Aktien Schweiz - Verluste an der Schweizer Börse im Vorfeld des G20-Gipfels

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Freitagmittag etwas tiefer und damit zeitweise auch wieder unter der Marke von 9000 Punkten. Dabei hat der SMI zuletzt einen Teil seiner frühen Verluste wieder aufgeholt.
30.11.2018 12:55

Im Vorfeld des am heutigen Freitag beginnenden G20-Gipfels in Argentinien ist eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Ausserdem gilt es die markanten Gewinne des Vortages und enttäuschende Konjunkturzahlen aus der chinesischen Industrie zu verdauen.

Die Märkte stünden ganz im Bann des G20-Gipfels, heisst es in Marktkreisen. Dabei interessieren sich die Investoren vor allem für Neuigkeiten zu allfälligen Fortschritten in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Eine Begegnung zwischen US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist anberaumt. Ob Trump allerdings wirklich einen Deal anstrebt, bleibt nach seinen letzten Tweets unklar. Ein Börsianer jedenfalls bezeichnete das Treffen als "Showdown". Eher für pessimistische Vorahnungen sorgt der Umstand, dass bei dem Treffen der für seine harte Haltung gegenüber China bekannte Berater von Trump, Peter Navarro, dabei sein soll.

Der SMI steht um 12.50 Uhr 0,2 Prozent tiefer bei 9000 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI fällt um 0,5 Prozent auf 1389 Punkte zurück und der breite SPI um 0,3 Prozent auf 10'513 Punkte. Bei den Bluechips stehen die Verlierer zu den Gewinnern etwa im Verhältnis von 3:1.

AMS wieder im freien Fall

Bei den im laufenden Jahr bös zerzausten AMS (-6,2%) ist der Stabilisierungsversuch der vergangen Tage nach dem schönen Plus von über 5 Prozent vom Vortag wieder Geschichte. Diese Gewinne werden sofort realisiert. Von den weiteren am Vortag ebenfalls gesuchten Techwerten büssen auch Logitech (-0,9%) einen Teil der Gewinne wieder ein, wogegen sich Temenos (-0,3%) etwas besser halten.

Grössere Einbussen erleiden noch Clariant (-2,8%), Dufry oder LafargeHolcim (je -1,9%). Weitere konjunktursensitive Werte wie Richemont (-1,8%) und Swatch (-1,7%) werden ebenfalls gemieden.

Ähnlich ergeht es den Banken: CS, Julius Bär (je -2,0%) und UBS (-1,4%) liegen mit ihren Abgaben eng beisammen. Von den Versicherungen verlieren Swiss Re und Zurich 0,6 und 0,4 Prozent, während die am Vortag im Rahmen eines wohlwollend kommentierten Investorentags starken Swiss Life 0,2 Prozent nochmals höher gestellt werden. Für letztere hat die Bank Vontobel als Reaktion auf die Informationen des Vortags das Kursziel etwas erhöht und die Empfehlung "Buy" bestätigt.

Stützende Schwergewichte

Angesichts der weiterhin vorhandenen Nervosität sorgen hierzulande einmal mehr die defensiven Schwergewichte für einen Ausgleich. Novartis (+0,6%), Roche und Nestlé (je +0,2%)  reissen den Gesamtmarkt zwar nicht nach oben, sichern ihn aber gegen grössere Verluste nach unten ab.

Auf der Gewinnerseite fallen einzig Lonza (+0,8%) leicht auf.

Im breiten Markt verzeichnen Molecular Partners ein Minus von 1,6 Prozent, dies nach die Credit Suisse die Abdeckung mit "Neutral" wieder aufgenommen hat.

Auch DKSH (-2,1%) entziehen sich dem Abwärtstrend nicht. Die Meldung eines neuen Auftrags des deutschen Keks-Fabrikanten Bahlsen für den Vertrieb in Malaysia stützt den Titel kaum.

(AWP/cash)