Aktien Schweiz - SMI hält sich mit Schwergewichten im Plus

Der Schweizer Aktien-Leitindex SMI legt bis Mittwochmittag nach positiven Vorgaben aus New York und Asien zu.
24.10.2018 12:15

Der SMI schaffte wieder den Sprung über die 8800-Punkte-Marke. Dies jedoch vor allem dank den Index-Schwergewichten Nestlé und Novartis. Von den 30 Titeln im SMI/SLI notiert die Hälfte im Plus.

Die Erholung eingeleitet haben positive Vorgaben aus New York und Asien. So hat der Dow Jones die Verluste im späten Handel eingegrenzt, die asiatischen Börsen schlossen im Plus. Die Erholung sehen die Händler jedoch vorwiegend als technische Korrektur. Am Mittwoch verleihen dem Schweizer Markt auch keine Unternehmensergebnisse Impulse. Es ist die Ruhe vor einem möglichen Sturm. Am Donnerstag legen neben einigen kleineren Firmen Grossunternehmen wie ABB, UBS, Lonza und Sika Zahlen vor. Bisher haben die vorgelegten Quartalszahlen meistens enttäuscht.

Der SMI erhöht sich bis Mittag um 0,6 Prozent auf 8821 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,3 Prozent auf 1373 Punkte und der breite SPI legt um 0,5 Prozent auf 10'363 Zähler zu.

Das Marktgeschehen wird dabei weiter von Vorsicht geprägt, wie Händler meinen. Für Unsicherheit sorgten nach wie vor die mögliche Abkühlung der Weltwirtschaft, der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der Brexit und der Streit um den italienischen Haushalt. Die Mannschaft von Ministerpräsident Conte hat nun drei Wochen Zeit, ein der EU genehmeres Zahlenwerk vorzulegen. Dass Italien einlenkt und eine signifikant niedrigere Neuverschuldung für 2019 anstrebt, erscheint jedoch unwahrscheinlich. Ein erneutes Aufflammen der Eurokrise bleibt damit möglich.

Schwergewichte stützen den Markt

Die Erholung des Gesamtmarktes ermöglicht haben vor allem die Schwergewichte Novartis (+1,1%) und Nestlé (+1,4%). Für Aufwind haben auch Roche (+0,5% und Lonza (+2,1%) gesorgt. 14 der insgesamt 30 Titel im SMI/SLI sind dagegen ins Minus gerutscht.

Wiederholt am stärksten abgerutscht sind die Papiere des österreichischen Chipherstellers AMS. Sie weisen ein weiteres Minus von 10,6 Prozent aus. Zuvor haben die US-Bank J.P. Morgan und der Broker Liberum die Aktie zurückgestuft. Das Umsatzziel für 2019 wie auch das Margenziel für 2020 seien zu optimistisch, glaubt man bei Liberum. Weitere Kürzungen seien entsprechend wahrscheinlich. Das Management scheine derzeit auch nicht in der Lage, den schwachen Ausblick auf das vierte Quartal und die Gründe für den darauf folgenden Optimismus adäquat zu erklären. Bereits am Vortag hatte das Papier nach schlecht aufgenommenen Zahlen bzw. einem getrübten Ausblick auf das vierte Quartal über einen Viertel an Wert eingebüsst.

Erneut unter Druck sind auch die Banktitel. UBS notieren 0,5%, Julius Bär 0,6% und CS 1,3% im Minus. Die Deutsche Bank hatte am Morgen durchwachsene Zahlen für das dritte Quartal präsentiert. Der seit Monaten unter Druck stehende Aktienkurs hat danach weiter nachgegeben und ist auf dem Weg zu einem neuen Rekordtief. Am Donnerstag wird die UBS Zahlen vorlegen.

Auch von ABB und Sika, die ebenfalls am Donnerstag berichten werden, erwarten die Anleger offenbar wenig erfreuliche Zahlen. ABB und Sika verlieren je 1,3 Prozent.

Volatile Luxusgüteraktien

Nachdem sie zwischnzeitlich frühe Gewinne wieder abegeben hatten, sind die Titel der Uhren- und Luxusgüterhersteller Swatch (+0,4%) und Richemont (+0,3%) wieder zurück im positiven Terrain. Im frühen Handel hatten laut Händlern die überraschend positiven Quartalszahlen des französischen Konkurrenten Kering für steigende Kurse gesorgt.

Im breiten Markt zu den grossen Verlieren gehören GAM. Der Titel hat nach einer Rückstufung durch die Credit Suisse weitere 9,1 Prozent verloren.

Noch etwas stärker geben Polyphor (-9,9%) nach. Der Pharmakonzern hat Studiendaten vorgelegt und den Abgang der Entwicklungschefin angekündigt.

Auf der anderen Seite ziehen Datacolor (+1,3%) nach Zahlen an.

(AWP/cash)