Aktien Schweiz - SMI weiter im Vorwärtsgang

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Freitag nach dreitägiger Talfahrt auf Erholungskurs eingeschwenkt.
07.12.2018 12:40

Nach einer bereits klar freundlichen Eröffnung stieg der SMI zeitweise über die 8800-Punkte-Marke, womit er die Verluste der zu Ende gehenden Börsenwoche jedoch bei weitem nicht wett machen kann. Die Erholung sei denn auch nicht fundamental, sondern eine technische Gegenreaktion, heisst es aus dem Handel.

"Die Nervosität auf dem Börsenparkett bleibt hoch, während die Chancen auf eine Weihnachtsrally allmählich schwinden", schreibt ein Marktanalyst. Er verweist dabei vor allem auf die Festnahme der Huawei-Finanzchefin, welche die Hoffnung auf eine anhaltende Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China zunichtemachte. Für einen leichte Aufhellung der Stimmung sorgen dagegen IWF-Chefin Christine Lagarde und US-Notenbank Fed-Chef Jerome Powell mit positiven Aussagen zur US-Konjunktur. Am Freitagnachmittag liefern die USA dazu handfeste Daten: Unter anderem werden die Arbeitsmarktdaten für den Monat November publiziert.

Der SMI steht kurz nach dem Mittag 1,4 Prozent höher bei 8781 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI zieht um 1,5 Prozent auf 1350 Punkte an und der breite SPI um 1,4 Prozent auf 10'273 Punkte. Bei den Bluechips notieren nur zwei Titel im Minus.

Schindler nach Hochstufung gefragt

Zu den Titel mit den deutlichsten Aufwärtstrend gehören Sonova (+2,8%), Schindler (+2,5%) und Vifor Pharma (+2,4%). Schindler profitiert von einer Hochstufung durch Barclays. Der Aufzugs- und Rolltreppenbauer sei zwar nicht immun gegen die diversen Gegenwinde in der Branche, so die Analysten der Bank. Allerdings sei er in der günstigen Lage, gerade das Produktportfolio zu erneuern und auch von sinkenden Kosten einer höheren Standardisierung zu profitieren.

Mit Schindler sind auch andere zyklische Titel wie Sika (+2,3%), Adecco (+1,6%) und Geberit (+1,3%) im Aufwind.

Auf Erholungskurs sind zudem die Titel der Grossbanken. So notieren UBS und Credit Suisse mit 1,3 und 2,1 Prozent im Plus. Julius Bär, der dritte Bank-Bluechip dagegen notiert im Minus (-0,1%). Bereits am Vortag war am Markt auf verschiedene wenig vorteilhafte Medienberichte hingewiesen worden.

Auch die defensiven SMI-Schwergewichte Nestlé (+2,3%) und Roche (+1,7%) halten mit dem Markttrend mit. Der Pharmakonzern Roche hat in den USA die Zulassung für eine Kombinationstherapie bei Lungenkrebs erhalten. Das dritte Schwergewicht Novartis (+0,1%) bleibt dagegen zurück.

Meyer Burger wieder mal aufwärts

Am breiten Markt fallen die Titel von Meyer Burger positiv auf. Sie legen um 3,6 Prozent zu, nachdem der grösste Einzelaktionär vom Hersteller von Produktionsanlagen für die Solarzellenindustrie einen grundlegenden Strategiewechsel fordert. Am Vortag waren sie noch um fast 11 Prozent eingebrochen.

Ebenfalls deutlich im Plus notieren Asmallworld (+3,7%). Am Morgen gab das Unternehmen den Start der bewilligten Kapitalerhöhung und eine Anhebung der Prognosen bekannt. So soll der Konzernumsatz im laufenden Jahr neu zwischen 7,8 und 8,2 Millionen Franken betragen. Mit der Erfüllung der neuen Prognose würde Asmallworld das Fünf-Jahree-Ziel von 30 Prozent Wachstum pro Jahr deutlich übertreffen.

Mit 1,9 Prozent im Plus stehen Georg Fischer nach einer Rating-Erhöhung. Die Bank Julius Bär änderte ihre Empfehlung auf "Buy" von "Hold". Die Strategie des Industriekonzerns, seine Aktivitäten defensiver und ausbalancierter aufzustellen, zahle sich aus, schreibt die Analystin der Bank zur Begründung.

(AWP/cash)