Aktien Schweiz - SMI reduziert Anfangsverluste - Pharmaschwergewichte drücken

Der Schweizer Aktien-Leitindex SMI hat nach dem tiefroten Handelsstart die Verluste im Verlauf des Vormittags abgebaut, die Indizes bleiben aber im Minus.
25.10.2018 12:10

Weiterhin drückt der Ausverkauf an den US-Börsen vom Vorabend und die schwache Entwicklung an den asiatischen Handelsplätzen auf die Stimmung. Die zahlreichen Quartalsabschlüsse von grossen Schweizer Unternehmen werden durchzogen aufgenommen.

Die Marktteilnehmer seien derzeit sehr verunsichert, kommentiert ein Händler. Zwischenzeitliche Gewinne würden an den Märkten nur selten gehalten und nach einem grösseren Ausverkauf kehrten die Käufer nur sehr zögerlich zurück. Offensichtlich seien auch die Erwartungen an die Unternehmensgewinne einfach zu hoch gewesen. Am Nachmittag tritt dann die EZB mit ihrem jüngsten Zinsentscheid in den Fokus.

Der SMI steht am Mittag um 0,4 Prozent im Minus auf 8690 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI notiert dagegen um 0,3 Prozent im Plus auf 1363 Punkten während der breite SPI um 0,1 Prozent auf 10'249 Zähler nachgibt.

UBS-Aktien auf den Einkaufszetteln

Gegen den negativen Börsentrend notieren die Titel der Grossbank UBS (+2,5%) nach Zahlen zum dritten Quartal nach einem holprigem Handelsstart mittlerweile klar im Plus. Die Grossbank hat mit ihrem Gewinnausweis die durchschnittlichen Erwartungen deutlich übertroffen. Treiber waren dabei allerdings vor allem die Investmentbank und tiefer als prognostizierte Kosten. Dagegen blieb das Vermögensverwaltungsgeschäft hinter den Erwartungen zurück.

Dagegen sind ABB (-2,6%) beri den grössten Verlierern unter den Bluechips, nachdem der Elektrotechnikkonzern am Morgen enttäuschende Zahlen zum Bestellungseingang und zum operativen Gewinn vorgelegt hat. Einige Analysten vermissten auch Angaben zu den Plänen von ABB bezüglich ihrer Stromnetz-Sparte. Gewisse Aktionärskreise machen seit längerem Druck auf eine Abspaltung dieser Sparte.

Belastet wird der Leitindex SMI aber primär von starken Abgaben der Pharmaschwergewichte Roche (-3,0%) und Novartis (-1,9%). Am Markt wird von hohen Verkaufsaufträgen aus den USA gesprochen - bedeutende Fondsgesellschaften hätten nun ebenfalls begonnen, ihre Positionen zu senken. Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,6%) liegt derweil im Plus.

Lonza trotz positivem Zwischenbericht im Verkauf

Ebenfalls im Minus notieren Lonza (-1,5%) trotz einigen ermutigenden Aussagen im Zwischenbericht des Pharmazulieferers zum dritten Quartal. An den Zielvorgaben zum laufenden Jahr und den Mittelfristzielen hält das Unternehmen erwartungsgemäss fest.

Zulegen können dagegen etwa die Titel des Personalvermittlers Adecco (+1,6%), bei dem der Grossaktionär Silchester die Beteiligung auf über 5 Prozent ausgebaut hat. Auch die volatilen Uhrenwerte Swatch (+2,1%) und Richemont (+1,6%) notieren deutlich im Plus. Eine starke Erholung zeigen zudem die Titel des Chipherstellers AMS (+5,8%), die in den vergangenen Tagen eingebrochen waren.

Stärkste Titel im SMI/SLI sind allerdings die Aktien des Bauchemiespezialisten Sika (+6,7%). Nachdem die Papiere in den letzten Wochen stark korrigiert hatten, hätten die wie erwartetet ausgefallene Finanzzahlen für die ersten neun Monate eine Gegenbewegung ausgelöst, heisst es. Die Analysten der ZKB haben nach den jüngsten Kursrückschlägen die Ziele hinaufgestuft.

Kurssprung bei Ceva nach Übernahmeangebot

Am breiten Markt vollführen Ceva (+32 Prozent auf 29,70 Franken) einen Kurssprung. Beim dem Logistikunternehmen will die die französische Grossaktionärin CMA CGM die Kontrolle übernehmen und bietet dafür den Aktionären 30 Franken je Anteilsschein in bar. Das Angebot ist eine Reaktion auf ein früheres Kaufangebot der dänischen DSV.

Sulzer (+2,1% auf 96,00 Franken) reagieren am Donnerstag mit einem Plus auf das Neunmonate-Update. Der Industriekonzern hat mit seinem Bestellungseingang die Erwartungen von Analysten übertroffen und die Wachstumsprognose für den Bestellungseingang im laufenden Jahr angehoben.

Positiv zeigen sich auch Huber+Suhner (+1,4%) auf 65,60 Franken nach Zahlen zum Umsatz und Auftragseingang für die ersten neun Monate. Eine Überraschung sei aber ausgeblieben, heisst es am Markt. Die Titel des Vakuumventilspezialisten VAT (+0,9%) drehen trotz schlechten Zahlen ins Plus. Bucher (+3,4%) legen nach Resultaten ebenfalls zu.

(AWP/cash)