Aktien Schweiz - SMI schafft noch ein kleines Plus

Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag wenig verändert. Kurseinbussen bei den Pharmaschwergewichten verhinderten eine festere Tendenz.
17.05.2018 17:45

Der SMI notiert zum Handelsschluss mit 8988 Punkten 0,2 Prozent höher zum Vortag. "Es fehlen Impulse, die dem Markt eine klare Richtung weisen könnten", sagt ein Börsianer. Nach wie vor dämpfen die Krisenherde Korea und Naher Osten sowie die Regierungsbildung in Italien die Stimmung.

Zudem machen sich die Marktteilnehmer zunehmend Gedanken über die Folgen der steigenden Anleihenrenditen. "Steigende Zinsen verteuern die Finanzierung der Unternehmen und ab einer bestimmten Höhe ziehen Anleger den Kauf von sicheren Staatsanleihen den Dividendenpapieren vor", sagt ein Börsianer. Zudem schüre der Renditeanstieg zusammen mit dem höheren Ölpreis die Inflationsangst. Zudem könnte der kleine Optionen-Verfallstermin an der Eurex am Freitag einzelne Kurse verzerren, heisst es.

Bei den Standardwerten stand Richemont im Fokus. Der Kurs des Luxusgüterkonzerns steigt am Tag vor der Bilanzveröffentlichung um 1,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 99,02 Franken. Analysten prognostizieren für das Geschäftsjahr 2017/18 einen Gewinnsprung von mehr als 40 Prozent. Die Aktien von Rivale Swatch legen 0,4 Prozent zu.

Pharmaaktien im Verkauf

Auf den Verkaufszetteln standen die als krisenresistent geltenden Arzneimittelhersteller: Die Anteile von Novartis sinken um 0,2 Prozent und die von Roche um 1,0 Prozent. Roche veröffentlichte gute Studienresultate zu den Krebsmedikamenten Herceptin, Alecensa und Tecentriq. "Die Nachrichten wurden erwartet und stellten daher keine Überraschung dar", sagt ein Händler. "Viele Anleger, die Roche lange die Stange gehalten haben, sind enttäuscht über die schwache Kursentwicklung und werfen die Titel auf den Markt", sagt ein Händler.

Die Aktien der forschenden Biotechfirma Idorsia sinken um 6,6 Prozent auf 20,60 Franken. J.P. Morgan stutzte das Kursziel auf 6 von 7 Franken.

Die Aktien des dritten SMI-Riesen Nestlé notieren 0,3 Prozent höher.

Die Banken holen einen Teil der Vortagesverluste auf: Die Titel der Credit Suisse rücken 0,9 Prozent vor, die von Julius Bär und UBS um 0,6 Prozent. Auch Versicherungswerte waren gefragt.

Ebenso griffen die Anleger zu den Anteilen von zyklischen Firmen wie ABB und Lafarge-Holcim.

Kurssprung für Gurit

Am breiten Markt gewinnen Gurit 4,0 Prozent an Wert. "Gurit zählt zu den Aktien, die im laufenden Jahr viel an Wert verloren haben und denen man eine Aufholjagd zutraut", sagt ein Händler.

Die Aktien von Arbonia steigen um 0,7 Prozent. Der Bauausstatter übernimmt den belgischen Heizkörperhersteller Vasco zu einem ungenannten Preis.

Die Cosmo-Titel steigen um 6,8 Prozent. Der Pharmawert war in der Vorwoche nach einem negativen FDA-Entscheid abgestürzt. Die US-Gesundheitsbehörde hatte beim Zulassungsantrag für Methylenblau MMX Mängel festgestellt.

(Reuters/cash)