Aktien Schweiz - US-Jobdaten treiben Schweizer Börse auf Jahreshoch

Die Schweizer Börse hat am Freitag im späteren Handel in die Gewinnzone gedreht. Auslöser waren unerwartet starke Daten vom US-Arbeitsmarkt.
04.08.2017 17:40

Nach deren Veröffentlichung hätten die Anleger ihre Zurückhaltung abgelegt und zugegriffen, sagen Händler. Der SMI, der über weite Strecken im negativen Bereich notiert hatte, legt bis Börsenschluss 0,4 Prozent zu und markierte bei 9187 Zählern ein neues Jahreshoch. Im Wochenvergleich hat der Leitindex damit 1,8 Prozent gewonnen.

Im Juli wurden in den USA nach amtlichen Angaben 209'000 mehr neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen. Analysten hatten mit 183'000 gerechnet. Die unabhängig erhobene Arbeitslosenquote sank wie erwartet auf 4,3 von 4,4 Prozent im Vormonat. Die Zahlen seien stark. Damit blieben die Chancen für eine Zinserhöhung im Dezember gewahrt, heisst es am Markt.

"Damit erhalten wir zusätzliche Schützenhilfe vom Dollar", sagt ein Händler. Nun tendiere der Franken nicht mehr nur zum Euro schwächer, sondern büsse auch zum Dollar an Wert ein. Dies verbessere die Absatzchancen der Produkte der exportorientierten Schweizer Wirtschaft noch zusätzlich.

Swiss Re für Halbjahreszahlen abgestraft

Gegen den allgemein freundlichen Trend standen die Aktien von Swiss Re unter Druck und sacken um 3,1 Prozent ab. Hohe Schadenkosten nach Naturkatastrophen wie dem Tropensturm "Debbie" haben den Halbjahresgewinn des Rückversicherers um gut ein Drittel gedrückt. Zudem kämpft die Nummer zwei der Branche weiterhin mit Preisdruck vor allem in der Naturkatastrophenversicherung, auch wenn dieser nachgelassen habe. "Wir gehen davon aus, dass sich das Marktumfeld weiterhin anspruchsvoll gestalten wird", erklärte Swiss-Re-Chef Christian Mumenthaler. Der Abschluss könne die Erwartungen nicht ganz erfüllen, sagt ZKB-Analyst Georg Marti.

Die Aktien anderer Versicherer erholten sich. Swiss Life und Bâloise drehten gar in die Gewinnzone.

Die Anteile der Grossbanken legen kräftig zu. Credit Suisse steigen um 2,1 Prozent und führen das SMI-Gewinnertableau, UBS legen um 0,7 Prozent zu. Gefragt waren EFG mit plus 4,6 Prozent. Der Vermögensverwalter sei eine der am günstigsten bewerteten Aktien der Branche, sagt ein Händler.

Im Rahmen des Markts entwickelten sich die als wenig konjunktursensitiv geltenden Index-Schwergewichte. Die Pharmatitel Novartis und Roche steigen um 0,3 und 0,5 Prozent, die Anteile des Lebensmittelkonzerns Nestlé gar um 0,8 Prozent.

Bucher weiter im Höhenflug

Die Aktien zyklischer Firmen bauten im Verlauf die Gewinne aus. Die Titel des Personalvermittlers Adecco legen 0,7 Prozent zu und die Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont gewinnen 0,7 und 1,2 Prozent. Der Zementproduzent Lafarge-Holcim steht nach anfänglichen Einbussen mit 1 Prozent im Plus. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB geben dagegen leicht nach. 

Am breiten Markt setzen die Titel von Bucher ihren Höhenflug fort und steigen um weitere 5 Prozent. Der Landmaschinen- und Kommunalfahrzeugbauer hatte am Vortag ein besser als erwartetes Halbjahresresultat veröffentlicht. Baader Helvea, Kepler Cheuvreux, Vontobel und UBS hoben ihr Kursziel an.

Die Aktien von Interroll steigen um 4,2 Prozent. Die Lagerlogistik-Firma erzielte im ersten Halbjahr Rekordwerte bei Umsatz und Auftragseingang.

Autoneum machen einen Teil der jüngsten Gewinnmitnahmen wett, die sie nach der Bilanzvorlage verbucht hatten, und steigen um 3,8 Prozent.

(Reuters)