Aktien Schweiz - Vorsichtige Investoren an der Schweizer Börse

Am Schweizer Aktienmarkt überwiegt zum Wochenstart die Vorsicht.
24.06.2019 11:30

Nachdem der Leitindex SMI zunächst noch fester in den Handel gestartet war, gab er im weiteren Handelsverlauf wieder ab und pendelt seither in einer engen Spanne um seinen Schlusskurs von Freitag. Schon die Vorgaben hatten unter dem Strich für einen eher verhaltenen Wochenauftakt gesprochen.

Denn an sich hat sich an der grundsätzlichen Gemengelage nicht viel geändert: Die Spannungen zwischen den USA und Iran haben weiter Bestand. Sie wirken sich vor allem auf die Ölpreise aus, die zuletzt klar gestiegen sind. Zudem bleiben die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China ein wichtiger Einflussfaktor. Wenn das G20-Treffen Ende der Woche beginnt, sind auch Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Xi Jinping geplant. Schon im Vorfeld haben die beiden Volkswirtschaften die Verhandlungen wieder aufgenommen. Als Stimmungsdämpfer nennen Händler auch die jüngsten Nachrichten aus Deutschland. Nachdem zunächst der Autohersteller Daimler seine dritte Gewinnwarnung in diesem Jahr ausgesprochen hatte, haben sich auch die Aussichten für die deutsche Wirtschaft weiter verschlechtert. Das IFO-Geschäftsklima fiel auf den tiefsten Stand seit November 2014.

Der SMI weist gegen 11 Uhr ein Plus von 0,3 Prozent auf 9953 Punkte auf. Von seinem Rekordhoch bei 10'062 Punkten in der vergangenen Woche ist er damit noch einige Punkte entfernt. Der 30 Aktien umfassende SLI steigt um 0,3 Prozent auf 1521 Punkte und der breite SPI um 0,4 Prozent auf 12'032 Zähler. Bei den 30 wichtigsten Aktien stehen 20 Gewinnern 8 Verlierer gegenüber. Roche und Swatch sind unverändert.

Partners Group nach Kaufempfehlung gesucht

Die Gewinnerliste wird von den Aktien der Partners Group (+1,3%) angeführt. Hier verweisen Händler auf eine Studie der Bank of America Merrill Lynch, in der die Titel neu zum Kauf empfohlen werden sollen. Die Aktien hatten bereits am Freitag zu den grössten Gewinnern in der Finanzbranche gehört.

Ebenfalls aus der Finanzbranche folgen noch die Titel von Julius Bär (+0,5%), die ebenfalls von einem Analystenkommentar profitieren. Hier hatte die Royal Bank of Canada Rating und Kursziel erhöht. Auch die Privatbank hatte sich schon am Freitag etwas besser als die Branche geschlagen.

Insgesamt entwickeln sich die Finanzwerte zum Wochenstart aber eher uneinheitlich. Denn während Partners Group, Julius Bär und Swiss Life (+0,7%) hinzugewinnen, fallen die Aktien von UBS, CS und Zurich um 0,4 bis 0,1 Prozent zurück. Am Freitag hatten die beiden Grossbanken bereits zu den Verlierern gezählt. Erst nach US-Handelsschluss war bekannt geworden, dass die US-Töchter der beiden Grossbanken den ersten Teil des US-Belastungsstresstests grosser Geldinstitute bestanden haben.

Schwergewichte stützen den Markt

Unterstützung bekommt der Gesamtmarkt vor allem von den beiden Schwergewichten Nestlé (+0,8%) und Novartis (+0,5%). Roche (unverändert) treten dagegen auf der Stelle.

Darüber hinaus greifen Investoren auch bei Zyklikern wie Temenos, Kühne+Nagel und SGS zu, die zwischen 1,3 und 0,8 Prozent steigen. SGS trennt sich in den USA von der Petroleum Service Corporation (PSC). Von Aurora Capital Partners hat der Konzern dafür 335 Millionen Dollar erhalten. In Analystenkreisen wird der Verkauf begrüsst.

Kurskapriolen sind derweil bei AMS zu beobachten: Nachdem die Papiere des Halbleiterunternehmens im frühen Handel noch die Gewinnerliste mit Kursgewinnen von mehr als 2 Prozent angeführt hatte, sind sie mit -1,9 Prozent nun das Schlusslicht.

Autozulieferer unter Druck

Die Gewinnwarnung von Daimler macht sich hierzulande im breiten Markt bemerkbar. Zulieferer wie Autoneum (-1,1%) und Feintool (-0,9%) geben nach.

Dagegen ziehen Santhera (+3,4%) zuletzt klar an. Der Wirkstoff Idebenon des Pharmaunternehmens bleibt in einem Vorzugsprogramm der britische Arzneimittelbehörde MHRA.

(AWP)

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