Aktien Schweiz - SMI verteidigt die 9000er Marke knapp

Nach dem Höhenflug des Vortages ist der Schweizer Börse am Donnerstag die Luft ausgegangen.
13.07.2017 17:40

Die Zuversicht der Anleger nach den Äusserungen von US-Notenbankchefin Janet Yellen am Mittwoch wich erneuter Skepsis über die weltweite Geldpolitik. Tenor unter den Anlegern: Die Fed wolle bei den Zinserhöhungen zwar behutsam vorgehen, doch ein strikterer Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) sei nicht vom Tisch. Diskussionsstoff lieferte diesbezüglich ein Bericht des "Wall Street Journal", demzufolge die EZB wahrscheinlich auf ihrer Zinssitzung am 7. September signalisieren wolle, dass das Anleihenkaufprogramm nächstes Jahr graduell zurückgeschraubt werden soll.

Der Leitindex SMI ermässigt sich um 0,1 Prozent auf 9004 Punkte und kann damit die psychologisch wichtige 9000-Punkte-Marke knapp verteidigen, die er am Vortag geknackt hatte.

Anfangs hatte die Rede Yellens die Investoren noch positiv gestimmt und für leichte Kursgewinne gesorgt. An den europäischen Börsen hatten die Ausführungen am Mittwoch für ein Kursfeuerwerk gesorgt. Die Fed erwarte, dass die Konjunktur behutsame Anhebungen erlauben werde, hatte die Fed-Chefin am Mittwoch in Washington vor Abgeordneten gesagt. Am Nachmittag spricht sie vor einem Ausschuss des US-Senats.

Gesuchte Finanzaktien

An der Schweizer Börse überwiegen die Kursgewinner. Gefragt waren vor allem Banken und Versicherungen. Die Aktien der Credit Suisse und der UBS steigen um 0,9 und 0,4 Prozent. Die Titel der Partners Group wurden um 2,2 Prozent höher gehandelt. Die Private-Equity-Gesellschaft sammelte im ersten Halbjahr erneut mehr Neugeld ein als vom Markt erwartet und hob die Prognose für das Gesamtjahr an. "Langsam wirds unheimlich", kommentiert ZKB-Analyst Michel Kunz. Solange die Nachfrage dermassen brumme, bleibe das Rating "Übergewichten".

Bei den Versicherungen gewinnen Swiss Life und Zurich 0,4 und 0,3 Prozent an Wert. Swiss Re hinkt mit einem nur gehaltenen Kurs etwas hinterher.

Auf den Verkaufszetteln stand Lonza. Die Aktien des Pharmazulieferers verlieren 1,3 Prozent. Die stärkste Bremse allerdings ist Novartis. Die Anteile des Index-Schwergewichts geben trotz guter Nachrichten 1 Prozent nach. Eine neuartige Immuntherapie des Basler Pharmakonzerns ist der Zulassung im weltgrössten Pharmamarkt USA einen wichtigen Schritt näher gekommen. Ein Expertenausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA sprach sich einstimmig dafür aus, den Wirkstoff CTL019 zur Behandlung von akuter lymphatischer Leukämie bei Kindern und Jugendlichen zuzulassen. Auch die Titel von Rivalin Roche liegen leicht im Minus. Europaweit gehörten Gesundheitswerte zu den Kursverlierern.

Gefragt waren Aktien einzelner konjunkturzyklischer Firmen, etwa die des Personaldienstleisters Adecco und des Uhrenkonzerns Swatch. Zahlreiche Industriewerte rutschten im Handelsverlauf allerdings unter die Vortageskurse.

Temenos nach Kurszielerhöhung gefragt

Am breiten Markt gewinnen die Titel der Bankensoftware-Firma Temenos 0,7 Prozent auf 90 Franken. Der Broker Kepler Cheuvreux erhöhte das Kursziel auf 95 von 83 Franken.

Die Anteile des Duty-free-Shop-Betreibers Dufry schnellen 2,6 Prozent hoch. Um Dufry ranken sich immer wieder Übernahmespekulationen. Im Mai ist Richemont bei dem Unternehmen eingestiegen. Und die chinesische Beteiligungsgesellschaft HNA hält eine Beteiligung von gut einem Fünftel.

Die DKSH-Aktien fallen um 3,5 Prozent. Die Logistikfirma hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr um knapp 2 Prozent auf 93,3 Millionen Franken gesteigert, die Analystenerwartungen damit aber verfehlt. Die Konsumzurückhaltung in Thailand und die wirtschaftliche Stagnation in Hongkong bremsten, heisst es bei der ZKB.

(Reuters)