Aktien Schweiz - SMI legt zum Wochenstart den Rückwärtsgang ein

Der Schweizer Aktienmarkt verzeichnet bis Montagmittag Verluste auf breiter Front. Der Leitindex SMI knüpft mit seinem Minus an die negative Stimmung der Vorwoche an.
10.12.2018 12:10

Belastend wirken sich erneut Sorgen um die Weltwirtschaft aus. Konkret hatte Chinas Aussenhandel im November deutlich nachgelassen, wie am Samstag veröffentlichte Zahlen der Regierung in Peking zeigten. Das langsamere Wachstum des Aussenhandels bestätigte die Anleger in ihrer Skepsis, was die negativen Folgen des Handelsstreits mit den USA anbelangt.

"Nicht nur die Angst vor einer Eskalation des Handelskonfliktes, auch eine mögliche Abkühlung der Weltwirtschaft sowie das Brexit-Chaos machen ein turbulentes Ende des Börsenjahres wahrscheinlich", kommentiere ein Händler die derzeitige Situation an den Märkten. Die für Dienstag anberaumte Brexit-Abstimmung des britischen Unterhauses könnte Premierministerin Theresa May im Extremfall gar ihr Amt kosten. Festtagstimmung wolle und könne auf dem Handelsparkett in diesem Umfeld keine aufkommen, heisst es.

Der SMI verliert am Mittag 0,8 Prozent auf 8673 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI gibt derweil 1,0 Prozent auf 1329 nach und der breite SPI 0,8 Prozent auf 10'143 Zähler. Alle der Top-30-Titel ausser Credit Suisse erleiden aktuell Verluste.

Gerüchte um Chipbranche belasten AMS weiter

Grösste Verlierer im SMI/SLI-Tableau sind inzwischen Vifor (-3,7%), Sika (-3,3%), Clariant (-3,2%) und AMS (-3,1%), für die Hauck & Aufhäuser das Kursziel gesenkt haben. Hintergrund sind die Sorgen um die Perspektiven für die Zulieferer von iPhone-Hersteller Apple, die nicht abreissen. Händler verweisen als Belastung auch auf einen Medienbericht, wonach der japanische Apple-Lieferant Japan Display damit beginne, die Produktion zu kürzen. Die Aktien der Tokioter waren daraufhin am Montag um mehr als 10 Prozent eingebrochen.

Ebenfalls auf den Verkaufszetteln der Investoren stehen die Luxusgütertitel Richemont (-2,3%) und Swatch (-2,7%). Für diese ist China ein Schlüsselmarkt, sie wären von einem weiter eskalierenden Handelsstreit besonders tangiert. Im Rahmen einer Branchenstudie hat Goldman Sachs ausserdem für beide Valoren das Kursziel gesenkt.

Klar überdurchschnittlich im Minus stehen auch Logitech (-2,2%) und Givaudan (-2,0%). Für die Papiere des Aromen- und Riechstoffherstellers hat J.P. Morgan das Rating auf "Neutral" von "Overweight" reduziert.

Credit Suisse profitieren von Medienbericht

Relativ gut halten sich hingegen Credit Suisse (+0,1%). Die zweitgrösste Schweizer Bank wird diese Woche ihren mit Spannung erwarteten Investorentag durchführen. Gemäss der "SonntagsZeitung" dürfte sie dort ein Aktienrückkaufprogramm in Milliardenhöhe ankündigen.

Bei den Aktien von Dufry (-1,7%) drückt hingegen der sich abzeichnenden Vorstoss des Onlineriesen Amazon ins Geschäft für Zollfreiwaren an Flughäfen auf die Stimmung. Deckungskäufe verhindern allerdings ein noch stärkeres Abrutschen, so heisst es.

Für ABB (-0,2%) erhöhte HSBC das Rating auf "Buy" von "Hold". Das Auftragsmuster habe begonnen, sich zu verbessern, schreibt Analyst Michael Hagmann.

Etwas besser als der Gesamtmarkt halten sich schliesslich die beiden defensiven SMI-Schwergewichte Nestlé (-0,6%) und Roche (-0,3%). Das Basler Pharmaunternehmen verliert seinen Pharmachef Daniel O'Day. Er wird durch William Anderson abgelöst.

Novartis (-0,9%) verlieren hingegen etwas deutlicher. Händler berichten von Umschichtungen aus den Valoren von Novartis in jene von Roche aufgrund eines Novartis-Downgrades vom Freitag.

Meyer Burger nach Rückstufung auf Talfahrt

Im breiten Markt geht es mit Meyer Burger (-17,3% auf 0,54 Franken) massiv bergab, die sowieso schon zu den diesjährigen Börsenverlierern gehören. Die Credit Suisse sprach am Montag eine Verkaufsempfehlung für die Aktien der Solarzulieferfirma aus. Vom Milchverarbeiter Hochdorf (-2,1%) gab es zum Wochenstart eine Gewinnwarnung.

Gesucht sind dafür die Papiere des Industriekonzerns Von Roll (+5,2). Dieser stärkt seine Kapitalstruktur. So habe sich der Hauptaktionär entschlossen, die von ihm gehaltenen Wandelanleihen in einem Gesamtvolumen von nominal 163,4 Millionen Franken zu wandeln, teilte das Unternehmen mit.

Gegen den Trend ziehen auch Basilea (+2,5%) an. Das Unternehmen erhält Meilensteinzahlungen in der Höhe von 10 Millionen Franken für das Medikament Cresemba von Astellas Pharma.

(AWP/cash)