Aktien Schweiz - US-Jobdaten geben Schweizer Börse Auftrieb

Die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag der Schweizer Börse leicht Auftrieb verliehen.
03.11.2017 17:45

Die Daten zeigten, dass die weltgrösste Volkswirtschaft in einer guten Verfassung sei, sagen Händler. Der Leitindex SMI schliesst um 0,5 Prozent höher auf 9322 Punkten und schafft damit - nach zwei schwächeren - eine Woche mit einem Gewinn von 1,5 Prozent.

In den USA wurden im Oktober 261'000 neue Jobs geschaffen. Erwartet waren allerdings 310'000. "Der US-Arbeitsmarkt zeigt sich in einer äusserst guten Verfassung und die US-Wirtschaft ist nach der Finanzmarktkrise wieder auf Erholungskurs", sagt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Die scheidende US-Notenbankchefin Janet Yellen werde als Abschiedsgeschenk noch eine Zinserhöhung im Dezember verteilen. Ihr Nachfolger Jerome Powell dürfte sich mehr um eine Feinjustierung kümmern. "Grund für weitere deutliche Zinserhöhungen gibt es bislang nicht."

Die Ernennung von Powell zum neuen Fed-Chef habe keinen nennenswerten Einfluss auf das Geschehen gehabt, sagen Händler. Dies sei erwartet worden. "Er verspricht Kontinuität, hat er doch in den letzten fünf Jahren in geldpolitischen Fragen stets so votiert wie die abtretende Fed-Chefin Janet Yellen oder ihr Vorgänger Ben Bernanke. Unter ihm sind also keine geldpolitischen Experimente zu erwarten", erklären die Experten der Zürcher Kantonalbank.

Schwergewichte als Marktstützen

Als Marktstützen erweisen sich die Schwergewichte Novartis, Nestlé sowie Richemont mit einem Plus von rund 1 Prozent. Der Pharmakonzern Novartis prüft Insidern zufolge Optionen für sein Dermatologie-Geschäft. Dabei sei auch ein Verkauf eine Möglichkeit, sagen zwei mit der Sache vertraute Personen. Dieser könne der Firma bis zu 1,5 Milliarden Franken in die Kasse spülen.

Nestlé verstärkt in den USA sein Kaffeegeschäft mit der Übernahme der auf kalt gebrauten Kaffee spezialisierten Firma Chameleon Cold-Brew. Zudem konnte L'Oreal den Umsatz im dritten Quartal dank der starken Nachfrage von chinesischen Konsumenten stärker als erwartet steigern. Der Nahrungsmittelriese hält etwas über 23 Prozent am Kosmetikkonzern.

Die Aktien von Richemont profitieren laut Händlern von Käufern, die auf ein gutes Ergebnis des Luxusgüterherstellers hofften. Der Konzern aus Genf legt kommende Woche seinen Halbjahresbericht vor.

Spekulationen um Clariant

Die Aktien von Clariant steigen um 2,3 Prozent. Der Finanzinvestor CVC soll laut Händlern erwägen, zusammen mit einem Partner den Chemiekonzern oder Teile davon zu übernehmen und aufzuspalten. Clariant hatte kürzlich die Fusion mit dem US-Konkurrenten Huntsman auf Druck des Grossaktionärs White Tale abgeblasen.

Gewinnmitnahmen belasten die Aktien von Credit Suisse um 1,2 Prozent. Die Grossbank hat am Vortag einen Quartalsbericht veröffentlicht, der bei Anlegern gut angekommen war. Die Aktie stieg darauf um als 4 Prozent.

Die Anteile der Rivalin UBS schwächen sich um 0,6 Prozent ab. Unter Gewinnmitnahmen leiden auch die Aktien von Valiant, die nach dem Zwischenbericht am Donnerstag rege gesucht wurden.

Die Anteile der Versicherer büssen meist ebenfalls Terrain ein. Swiss Re fallen um 0,5 Prozent. Der Rückversicherer hat gemäss Angaben vom Donnerstag in den ersten neun Monaten wegen hoher Schadenzahlungen für die verheerende Hurrikanserie in den USA und der Karibik einen Verlust von 468 Millionen Dollar verbucht.

Sulzer nach Aktienplatzierung im Fokus

Am breiten Markt stehen Sulzer im Mittelpunkt. Die Titel des Maschinenbauers sacken um 3,4 Prozent auf 122,50 Franken ab. UBS platzierte am Donnerstagabend rund eine Million Sulzer-Aktien bei institutionellen Investoren. Der Preis lag laut Händlern bei 123 Franken je Stück und damit unter dem Schlusskurs von 126,80 Franken von Donnerstag. Zuletzt hielt der russische Oligarch Viktor Vekselberg über Renova 63,42 Prozent an Sulzer.

(Reuters)