Aktien Schweiz - SMI wegen Gewinnmitnahmen im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag im roten Bereich. Der Leitindex SMI rutscht dabei knapp unter die Marke von 9400 Punkten.
27.02.2019 11:30

"Nach fünf Handelstagen in Folge mit anziehenden Kursen kommt eine leichte Korrektur nicht überraschend", meint ein Händler. Es würden Gewinne mitgenommen. Er erinnert daran, dass sich die Indizes auf sehr hohem Niveau befinden. Der breite SPI hatte am Vortag im Handelsverlauf sogar ein Allzeithoch markiert.

Für Händler wäre es eine Überraschung, wenn der Markt am Nachmittag noch in den positiven Bereich vorstossen würde. Dazu seien zu viele Indizes weltweit auf Talfahrt. Und auch in den USA deute derzeit wenig auf einen positiven Handelsstart hin. Für etwas Nervosität sorgt ausserdem der Konflikt zwischen Indien und Pakistan. Im Tagesverlauf könnte dann das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un die Märkte bewegen. Und zu guter Letzt tritt auch noch Fed-Chef Jerome Powell vor US-Parlamentariern auf.

Der SMI verliert knapp nach 11 Uhr 0,7 Prozent auf 9396 Punkte. Der 30 Aktien umfassende SLI büsst 0,7 Prozent auf 1450 und der breite SPI 0,7 Prozent auf 10'966 Stellen ein. Von den 30 Bluechips geben 27 nach.

Kühne+Nagel nach Zahlen auf Talfahrt

Die mit Abstand deutlichsten Einbussen bei den Bluechips erleiden Kühne+Nagel (-4,7%), wobei der Titel die Verluste seit Handelsbeginn etwas eingedämmt hat. Das Ausmass der Wachstumsverlangsamung im Schlussquartal 2018 habe einige Investoren erschreckt, heisst es in ersten Kommentaren. Die Aussagen des CFO, wonach sich das Marktwachstum 2019 erneut abschwächen dürfte, sorgten auch nicht für eine Beruhigung. Wenig Gefallen finden die Investoren auch an der Margenentwicklung.

Dahinter geben Geberit mit -1,8 Prozent am stärksten nach. Die Analysten von Berenberg haben ihre Verkaufsempfehlung bestätigt und das Kursziel massiv gesenkt. Begründet wurde dies mit Marktanteilsverlusten des Sanitärkonzerns.

Auch Nestlé (-1,4%) haben sich bei den grössten Verlierern eingereiht. Händler verweisen auf die neusten Entwicklungen bei Beiersdorf, wo das Konsumgütergeschäft mit viel Geld angekurbelt werden soll. Analysten sehen dies als Beleg für einen grösseren Umbruch in der ganzen Branche.

Mehr als 1 Prozent geben ausserdem noch ABB (-1,4%), Lonza (-1,1%) und Clariant (-1,0%) nach.

US-Kaufempfehlung für Swiss-Re-Aktie

Leicht besser als der Gesamtmarkt halten sich die Swiss-Re-Papiere (-0,5%). Diese werden von einer positiven Einschätzung durch Goldman Sachs positiv beeinflusst. Die Analysten der US-Bank halten die Valoren derzeit für die einzige kaufenswerten Rückversicherungsaktien.

Die beiden Pharmaschwergewichte von Novartis (-0,1%) und Roche (-0,5%) halten sich ebenfalls besser als der Gesamtmarkt. Zum Teil werden Bezüge zum Konkurrenten Bayer gemacht, der mit seinen Geschäftszahlen die Investoren überzeugen konnte.

Die drei einzigen Gewinner im SMI/SLI sind aktuell AMS (+0,6%), Swisscom (+0,2%) und Sonova (+0,1%). Bei der Swisscom berichten Händler, dass manche Investoren von Sunrise (-0,5%) switchen würden. Sunrise führt - wie am Morgen bekannt wurde - nach wie vor Gespräche über eine Übernahme von UPC Schweiz und bezeichnet diese nun als "fortgeschritten". Dieser Deal wird als risikoreich gesehen.

Im breiten Markt liegt eine Zahlenflut vor. Besonders schlecht kommen die Resultate von Bobst (-7,2%) und Kudelski (-1,9%) sowie die neue Dividendenpolitik von APG (-3,6%) an. Hingegen zeigen die Kurse bei Zehnder (+2,3%) nach Zahlen nach oben. Eher emotionslos werden die Resultate von Georg Fischer (-0,2%) entgegengenommen.

Bei Santhera (-12%) kommt es zu (ersten) Gewinnmitnahmen nach dem massiven Anstieg der beiden Vortage.

(AWP)

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