Aktien Schweiz - Spanien und US-Daten machen Schweizer Anleger vorsichtig

Die Katalonien-Krise veranlasst die Anleger der Schweizer Börse auch am Donnerstag zur Vorsicht. Zudem begünstigte die am Freitag bevorstehende Veröffentlichung der amtlichen US-Arbeitsmarktdaten die Zurückhaltung.
05.10.2017 12:55

Grundsätzlich sei die Stimmung aber gut, sagen Händler. "Wenn sich die Wolken über der iberischen Halbinsel verzogen haben, dürfte einem Angriff auf das Rekordhoch nichts mehr im Weg stehen", sagt ein Händler. Der SMI verliert 0,3 Prozent auf 9257 Zähler. Am Vortag hatte der Leitindex nach einem vorübergehenden Anstieg auf ein Jahreshoch unverändert geschlossen.

Bisher hätten die Investoren insgesamt erstaunlich gelassen auf die Entwicklung in Spanien reagiert, heisst es im Markt. Im Streit über die Unabhängigkeitbestrebungen Kataloniens bleiben die Fronten verhärtet. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont erneuerte seine Forderung nach einer Vermittlung in dem Konflikt, stiess damit aber bei der Zentralregierung in Madrid auf Ablehnung.

Am Nachmittag könnten US-Konjunkturdaten für frischen Wind an den Märkten sorgen. Veröffentlicht werden unter anderen die Auftragszahlen für die Industrie und die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen. Zudem treten führende Vertreter der US-Notenbank öffentlich auf.

Im Fokus der Anleger ist Cosmo. Die Aktien steigen um 2,7 Prozent, nachdem die der Pharmafirma bekanntgegeben hatte, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag für Methylen Blau MMX angenommen hat. Die Behörde hat bis zum 21. Mai 2018 Zeit für eine umfassende Prüfung des Diagnostikums zur Erkennung von Dickdarmkrebs.

Pharmaschwergewichte belasten den SMI

Die Pharmawerte Novartis und Roche büssen dagegen 0,8 und 0,6 Prozent ein. Ein Grossteil des SMI-Rückgangs ist den zwei Indexschwergewichten geschuldet. Der dritte SMI-Riese Nestlé verliert 0,1 Prozent an Wert.

Der Aktien des Pharmazulieferers Lonza beendet den jüngsten Höhenflug und ermässigt sich um 0,6 Prozent.

Uneinheitlich zeigen sich die Finanzwerte. Die Aktien der Grossbank Credit Suisse verlieren 0,6 Prozent, während die der UBS 0,1 Prozent anziehen. Die Titel des Vermögensverwalters Julius Bär rücken 0,3 Prozent vor. Die Versicherungswerte zeigen sich stabil oder leicht tiefer.

Uneinheitlich sind auch zyklische Anteile. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB und des Chemikalienherstellers Clariant rücken 0,1 Prozent vor. Der Zementproduzent Lafarge-Holcim und der Personalvermittler Adecco verlieren leicht an Wert.

Sika nach Rückstufung im Verkauf

Sika führt die Verlierer unter den Standardwerten mit einem Kursabschlag von 0,9 Prozent an. Die Analysten der UBS haben die Empfehlung für die Bauchemiefirma auf "Neutral" von "Buy" gesenkt.

Am breiten Markt profitieren die Aryzta-Aktien von Wetten der Investoren darauf, dass der Aktienkurs des Backwarenherstellers den Tiefpunkt hinter sich gelassen hat und steigen um 2 Prozent.

Beim Bau- und Hotelkonzern Orascom streichen die Anleger nach dem jüngst kräftigen Kursanstieg Gewinne ein. Der Kurs sinkt um 4 Prozent.

(Reuters)