Aktien Schweiz - Weiter zurückhaltende Anleger an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Dienstag zur Mittagszeit leicht tiefer.
15.08.2017 12:45

Der SMI hatte die Sitzung zunächst etwas fester eröffnet, fiel aber im Verlauf des Vormittags zwischenzeitlich gar wieder auf unter 9000 Punkte zurück. In den vergangenen Tagen sei im Nordkorea-Konflikt zwar von beiden Parteien - den USA und Nordkorea selbst - kein weiteres Öl ins Feuer gegossen worden, kommentiert ein Marktbeobachter. Aber: "Nordkorea ist und bleibt unberechenbar, und die Sorgen über eine weitere Eskalation könnten jederzeit wieder zurückkehren."

Ohnehin sei nach der Erholung vom Vortag die Frage, ob es neben technischen Käufern inmitten der weiterhin schwelenden politischen Krise neue langfristige Käufer gibt, die ebenfalls auf den Zug aufspringen, so ein Analyst. Andere europäische Börsenplätze verbuchen anders als der hiesige Markt am Dienstag noch leichte Gewinne. Auch ist der Franken zum Euro etwas erstarkt, der Euro hält sich aber noch über 1,14 Franken. Am Nachmittag stehen in den USA mehrere wichtige Konjunkturdaten an, die noch grössere Impulse liefern könnten.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,1% tiefer bei 9019 Punkten. Der 30 Aktien umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert ebenfalls 0,1% auf 1437 und der breite SPI 0,1% auf 10'262 Stellen. Von den 30 SMI/SLI-Titel notieren 15 im Minus, 9 im Plus sowie 6 unverändert.

Schindler holen anfängliche Verluste wieder etwas auf

Schindler PS (-0,2%) gehören nach dem Bericht zum zweiten Quartal vom Morgen zu den Verlierern, haben die anfänglich stärkeren Einbussen aber mittlerweile etwas eingedämmt. Händler erklären sich die Verluste in erster Linie mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Valoren Anfang vergangener Woche bei 216,00 Franken intraday ein neues Allzeithoch markiert haben. Denn im Zwischenbericht hielten sich die positiven und negativen Fakten die Waage, heisst es.

Die mit Abstand grössten Einbussen erleiden Dufry (-2,0%). Neben der allgemeinen negativen Börsenstimmung wird am Markt auf schwindende Übernahmefantasien durch HNA verwiesen. Die im Mai angekündigte Transaktion von 9 Millionen Dufry-Aktien von Temasek und GIC zum chinesischen Konzern ist gemäss einer Beteiligungsmeldung über die Bühne gegangen. Nach dem Vollzug hält HNA nun rund 20% am Reisedetailhändler.

Die Details zur finanziellen Strukturierung des Deals liessen jedoch darauf schliessen, dass eine vollständige Übernahme von Dufry durch HNA kurz- und mittelfristig kein Thema sei, heisst es bei Vontobel. Am Markt war darüber zuvor spekuliert worden. Im Handel heisst es zudem, dass HNA zur Refinanzierung des Paketerwerbs eine Vereinbarung mit J.P. Morgan abgeschlossen hat, wonach die Investmentbank zur Absicherung der Transaktion Namenaktien mit einem Kursabschlag bei Anlegern platziere.

Finanztitel heute bei den Verlierern

Weitere Verlierer sind unter anderem Finanztitel wie Julius Bär (-0,7%) oder Swiss Re (-0,7%). Für die Titel des Rückversicherers senkte NordLB das Rating auf "Verkaufen" nach zuvor "Halten". Das Marktumfeld dürfte herausfordernd bleiben und das niedrige Zinsumfeld sowie der anhaltende Prämiendruck belasteten, heisst es. Die Dividendenrendite sei zwar weiter attraktiv, es gebe aber wenig Kurspotenzial.

Auch die Luxusgütertitel Richemont (-0,8%) und Swatch (-0,7%) sind klare Verlierer.

Etwas Unterstützung für den SMI liefern hingegen die schwergewichtigen Novartis (+0,2%), während besonders Nestlé (-0,4%) den Index belasten. Für Roche, die aktuell unverändert tendieren, senkte Berenberg derweil zwar das Kursziel, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Der Pharmakonzern habe mit seinen zuletzt vorgelegten Halbjahreszahlen gezeigt, dass er solide weiter wachsen könne, heisst es.

Lonza nach Hochstufung gefragt

Grössere Gewinne verbuchen hingegen Lonza (+0,9% auf 226,80 Franken). Hier erhöhte J.P. Morgan das Kursziel auf 265 von 230 Franken und bestätigte die Einstufung "Overweight".

Am breiten Markt liessen sich zudem noch mehrere Unternehmen in die Bücher schauen: Tornos (+3,3%) und Orascom (+2,1%) legen nach dem jeweiligen Halbjahresrapport zu, während mit Phoenix Mecano (-1,4%) nicht alle Analysten zufrieden sind.

(AWP)