Aktien Schweiz - SMI tritt auf der Stelle - warten auf Jackson Hole

Der Schweizer Aktienmarkt tritt am Freitag angesichts des immer noch schwelenden Handelsstreits zwischen den USA und China sowie deutlicher Zurückhaltung unter den Anlegern auf der Stelle.
24.08.2018 12:05

Bei den jüngsten Verhandlungen zwischen den beiden Nationen wurde erneut kein Durchbruch erzielt, was aber von Experten auch nicht erwartet wurde.

"Anleger warten ab - auf weitere Entwicklungen im Handelsstreit, ein mögliches Amtsenthebungsverfahren für Donald Trump und heute auf Jackson Hole", sagt ein Händler. Am Nachmittag hält auf der internationalen Notenbankkonferenz im US-amerikanischen Jackson Hole Fed-Chef Jerome Powell seine Rede. Diese sollte Hinweise auf die künftige Zinsentwicklung in den USA geben.

Gegen Mittag steht der SMI bei 9054 Punkten nur marginal im Plus. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt 0,1 Prozent auf 1479 Punkte und der breite SPI steigt 0,1 Prozent auf 10'807 Punkte.

Grossbankaktien gefragt

Weit vorne im Tableau finden sich die Grossbanken UBS (+1,0%) und CS (+0,9%). Händler verweisen auf wieder angeheizte Gerüchte um eine möglichen Fusion der italienischen Grossbank Unicredit und der französischen Société Générale. Auch die Rede von Fed-Chef Powell mit Andeutungen über weitere Zinserhöhungen spiele den Banken in die Hände.

ABB legen um 0,4 Prozent zu, nachdem die Titel bereits am Vortag von Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Sparte Powergrids profitiert hatten.

Derweil zeigen sich die Schwergewichte Nestlé, Roche (je -0,3%) und Novartis (-0,4%) im unteren Bereich. Kühne+Nagel können mit -0,7 Prozent nicht von einem Joint Venture in China profitieren. Auch Swisscom (-0,7%) zählen zu den Verlierern. Händler verweisen auf Kurszielsenkungen durch die Credit Suisse sowie Merrill Lynch vom Vortag.

Kurstaucher für U-blox

Teils heftige Kursbewegungen gibt es in der zweiten Reihe. U-blox brechen um fast 19 Prozent ein, nachdem der Halbleiterhersteller im ersten Halbjahr ein Opfer des Handelsstreits zwischen den USA und China wurde. Das Unternehmen musste den Ausblick senken, Analysten erwarten entsprechende Kürzungen der Konsensschätzungen.

Auf wenig Gegenliebe stossen auch die Ergebnisse von Bachem, die Titel verlieren 3,9 Prozent. Das Biochemie-Unternehmen hat sowohl mit dem Umsatz als auch dem Gewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese setzen nun aber wie das Unternehmen voll auf das zweite Halbjahr. Mit deutlichem Gegenwind kämpft auch Meier Tobler, zudem verlassen der Finanz- und der Vertriebschef das Unternehmen. Für die Aktien geht es um 2,6 Prozent nach unten.

Positiv kommen indes die Ergebnisse von Adval Tech (+7,1%) an. Der Autozulieferer profitierte von der robusten Autokonjunktur. Auch Mobilezone verdanken ihr Kursplus von 5,8 Prozent starken Halbjahreszahlen. Zudem erwartet der CEO für 2018 einen Rekordgewinn.

Dätwyler schliesst mit einem Zukauf in Brasilien laut Analysten eine wichtige geographische Lücke, was den Titeln (+0,1%) wohl aufgrund der geringen Grösse des Zukaufs allerdings nicht wirklich hilft. Derweil kündigte die St. Galler Kantonalbank am Vorabend eine Kapitalerhöhung an, wobei der Kanton als Mehrheitsaktionär nicht teilnimmt, aber dennoch die Mehrheit knapp behält. Die Papiere gewinnen 1,4 Prozent. Vontobel zeigt sich etwas überrascht, sieht die Bank damit aber bei möglichen Verschärfungen der Kapitalanforderungen noch besser gerüstet.

(AWP/cash)

 
Aktuell+/-%
SMI10'187.00-0.41%
SLI1'553.69-0.08%
SPI12'724.65-0.27%
UBS Group N10.300+1.73%
CS Group N9.244+1.90%
ABB N23.45-0.59%
Nestle N109.34-0.33%
Roche Hldg G315.15-1.58%
Novartis N79.91-0.73%
Kuehne+Nagel Int N179.30-1.10%
Swisscom N488.60-0.73%
u-blox Hldg N51.15+2.92%
BACHEM HLDG N -B-391.50+2.35%
Meier Tobl Grp N9.900+0.41%
Adval Tech Hldg N140.00-1.41%
mobilezone hldg N9.130+0.77%
Daetwyler Hldg I205.00+0.49%
St.Galler KB N395.50+1.41%