Aktien Schweiz - SMI im Plus - Grossbankaktien legen zu

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag weiter im Plus. Der Leitindex SMI steigt, getrieben von starken Avancen der Grossbanken, über die Marke von 9300 Punkten.
08.12.2017 12:50

Damit kann er die Abgaben vom Vortag wettmachen. Positive Treiber gibt es einige, allen voran die Einigung zwischen der EU und der britischen Regierung auf Kernpunkte bei den Brexit-Verhandlungen. Damit ist der Weg für Handelsgespräche frei.

Zudem wurde die Reform von Basel III, bei den Banken oft Basel IV genannt, abgeschlossen und die Regulierungen fielen ersten Kommentaren zufolge nicht so hart aus wie befürchtet. Ferner hat der US-Kongress mit einer Übergangslösung eine drohende Haushaltssperre zunächst abgewendet, was auch positiv aufgenommen werde, heisst es im Handel. Für Unterstützung sorgten auch gute Wirtschaftsdaten aus China und Japan. Im Fokus stehen der Anleger stehen nun die US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag.

Der SMI notiert am Mittag 0,4% höher bei 9308 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,7% auf 1500 Zähler und der breite SPI gewinnt 0,4% auf 10'677. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Plus, 7 im Minus und 3 unverändert.

Die Bankenwerte reagieren positiv auf die Fortschritte bei den Brexit-Verhandlungen und die Einigung bei der Reform der "Basel III"-Regeln. Einige Regulierungen fielen ersten Kommentaren zufolge nicht so hart aus wie befürchtet.

CS-Aktie auf Höhenflug

Angeführt wird das SMI/SLI-Tableau mit deutlichem Abstand von Credit Suisse (+4,6% auf 17,50 Franken). Hier hat die Deutsche Bank das Kursziel auf 21 von 19 Franken angehoben und die "Buy"-Bewertung bestätigt. Prognose und Kostensenkungen seien besser als erwartet ausgefallen, resümiert der zuständige Analyst den Investorentag. Auch die UBS (+2,4%) gewinnt stark hinzu. Für den Verwaltungsrat wurde hier der Bank-Berater Jeremy Anderson nominiert.

ABB ziehen um 1,3% und Lafarge-Holcim um 1,0% an. Die Papiere profitieren laut Händlern davon, dass sie zu möglichen Profiteuren des eine Billion Dollar schweren US-Infrastrukturpakets zählen. Wie der vergangene Nacht veröffentlichten Agenda von US-Präsident Trump entnommen werden kann, sind diesbezüglich bis Ende Januar Neuigkeiten zu erwarten.

Ebenfalls deutlich fester Lonza (+1,3%), Swiss Life und Julius Bär (je +1,0%).

Analystenbewertungen bewegen Kurse

Auch Analystenbewertungen bewegen einige Aktien. Aryzta (+0,6%) wurden laut Händlern von Mirabaud auf "Buy" hochgestuft. Hier haben die Aktionäre an der GV am Donnerstag zwar allen Anträgen des VR zugestimmt, ein hoher Nein-Anteil für einige Traktanden werden jedoch als Denkzettel für das Management und den VR gewertet. So stimmten etwa rund 45% gegen den Vergütungsbericht 2017. Richemont (+0,4%) werden etwas von einer Kurszielanhebung durch HSBC (Bewertung "Hold") etwas gestützt.

Bei Swiss Re (+0,1%) kommt es zu einem Wechsel auf dem Posten des Finanzchefs. David Cole zieht sich im kommenden Frühjahr aus dem Management zurück. Als sein Nachfolger wurde der derzeitige Strategie-Chef John Dacey nominiert.

Stütze erhält der SMI von Novartis (+0,6%), nachdem der Pharmakonzern Studiendaten zum Biosimilar Pegfilgrastim veröffentlicht hat. Das Medikament zeige das gleiche pharmakokinetische und pharmakodynamische Profil wie das Originalpräparat Neulasta von Amgen.

Demgegenüber setzt Roche (GS -1,2%) die Kursschwäche vom Vortag fort. Analysten hatten sich zurückhaltend zu den Ergebnissen zu Krebsmedikamentstudien geäussert. Das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,1%) gibt ebenfalls keinen Rückenwind. Zu den Verlierern zählen auch Dufry (-0,6%), Sika (-0,4%) oder Kühne+Nagel (-0,1%).

AMS auf steilem Erholungskurs

Am breiten Markt verbuchen AMS (+7,5%) eine deutliche Erholung nach der schwachen Entwicklung der Vortage. Auch der Bankensoftwarekonzern Temenos (+1,6%) notiert im Plus.

Für die Aktien von Burckhardt Compression (+5,1%) hat Research Partners das Rating auf "Kaufen" von "Halten" hochgestuft und auch das Kursziel erhöht. Aufgrund der Mittelfristziele habe er seine Schätzungen ab 2018/19 angehoben, schreibt der Analyst.

Der Chef des Werkzeugmaschinenherstellers Starrag (+3,6%), Walter Börsch, hat sich in einem Interview mit AWP für das zweite Halbjahr zuversichtlich gezeigt und bestätigte die Guidance.

(AWP)