Daten zum Konsumentenvertrauen veröffentlicht, was hierzulande nochmals Impulse auslösen könnte.

Der SMI gewinnt gegen Mittag 0,6% auf 9227 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI notiert 0,4% fester auf 1502 Stellen, während der breite SPI um 0,5% auf 10'583 Zähler steigt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus, 5 im Minus und 2 (Kühne+Nagel, Richemont) unverändert.

ABB nach Analystenhochstufungen gesucht

Spitzenreiter bei den Bluechips sind ABB (+2,1%, 25,77 Franken), die von Analystenbewertungen getrieben werden. Goldman Sachs hat die Einstufung auf "Buy" von "Neutral" angehoben und das Kursziel auf 31 (25) Franken gesteigert. Zudem wurden die Titel auf die "Conviction List" genommen. Der Investitionszyklus komme jetzt auch bei ABB an, heisst es zur Begründung. Auch Barclays hat das ABB-Kursziel angehoben. Klar fester zeigen sich auch Logitech (+1,6%) und Sika (+0,9%).

Die meisten Punkte zum SMI-Anstieg steuern jedoch die Pharma-Schwergewichte bei. Novartis (+0,9%) hat für seine personalisierte Zelltherapie Kymriah wie angekündigt auch in der Indikation zur Behandlung von DLBCL (B-Cell-Lymphom) den Zulassungsantrag in den USA gestellt. Roche (+0,6%) hat neue Daten zu seinem monoklonalen Antikörper Etrolizumab bei der Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen vorgestellt. Auch das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,7%) gibt dem Gesamtmarkt nach einer Kurszielanhebung durch Bernstein Auftrieb.

Mit UBS (+0,8%), Zurich (+0,9%), CS (+0,8%) und Julius Bär (+0,7%), haben auch eine Reihe von Finanztiteln bis zum Mittag deutlich zugelegt. Swiss Re (-0,3%, 93,60 Franken) werden hingegen durch eine Abstufung auf "Neutral" von "Buy" durch Goldman Sachs zurückgehalten, dies bei gesenktem Kursziel auf 95 (99) Franken.

Geberit und Dufry nach Zahlen unter Druck

Clariant (+0,5%) hat Umsatz und operativen Gewinn im dritten Quartal gesteigert und den Ausblick bestätigt. Die Zahlen liegen über den Schätzungen der Analysten, die jedoch auf die Unsicherheiten nach der gescheiterten Huntsman-Fusion verweisen. Zudem investiert der Konzern in eine neue Cellulose-Ethanol-Anlage zur Produktion des Bioethanol-Treibstoffs "Sunliquid" im kommerziellen Massstab in Rumänien.

Grösster Verlierer unter den 30 Bluechips sind Geberit (-4,4%). Der Sanitärtechnikkonzern hat den Jahresausblick leicht gesenkt, wobei die Analysten werten insbesondere die tieferen Umsatzerwartungen als belastend. Im dritten Quartal wurde eine leichte Umsatzsteigerung erreicht, das Betriebsergebnis war hingegen rückläufig.

Auch Dufry (-4,1%) sind nach Zahlen unter Druck. Beim Reisedetailhändler hat sich das Umsatzwachstum im dritten Quartal abgeschwächt. Der Nettogewinn legte zu, jedoch nicht so stark wie von den Analysten erwartet. Die Enttäuschung bei der Marge könne zu Senkungen der Schätzungen führen, heisst es bei den Analysten.

Oerlikon übertrifft die Erwartungen

Im breiten Markt hat Oerlikon (+1,6%) die Schätzungen der Analysten übertroffen und die Guidance bei Umsatz, Bestellungseingang und Marge angehoben. Ebenfalls nach Zahlen sind sowohl Feintool (+1,2%) als auch Phoenix Mecano (+1,4%) nach anfänglichen Abgaben ins Plus gedreht.

Panalpina (+2,6%, 136,50 Franken) wurden derweil von Berenberg mit "Buy" und einem Ziel von 165 Franken wieder in die Bewertung aufgenommen. Die Beteiligungsgesellschaft 5EL (+10,3%) hat eine strategische Partnerschaft im Bereich Blockchain vermeldet.

Die Aktien von DKSH (-3,5% auf 83,10 Franken) geben deutlich ab. Hier hat Kepler Cheuvreux die Bewertung auf "Reduce" von "Hold" gesenkt, das Kursziel aber auf 82 (77) Franken angehoben. Evolva (-10,5%) werden mit einem Bezugsrechteabschlag (laufende Kapitalerhöhung) gehandelt.

(AWP)