Aktien Schweiz - SMI klettert auf Jahreshoch

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag nach einem wenig bewegten Verlauf im späten Geschäft noch angezogen. Dank Kursgewinnen der Nestlé-Aktien erreichte der Markt ein Jahreshoch.
12.10.2017 17:40

Der SMI notiert zum Handelsschluss um 0,4 Prozent höher auf 9297 Zählern. Bei fast 9302 Punkten markierte der Leitindex den höchsten Stand seit August 2015. Trotz diverser Unsicherheitsfaktoren zeige sich der Markt in einer stabilen Verfassung. "Scheinbar kann derzeit nichts den Markt aus dem Tritt bringen", sagt ein Händler. "Die Probleme scheinen einfach abzuperlen", sagt ein anderer Händler.

Mit den Krisen um Katalonien oder um Nordkorea gebe es genügend Gründe, die die Anleger vorsichtig stimmen sollten. "Aber das wird momentan einfach ausgeblendet", sagt ein Börsianer. Dagegen würden die tiefen Zinsen und die hohen Dividendenrenditen bei Aktien angeführt. "Es gibt schlicht keine wirklichen Anlagealternativen", sagt ein anderer Händler.

Auch die Protokolle der September-Sitzung der US-Notenbank lieferten keine richtungsweisenden Impulse: Die anhaltend niedrige Inflation bereitet der Fed Sorgen. Dennoch waren viele Dollar-Wächter der Ansicht, dass eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr wahrscheinlich gerechtfertigt sei. Die Credit Suisse geht weiter von einer Zinserhöhung der Fed im Dezember aus. Die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt werde am Markt auf rund 80 Prozent geschätzt, kommentiert die Grossbank.

Mauer Auftakt zur US-Bilanzsaison

Der Start in die US-Bilanzsaison fiel weniger gut aus als erhofft. Die Ergebnisse der US-Grossbanken Citigroup und J.P. Morgan wurden verhalten aufgenommen. Beide verbuchten dank steigender Kreditnachfrage und Kostensenkungen zwar mehr Gewinn, aber das Handelsgeschäft blieb mau. Am Freitag folgen die Zahlen von Bank of America und Wells Fargo.

Die Anteile der Schweizer Grossbanken zeigten sich von den US-Bankergebnissen unterschiedlich beeindruckt. Credit Suisse sind 0,1 Prozent höher, UBS legen 0,8 Prozent zu.

Bei den schwergewichtigen Pharmawerten schlagen sich Novartis mit plus 0,2 Prozent besser als Roche, die um 0,4 Prozent nachgeben. Novartis arbeitet nach eigenen Angaben nicht aktiv am Verkauf seiner Roche-Beteiligung von knapp einem Drittel der stimmberechtigten Roche-Inhaberaktien. Neue Informationen über die Augenheilsparte Alcon stellte Novartis-Präsident Jörg Reinhardt für den Quartalsbericht am 24. Oktober in Aussicht. "Das lässt Raum offen für Spekulationen", sagt ein Händler.

Kleines Feuerwerk bei der Nestlé-Aktie

Die Aktien von Nestlé sind um 0,8 Prozent höher. Der Lebensmittelriese investiert in ein Werk für Babynahrung in Russland und einen Wirkstoff gegen eine angeborene Stoffwechselstörung. In den USA hat die Tochter Galderma eine Zulassung für eine kosmetische Anwendung erhalten.

Bei den Aktien zyklischer Firmen setzte sich kein klarer Trend durch: ABB und Swatch sind leichter, Adecco gehalten und Clariant, Richemont und Lafarge-Holcim legen zu.

Am breiten Markt gewinnen die Aktien von Cembra Money Bank 3,5 Prozent zu. Vontobel und Credit Suisse haben das Kursziel angehoben und empfehlen den Titel der Kreditbank zum Kauf. Am Mittwoch hatte Cembra die Übernahme der Winterthurer EFL Autoleasing angekündigt.

Kudelski nach neuem Deal gesucht

Spekulative Käufe hoben die Aktien von Leonteq um 3,4 Prozent. Die Derivatboutique krempelt die Führung um. Der langjährige Chef und Gründer Jan Schoch verlässt die Bank.

Die Aktien von Kudelski klettern um 5,9 Prozent auf 13,45 Franken. Die Technologiefirma hat mit dem TV-Anbieter Roku ein Lizenz- und Technologieabkommen vereinbart - unter anderem im Bereich Bezahlfernsehen. "Das hat gereicht, dass Baisse-Positionen glattgestellt werden", sagt ein Händler. Zudem sei eine Verkaufsorder, die den Titel seit einiger Zeit belastet habe, abgeschlossen worden, sagt ein anderer Händler. Die Aktie gehöre ausserdem zu den Werten, deren Kurs eine deutlich negative Jahresbilanz aufweise.

(Reuters)