Aktien Schweiz - SMI tendiert weiter zur Schwäche

Am Schweizer Aktienmarkt überwiegen bis Dienstagmittag erneut die Kursverluste. Nachdem der SMI zum Handelsstart noch eher auf der Stelle trat, hat sich im weiteren Handelsverlauf ein erneutes Minus herauskristallisiert.
09.10.2018 12:05

Wie bereits in der Vorwoche, spielen die steigenden Zinsen an den Anleihemärkten eine entscheidende Rolle derzeit. Denn mittlerweile steigen auch die Renditen am hiesigen Bondmarkt und auch in Europa gehen die Zinsen an diesem Dienstag nach oben, allen voran in Italien. Gerade mit Blick auf die USA kommen noch die steigenden Schulden hinzu, die am Markt für Nervosität sorgen. Immerhin muss die Regierung von Donald Trump die Steuersenkungen finanzieren. Wie es von Händlern heisst, steht mit Blick auf die Zinsen in dieser Woche ein Lackmustest an: Die US-Regierung wird Staatsanleihen im Gesamtwert von 230 Milliarden Dollar ausgeben. Darüber hinaus sorgen die gesenkten Wachstumsprognosen des IWF für die globale Wirtschaft für Gesprächsstoff.

Der SMI weist am Mittag ein Minus von 0,6 Prozent auf 8913 Punkte auf. Das ist gleichzeitig das bisherige Tagestief. Der 30 Aktien umfassende SLI verliert 0,6 Prozent auf 1431 Punkte und der breite SPI 0,5 Prozent auf 10'537 Punkte.

Wie bereits zum Wochenstart wird die Verliererliste nach schwachen Vorgaben aus Übersee erneut von Technologiewerten angeführt. So sind Temenos, Logitech und AMS mit Abgaben von 3,5 bis 1,6 Prozent unter den stärksten Verlierern. Bereits am Montag hatten schwache Notierungen in den USA und Asien auf die Stimmung für die Branche gedrückt.

Vifor weiter auf Talfahrt

Neben diesen dreien fällt auch mit Vifor Pharma ein Titel, der schon am Montag zu den schwächsten Werten zählt. Die Aktien verlieren aktuell 2,9 Prozent auf 146,25 Franken. Am Montag waren sie um mehr als 5 Prozent geschwächt aus dem Handel gegangen. Vor einer Woche hatten sie noch bei knapp 170 Franken notiert.

Anhaltend schwach sind auch Sonova-Aktien, die weitere 0,7 Prozent einbüssen. Der Einstieg des Unterhaltungselektronikherstellers Bose auf den US-Hörgerätemarkt hatte Investoren bereits am Montag verschreckt und sowohl Sonova als auch die dänische Konkurrenz auf Talfahrt geschickt.

Bei Givaudan (-1,7%) machen Marktteilnehmer dagegen Gewinnmitnahmen nach den starken Umsatzzahlen für das schwächere Abschneiden verantwortlich. Analysten sind derweil mit der Entwicklung beim Aromen- und Riechstoffkonzern durchweg zufrieden und loben das Wachstumstempo der Genfer.

Schwergewichte belasten den Gesamtmarkt

Als Belastungsfaktoren für den Gesamtmarkt erweisen sich die drei Schwergewichte Roche (-1,0%), Novartis (-0,6%) und Nestlé (-0,4%).

Die Aussicht auf steigende Zinsen liefert Vericherungswerten etwas Unterstützung. So geht es für Swiss Life, Swiss Re und Zurich 0,2 bis 0,4 Prozent nach oben.

Im breiten Markt setzt sich diese Bild fort. Dort stehen mit GAM, Helvetia und der Hypothekarbank Lenzburg ebenfalls Finanzwerte an der Spitze. Sie bewegen sich damit im Einklang mit der europäischen Konkurrenz. Dort gewinnen sowohl der Auswahlindex für Banken als auch Versicherungen überdurchschnittlich hinzu.

Kühne + Nagel legen die nach einer Hochstufung durch die kanadische RBC um 1,2 Prozent zu.

(AWP/cash)

 
Aktuell+/-%
SMI10'522.22-1.28%
SLI1'699.79-1.58%
SPI13'134.38-1.32%
TEMENOS N122.75-2.58%
Logitech Intl N97.02-1.54%
ams I21.38-1.61%
Vifor Pharma N113.10-0.70%
Sonova Hldg N232.80-1.90%
Givaudan N3'427.00-1.66%
Roche Hldg G297.95+0.30%
Novartis N78.19-1.08%
Nestle N95.00-1.25%
Swiss Life Hldg N452.30-1.84%
Swiss Re N85.44-1.91%
Zurich Insur Gr N371.50-2.00%
GAM Hldg N2.400-2.68%
Helvetia Hldg N99.70-1.58%
Hyp Bk Lenzburg N4'300.00+0.47%
Kuehne+Nagel Int N215.70+0.09%