Aktien Schweiz - SMI nach Berg- und Talfahrt leicht im Plus

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag anfängliche Verluste wieder aufgeholt und praktisch auf dem Vortagsniveau geschlossen.
15.06.2017 17:50

Im späten Handel fasste sich manch ein Anleger ein Herz und griff zu, die Notierungen lösten sich von den Tagestiefs. Marktteilnehmer brachten das auch mit dem bevorstehenden grossen Verfall an der Terminbörse Eurex in Zusammenhang. Am Freitag laufen am sogenannten Hexensabbat Optionen und Futures auf Aktien und Indizes aus, was oft zu grösseren Kursausschlägen führt.

Der SMI schliesst mit 8853 Punkten geringfügig höher als am Mittwoch. Vorübergehend war der Leitindex bis auf 8778 Zähler abgerutscht.

Nach den wie erwartet ausgefallen Zinsbeschlüssen der US-Notenbank und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) fehlten kursbewegende Impulse weitgehend. Während die Fed die Leitzinsen um einen Viertelpunkt anhob und einen weiteren Schritt signalisierte, hielt die SNB am eingeschlagenen geldpolitischen Kurs fest. Die Schweizer Währungshüter halten sich die Option einer Zinssenkung weiterhin offen. "Wir können bei Bedarf, wenn das notwendig ist, auch den Zinssatz weiter senken", sagte Notenbankchef Thomas Jordan in Bern bei der turnusmässigen vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung. "Und wir haben die Möglichkeit, den anderen Pfeiler unser Geldpolitik einzusetzen, wenn das entsprechend notwendig ist: Das heisst, die Interventionen."

Swatch führt die Verliererliste an

Die Standardwerte schwächen sich mehrheitlich ab. An die Spitze der Verlierer setzen sich die Swatch-Titel mit 1,4 Prozent Minus auf 363,50 Franken. HSBC hat zwar das Kursziel für den Uhrenkonzern auf 350 von 330 Franken angehoben, die Empfehlung aber bei "Hold" gelassen.

1 Prozent und mehr verlieren auch die Aktien des Zementproduzenten Lafarge-Holcim, des des Aromen- und Riechstoffherstellers Givaudan, des Pharmazulieferers Lonza sowie der Grossbank Credit Susse und des Rückversicherers Swiss Re.

Die ABB-Aktien geben 0,5 Prozent nach. Investmentbanken haben einem Bericht der "Financial Times" zufolge in den vergangenen Wochen ausgelotet, ob ABB oder ein anderer grosser Industriekonzern Interesse an der schwedischen Hexagon haben könnte. ABB wollte sich zu dem Bericht nicht äussern.

Die Aktien der CS-Rivalin UBS liegen leicht im Plus. Die Schweizer Grossbanken haben nach Einschätzung der SNB ihre Widerstandsfähigkeit gegen mögliche Krisen verbessert. Bei den Verschuldungsquoten müssten Credit Suisse und UBS allerdings weitere Fortschritte machen, heisst es im Stabilitätsbericht der Notenbank. Auch bei den Plänen für eine mögliche Abwicklung seien Verbesserungen notwendig.

Kleines Kursfeuerwerk für Basilea

Am breiten Markt schnellen die Anteile von Basilea 6,2 Prozent hoch. Der Arzneimittelhersteller hat ein Kooperationsabkommen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer zum Vertrieb seines Antipilzmittels Cresemba in Europa abgeschlossen. Die Firma erhält 70 Millionen Franken und hat Anspruch auf weitere bis zu 427 Millionen Dollar sowie umsatzabhängige Lizenzgebühren im zweistelligen Prozentbereich.

Dem europaweit negativen Trend der Telekomwerte schliessen sich die Aktien von Swisscom und Sunrise mit 0,8 und 2,5 Prozent Abschlag an. Der erneute Ausverkauf von Technologiewerten an den US-Börsen schickte zudem Schweizer Branchenvertreter auf Talfahrt: AMS und Inficon büssen bis zu 2 Prozent an Wert ein.

(Reuters)