Aktien Schweiz - Verschnaufpause an der Schweizer Börse zur Wochenmitte

Der Schweizer Aktienmarkt gönnt sich am Mittwoch eine kleine Verschnaufpause und tendiert etwas leichter.
04.10.2017 12:55

Der SMI hat vier Handelstage in Folge mit zum Teil deutlichen Kursgewinnen und neuen Jahreshöchstständen hinter sich. Am Morgen wurde der Rekord erneut kurz um einen Punkt überboten, seither schwankt der Schweizer Leitindex in einem engen Handelsband von 20 Punkten um den Schluss vom Dienstag. Das mittlerweile erreichte Niveau habe die Gefahr von Gewinnmitnahmen erhöht, heisst es im Handel.

Gleichzeitig mangelt es am Berichtstag an Impulsen. Positive Daten zur Unternehmensstimmung in der Euro-Zone bewegten kaum. Am Nachmittag folgen noch die entsprechenden Einkaufsmanager-Indizes aus den USA. Und frischen Schwung könnten auch die ADP-Arbeitsmarktdaten bringen, die einen Vorgeschmack auf den viel beachteten monatlichen Arbeitsmarktbericht der US-Regierung am Freitag geben dürften.

Der SMI verliert gegen Mittag Uhr 0,2% auf 9267 Punkte. Der 30 Aktien umfassende und noch stärker gekappte SLI notiert 0,3% tiefer bei 1485 Punkten und der breite SPI büsst 0,1% auf 10'582 ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Minus, 12 im Plus und 3 unverändert.

Finanzwerte unter Druck

Ein Grossteil der Verlierer unter den Bluechips sind Finanzwerte. So sind Swiss Life (-1,4%), Zurich (-1,3) und Swiss Re (-1,2%) deutlich belastet, aber auch die Bankenwerte UBS (-1,3%) und Julius Bär (-1,0%) tendieren klar tiefer. Credit Suisse (-0,3% auf 15,43 Franken) schneiden hingegen etwas besser ab, nachdem Société Générale das Kursziel um 2 auf 18,50 Franken angehoben und die Kaufempfehlung für die Grossbankentitel bestätigt hat. Nachdem CS bereits im September gut liefen, tendierten sie im frühen Handel zunächst fester und erreichten ein neues Jahreshoch bei 15,61 Franken.

Für Kühne+Nagel (-0,7% auf 179,40 Franken) zog derweil J.P. Morgan das Kursziel nach oben nach (160 Franken), bestätigte aber das Rating "Underweight". Der zuständige Analyst hält die Bewertung der Aktie derzeit für mehr als ausgereizt: Die hohe Bewertung reflektiere die Ambitionen des Logistikers bei den Erträgen, widerspiegle aber nicht die potenziellen M&A-Risiken. Gleichzeitig bestätigt Bernstein die Einstufung "Market Perform" bei neu höherem Kursziel von 181 Franken.

Die grössten Gewinner unter den SMI/SLI-Titeln sind dagegen Vifor Pharma (+1,7%), die ihren seit Ende August starken Lauf damit weiter fortsetzen. Auch Lonza (+0,9%) verbuchen Gewinne, nachdem der Kauf einer Fabrik vom britischen Arzneimittelhersteller Shire in den USA gemeldet wurde. Analysten sprechen von einem guten Schritt, da die bestehenden klinischen Anlagen sehr hoch ausgelastet seien.

Weiter klar zulegen können ausserdem Sonova (+0,8%), nachdem sie bereits am Vortag über 3% zugelegt haben - im Zuge einer Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank.

Zu den Gewinnern gehören zudem noch die schwergewichtigen Nestlé (+0,4%), die massgeblich daran beteiligt sind, dass der SMI nicht weiter zurückfällt. Für Novartis (+0,1%) und Roche (-0,2%), wo die Bewegungen moderater ausfallen, hob die Deutsche Bank jeweils das Kursziel leicht an, bestätigte aber für beide Pharma-Schwergewichte die Empfehlung "Hold".

KTM nach Kaufempfehlung gesucht

Am breiten Markt stechen KTM Industries (+12%) mit einem satten Kursplus heraus, nachdem die Bank Vontobel das Rating für die österreichische Fahrzeuggruppe auf "Buy" von "Hold" angehoben hat. Der zuständige Analyst macht einen klaren Sinneswandel in der Unternehmensleitung aus, mit einem nun stärkeren Fokus auf der Cash-Generierung.

Cosmo (+3,4%) tendieren fester. Im Technologieunternehmen Olympus America wurde ein Vermarktungspartner für das Mittel Eleview gefunden. Auch mit EFG International (+1,8%) geht es nach oben: Hier kommt es zu einem Führungswechsel. Bei der Bank ersetzt Giorgio Pradelli ab 2018 CEO Joachim Straehle, der nach der Integration der in den 1MBD-Skandal verwickelten Tessiner Bank BSI nun zurücktritt.

Ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen Landis+Gyr (+1,7%), nachdem der Grossaktionär Dan Och den Abbau seiner Beteiligung unter die meldepflichtige Schwelle von 3% gemeldet hat. Damit dürfte mit dem jüngsten Abgabedruck nun fertig sein, heisst es im Handel.

Auf der Verliererseite stehen dagegen Dormakaba (-2,6%), nachdem Mainfirst das Rating aus Bewertungsgründen auf "Neutral" von zuvor "Outperform" zurücknimmt. Die Wachstumsaussichten werden jedoch als "unverändert gut" erachtet.

(AWP)