Aktien Schweiz - Treten an Ort: Börsen warten auf wichtige Ereignisse

Der Schweizer Aktienmarkt tritt am Donnerstag auf der Stelle. Die Anleger halten sich mit Blick auf das Trio Donald Trump, Theresa May und Mario Draghi zurück, heisst es im Handel.
08.06.2017 12:40

Vor den möglicherweise marktbewegenden Ereignissen scheuten die Anleger wie schon zur Wochenmitte eine klare Positionierung, heisst es. Den Anfang macht demnächst EZB-Chef Draghi und die Frage, ob die Währungshüter heute erste vorsichtige Signale in Richtung Ende der ultralockeren Geldpolitik aussenden werden.

Die Anhörung des jüngst entlassenen FBI-Chefs James Comey in der Russland-Affäre könnten derweil ein Stolpern Trumps auslösen. Die innenpolitisch stark unter Druck stehende britische Premierministerin May will sich heute schliesslich ein starkes Mandat für die bevorstehenden Brexit-Verhandlungen sichern. Mit einem Ergebnis wird allerdings erst in der Nacht zum Freitag gerechnet.

Der SMI notiert am Mittag bei 8879 Punkten praktisch unverändert. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,1% auf 1403 und der breite SPI steht bei 10'128 Zählern ebenfalls auf Vortagesniveau. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 11 im Minus, 16 im Plus und 3 unverändert.

Gute Konjunkturdaten schieben Adecco an

Deutlich höher notieren Adecco mit einem Aufschlag von 1,3%. Der Personaldienstleister profitiert laut Marktbeobachtern von neuen Konjunkturdaten: Die Wirtschaft der Euro-Zone hat überraschend stark an Fahrt gewonnen. Auch andere Zykliker wie Aryzta (+0,4%), Lafarge-Holcim (+0,6%) oder ABB (+0,7%) legen bis zum Mittag zu.

Roche notieren 0,4% fester und erholen sich damit nur wenig von den jüngsten Rückschlägen. Im Nachgang enttäuschender Studiendaten zu einer Kombinationstherapie der Brustkrebsmedikamente Perjeta und Herceptin hatten die "Bons" innert zweier Tage um mehr als 6% eingebüsst.

Novartis (+0,2%) profitieren derweil kaum von positiven Studiendaten zu seinem Produktkandidaten CTL019 in der Behandlung von Blutkrebs. Der Pharmakonzern bezeichnet die Ergebnisse in dieser frühen Analyse als "beeindruckend". Bei CTL handelt es sich um eine sogenannte Car-T-Zellentherapie.

Nestlé als Bremsklotz

Nach oben geht es auch mit verschiedenen Finanzwerten wie Julius Bär (+0,8%), Partners Group (+0,6%) oder Swiss Life (+0,6%). Am anderen Ende des Spektrums stehen Swatch (-1,1%), Lindt&Sprüngli (-1,0%) und vor allem die schwergewichtigen Nestlé (-0,5%), die den SMI erheblich zurückbinden.

Die Credit Suisse (-0,2%) hat ihre zweite milliardenschwere Kapitalerhöhung in nur eineinhalb Jahren unter Dach und Fach gebracht. 99,2% der Bezugsrechte seien ausgeübt worden, teilte die Grossbank am Vorabend mit. Die restlichen Aktien verkauft die Credit Suisse voraussichtlich über die Börse. UBS notieren mit minus 0,2% ebenfalls etwas leichter.

Ein positives Votum gab es von Goldman Sachs für die Aktien der Zurich Insurance Group (+0,3%). Nach einer hauseigenen Branchenkonferenz werden die Titel auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 335 Franken belassen. Für Swiss Re (-0,5%) hat Goldman Sachs nach der gleichen Veranstaltung das Rating auf "Buy" und das Kursziel bei 99 Franken belassen.

Im breiten Markt steht der Batterienhersteller Leclanché (+8,0%) im Fokus. Dieser verschiebt die ordentliche Generalversammlung auf ein noch unbestimmtes Datum im Juli. Als wichtigsten Grund nannte das Unternehmen das prall gefüllte Auftragsbuch, das eine Wachstumsfinanzierung bzw. eine Kapitalerhöhung erfordere.

Bald neues Mitglied an der Schweizer Börse

Der Versicherer Helvetia (+0,2%) hält derweil am Berichtstag einen Investorentag ab. Dieser hat vor allem die Vertiefung bereits bekannter Themen zum Inhalt, begründen Beobachter die verhaltene Kursreaktion.

Die Schweizer Börse erhält Zuwachs: Die Versandapotheke Zur Rose will sich noch in diesem Jahr einem breiten Publikum öffnen. Beim Börsengang an der SIX Swiss Exchange wird eine Mittelaufnahme von mindestens 200 Millionen Franken durch eine Kapitalerhöhung angestrebt.

Bereits im April an die Börse gegangen war der Apothekenbetreiber Galenica, dessen Aktien sich um 0,6% verteuern.

Die Aktien von GAM (+2,6%) profitieren von positiven Äusserungen des für Baader-Helvea tätigen Analysten. Auf Statistiken abgestützt, bezeichnet er den Mai als weiteren starken Monat für die wichtigsten Fonds des Vermögensverwalters. Der Turnaround scheine endlich zu greifen, so lässt der Experte seine Kundschaft wissen.

(AWP)