Aktien Schweiz - SMI nur noch knapp im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich nach den Abgaben der letzten drei Tage am Freitagmittag stabilisiert. Der Leitindex SMI hat nach einem klar positiven Start jedoch etwas an Flughöhe eingebüsst.
09.06.2017 12:50

Der unsichere Wahlausgang in Grossbritannien mit einem "Hung Parlament" hat nicht für grosse Turbulenzen gesorgt. Obwohl die Konservativen ihre Mehrheit im Unterhaus verloren haben, will Premierministerin Theresa May offenbar weitermachen.

May habe ihre Wette auf eine Stärkung ihre Positionen durch die vorgezogenen Wahlen klar verloren, lauten die Kommentare zum Ausgang des Urnengangs. Die Konservativen sind zwar stärkste Partei, für Mehrheiten ist May aber auf die Unterstützung durch die nordirische DUP angewiesen. Beobachter sehen ihre Position für die anstehenden Brexit-Verhandlungen mit der EU deutlich geschwächt. Ob damit die Chancen auf eine Brexit-Einigung steigen oder ein chaotischer Austritt ohne eine klare Regelung droht, wird auf Analystenseite heiss diskutiert. Das britische Pfund notiert derweil deutlich tiefer.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,2% höher bei 8830 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,4% auf 1400 und der breite SPI um 0,2% auf 10'076 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Plus, 5 im Minus und 2 (Bâloise, Roche) unverändert.

Clariant und Sika profitieren von Branchenstudie

Klar stärkster Bluechip sind aktuell Clariant (+2,5%). Baader Helvea hat in einer Chemie-Branchenstudie das "Buy"-Rating bestätigt. Für Sika (+1,0% auf 6335 Franken) wurde in der gleichen Studie das Kursziel auf 6325 Franken angehoben, bei bestätigter "Hold"-Bewertung. Insgesamt hat die Studie aber einen eher vorsichtigen Unterton: Das M&A-Momentum in der Branche habe den Zenit überschritten, schreibt der Analyst.

Klar nach obenaus schwingen auch die Aktien von Kühne+Nagel (+2,1% auf 159,90 Franken), die ein neues Allzeithoch erreichten. Kepler Cheuvreux hat die Aktien des Logistikers in einer positiven Branchenstudie auf "Buy" und das Kursziel auf 176 von 148 Franken angehoben. Branchennachbar Panalpina (+1,8%) wird in der Studie mit "Buy" bestätigt, die Titel werden allerdings auf die europäische Mid-Cap-Auswahlliste der Bank genommen. Um mehr als ein Prozent können auch Givaudan (+1,3%), SGS (+1,2%) und Lafarge-Holcim (+1,1%) zulegen.

Die schwergewichtigen Nestlé (+0,2%) können sich von den Vortagesverlustes nur leicht erholen. Marktteilnehmer hatten Gewinnmitnahmen nach der zuletzt guten Entwicklung als Grund für die grossen Abgaben vom Donnerstag genannt. Die inzwischen hohe Bewertung hatte zuletzt bei Bryan Garnier und Berenberg zu Herabstufungen zu neutralen Bewertungen von Kaufempfehlungen geführt.

Novartis trotz positiver Studie im Verkauf

Auch die Erholungsbewegung der Pharmawerte ist wieder gestoppt. Novartis (-0,3%) hatte am Vorabend positive Studienresultate zum Migräne-Produktkandidaten AMG 334 publiziert. Der Wirkstoff habe in einem klinischen Test Sicherheit und Effizienz gezeigt, hiess es. Roche (unv.) zeigen sich gehalten, steuern aber nach dem Einbruch der vergangenen Tage auf ein Wochenminus von mehr als 6% zu. Ein Analyst der ZKB bezeichnet die Abgaben im Nachgang der ASCO-Konferenz allerdings als Überreaktion.

Deutlich auseinander liegen die Bankaktien von CS (+0,6%) und UBS (+0,1%). Laut Medienberichten plant die CS in London den Abbau von 1500 Stellen, was sich aber im Rahmen der kommunizierten Stellenstreichungen bewegt.

Vifor (-1,2%) hat in Japan über das Joint Venture mit Fresenius die Rechte zur Entwicklung und Vermarktung des noch in der Entwicklung befindlichen Avacopan an Kissei abgegeben, was sich aber nicht positiv auf den Kurs auswirkt. Leichte Abgaben bei den Top-Werten zeigen auch Lindt&Sprüngli, Julius Bär (je -0,1%) und Swiss Re (-0,2%).

Lifewatch-Übernahme auf Kurs

Im breiten Markt ist die Übernahme von Lifewatch (-0,4%) durch BioTelemetry offenbar auf Kurs. Die US-Firma hält nach Ablauf der Angebotsfrist rund 82% am Telemedizin-Anbieter.

Auffällig sind zudem die Aufschläge bei Cicor (+6,0%), Schlatter (+5,7%) und Comet (+3,0%) sowie die Abgaben bei den zuletzt starken Von Roll (-3,2%), Bank Linth und Mobilezone (je -3,1%).

(AWP)