Aktien Schweiz - Treten an Ort an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich Mittwochmittag nach wie vor wenig verändert. Der Leitindex SMI bewegte sich am Vormittag ohne klare Richtung in einer engen Bandbreite von 30 Punkten.
25.10.2017 12:45

Händler sprechen von einem "langweiligen Börsentag". Es fehlten europaweit die Impulse für klare Bewegungen, meinen sie. Solche seien im Tagesverlauf auch kaum mehr zu erwarten. Eine Belastung für den Gesamtmarkt ist die unterdurchschnittliche Performance der Schwergewichte.

Viele Investoren hätten vor dem morgigen EZB-Zinsentscheid eine abwartende Haltung eingenommen, heisst es weiter. Dass das Volumen des Anleihenkaufprogramm verringert wird, gilt unter Experten als ausgemachte Sache. Naturgemäss ist diese Prognose jedoch mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Leicht positiv ist die Entwicklung am Devisenmarkt, wo der Euro am Vormittag mit fast 1,17 Franken auf den höchsten Stand seit Aufhebung der Untergrenze stieg. Das ist für die Schweizer Exportfirmen eine gute Nachricht.

Der SMI steht kurz vor Mittag praktisch unverändert auf 9'193,19 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI gewinnt derweil 0,2% auf 1495 und der breite SPI steigt minimal auf 10'5522 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus, 8 im Minus und 1 unverändert.

Belastende Schwergewichte

Eine Belastung für den Gesamtmarkt sind die drei Schwergewichte Nestlé (-0,7%), Roche (-0,2%) und Novartis (-0,1%). Schon in den letzten Tagen hätten diese den Schweizer Markt im Vergleich zu anderen Handelsplätzen relativ stark zurückgebunden, meinen Analysten.

So war Novartis am Vortag mit Einbussen von 3% hauptverantwortlich für das moderate Minus des Gesamtmarktes. Belastend wirkt sich nun eine Rating-Senkung von Barclays auf "Underweight" aus. Die Analysten des Instituts zeigen sich enttäuscht von den Nachrichten vom Vortag - etwa, dass der Alcon-Entscheid vertagt wurde.

Abgesehen von den "drei Grossen" erleiden noch Aryzta (-0,6%), Vifor Pharma (-0,3%) und Lafarge-Holcim (-0,2%) Verluste.

Auf der anderen Seite legen Logitech (+1,4%), die am Vortag nach der Zahlenvorlage markant einbüssten, am stärksten zu. Analysten hatten sich damals über diese Verluste gewundert, weil die Zahlen eigentlich besser ausfielen als erwartet. Dass es nun zu einer Gegenbewegung kommt, ist somit keine grosse Überraschung.

Gefragte Finanztitel

Dahinter folgen Richemont (+1,0%) und Julius Bär (+0,9%). Auch weitere Finanztitel wie CS (+0,7%), Partners Group (+0,7%), UBS (+0,5%) und Zurich (+0,4%) finden sich bei den Gewinnern wieder. Das gilt auch für Swiss Re (+0,9%). Die Papiere profitieren von einer Rating-Erhöhung durch Barclays auf "Overweight". Nach hohen Schadenkosten im dritten Quartal halte er die Branche für gut gewappnet, um die Gewinne wieder auf das Niveau von vor der Hurrikan-Saison zu hieven, schreibt der zuständige Analyst.

Die klaren Anfangsverluste abgeschüttelt haben Adecco (unv.). Händler verweisen auf die verbesserten Konjunkturaussichten in Deutschland. Die Stimmung in den deutschen Unternehmen ist im Oktober auf ein Rekordhoch gestiegen.

Am breiten Markt ist etwas mehr los. So hat etwa Vontobel (+3,4%) Zahlen vorgelegt. "Der Bericht zum dritten Quartal liest sich gut", kommentiert die Zürcher Kantonalbank den Abschluss. Die Angaben von Vontobel seien allerdings wenig aussagekräftig und schwierig zu interpretieren, meint ein Berufskollege. Positiv kommen ausserdem die Zahlen der Glarner Kantonalbank (+1,1%) an, während der Zwischenabschluss von HBM (-0,4%) keine Begeisterung auslöst.

Gewinnmitnahmen in AMS

Das Augenmerk der Investoren richtet sich ausserdem nochmals auf AMS (-1,8%), nachdem die Papiere des österreichischen Chipherstellers am Vortag um fast 22% in die Höhe geschnellt waren. Hier kommt es nun offensichtlich zu bescheidenen Gewinnmitnahmen.

Grössere Verluste verzeichnen ausserdem Schmolz+Bickenbach (-2,1%), nachdem die Credit Suisse die Aktien des Stahlherstellers auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt hat - mit Verweis auf Fragezeichen bezüglich der Kostenentwicklung im kommenden Jahr.

Klar im Plus sind hingegen ein weiteres Mal Meyer Burger (+2,9%), die schon bislang im Jahresverlauf Gewinne von über 150% verzeichneten.

(AWP)