Aktien Schweiz - SMI erobert 8800er-Marke zurück

Am Schweizer Aktienmarkt gehts nach dem Auf und Ab der vergangenen Tag wieder nach oben. Der SMI hat dabei die am Vortag preisgegebene Marke von 8800 Punkten wieder zurückerobert.
18.10.2018 12:05

Eine im Gesamtbild positiv verlaufende Berichtssaison könne den Aktienmarkt offenbar stabilisieren, sagt ein Marktteilnehmer. Allerdings sollte es dafür an der politischen Front rund um den Handelsstreit, den Brexit und Italien ruhig bleiben.

Weiterhin für Diskussionsstoff sorgen auch die am Vorabend veröffentlichten Protokolle der US-Notenbank Fed, gemäss denen die US-Notenbanker über eine weitere Verschärfung der Geldpolitik diskutiert haben. Damit dürften die Erwartungen über einen weiteren Zinsschritt in den USA im Dezember neue Nahrung erhalten, heisst es am Markt. Hierzulande steht allerdings die Berichtssaison mit den Ergebnissen der Börsenschwergewichte Nestlé und Novartis im Zentrum.

Der SMI gewinnt bis Mittag 0,7 Prozent im Plus auf 8810 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI zieht um 0,3 Prozent auf 1404 Punkte an und der breite SPI steigt 0,6 Prozent auf 10'413 Zähler. Von den 30 Titeln im SMI/SLI notieren 18 im Plus und 12 im Minus.

Nestlé-Zahlen zurückhaltend bewertet

Das Quartalsergebnis des SMI-Schwergewichts Nestlé (+0,6%) wird an der Börse moderat positiv aufgenommen. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern konnte beim organischen Umsatzwachstum ans zweite Quartal anknüpfen und bestätigte entsprechend die Wachstumsvorgaben für das Gesamtjahr, er blieb insgesamt aber knapp unter den Erwartungen. Überraschend vermeldete das Unternehmen ausserdem den Abgang der Asienchefin Win Lang Martello, die zeitweise auch als mögliche CEO gehandelt wurde.

Die Aktien von Novartis (+1,8%) ziehen nach einem negativen Handelsstart mittlerweile kräftig an. Der Pharmakonzern hat das Wachstum im dritten Quartal fortgesetzt und den Ausblick für den Umsatz im Gesamtjahr erhöht. Analysten zeigen sich dennoch etwas zurückhaltend. Die Aktien des Konkurrenten Roche (+1,7%) zeigen eine klare Erholung, nachdem sie am Vortag nach ihrer Zahlenvorlage klar im Minus geschlossen.

Die stärksten Gewinne im SMI/SLI entfallen auf Temenos (+3,4%). Der Bankensoftware-Anbieter hatte am Mittwochabend einen zweistelligen Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal bekanntgegeben und den Ausblick erhöht.

Swiss Re nach Schadenschätzungen gefragt

Swiss Re (+1,4%) notieren nach einem negativen Handelsstart ebenfalls deutlich fester. Der Rückversicherer hat am Morgen Schadensschätzungen für das dritte Quartal bekanntgegeben. Diese sind deutlich höher ausgefallen, als vom Markt bisher angenommen. Mit Blick auf die nächsten Erneuerungsrunden gewinnen verschiedene Analysten den hohen Schadenserwartungen aber auch einen positiven Aspekt ab.

Die Uhrenwerte Richemont (-1,9%) und Swatch (-1,7%) werden von den neusten Uhrenexportzahlen belastet. Die Ausfuhren der Schweizer Uhrenhersteller sind im September gegenüber dem Vorjahr um knapp 7 Prozent zurückgegangen, während Analysten von einem weiteren Wachstum ausgegangen waren. Swatch werden zusätzlich von einer Kurszielsenkung durch die Analysten der Société Générale belastet.

Zu den klaren Verlieren gehören Kühne+Nagel (-4,1%). Der Logistikkonzern hat für das dritte Quartal ein weiteres Wachstum bekanntgegeben. Allerdings hat der in Schindellegi ansässige Konzern damit die Analystenerwartungen bei den Gewinnzahlen nicht erreicht, entsprechend fallen die ersten Marktkommentare etwas enttäuscht aus.

LafargeHolcim in Sippenhaft

Starke Abgaben erleiden zudem die Titel von LafargeHolcim (-2,9%). Die Aktien leiden unter einer Prognosesenkung des deutschen Konkurrenten HeidelbergCement. Noch stärkere Kursverluste entfallen auf die volatilen Titel des Chipherstellers AMS (-3,2%).

Am breiten Markt legen Inficon (+1,4%) nach Zahlenvorlage zu. Das Messtechnikunternehmen hat nach einem starken dritten Quartal den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben. Starke Avancen entfallen auf die kleinen Biotechtitel Cassiopea (+7,5%) und Kuros (+17,7%), die beide mit positiven Produktenews auf sich aufmerksam gemacht haben.

Der Autozulieferer Autoneum hat dagegen seine Erwartungen für die Gewinnmarge im laufenden Geschäftsjahr nach unten korrigiert - die Aktie bricht im Vormittaghandel um 7,7 Prozent ein.

(AWP/cash)