Aktien Schweiz - Yellen-Rede schickt Schweizer Börse auf Verliererstrasse

Die Schweizer Börse hat sich am Freitag bis zum Auftritt von US-Notenbankchefin Janet Yellen auf der Notenbanken-Konferenz in Jackson Hole kaum bewegt. Danach kamen die Kurse ins Rutschen.
25.08.2017 17:40

Yellen äusserte sich nicht wie erhofft über die US-Geldpolitik sondern vor allem zum Thema Regulierung von Banken und Finanzstabilität. Der SMI notiert zum Börsenschluss 0,4 Prozent tiefer bei 8906 Punkten. Zur Vorwoche hat der Leitindex um knapp 0,4 Prozent zugelegt.

Da Yellen nichts zur Geldpolitik gesagt habe, sei wohl auch nicht mit einer baldigen Zinserhöhung zu rechnen, sagen Händler. Vor der Yellen-Rede hatten sich mit Robert Kaplan von der Zweigstelle der Fed in Dallas und Loretta Mester, der Fed-Chefin der Region Cleveland, zwei Fed-Vertreter für weitere Zinsschritte ausgesprochen. Es sei eher unwahrscheinlich, dass EZB-Chef Mario Draghi nun eine schnelle Straffung der Geldpolitik in Aussicht stelle, heisst es am Markt. Draghis Auftritt ist für 21 Uhr MESZ vorgesehen.

Bei den Standardwerten sind die Verlierer in der Überzahl. "Es scheint doch einiges eher zufällig zu sein", kommentiert ein Händler die Kursentwicklung. An die Spitze setzen sich die Anteile von Lonza mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 237,80 Franken, nachdem sie vorübergehend bis auf ein Rekordhoch von 239,90 Franken gestiegen waren.

Die Aktien der Credit Suisse stehen mit einem Plus von 0,5 Prozent auch noch weit vorne. Die Titel von Rivalin UBS geben dagegen 0,2 Prozent nach.

Die schwergewichtigen Pharmawerte geben etwas Terrain preis. Die Roche-Titel verlieren 0,2 Prozent, während sich die Aktien von Novartis um 0,3 Prozent verschlechtern. Die Aktien des Lebensmittelriesen Nestlé schwächen sich um 1,0 Prozent ab und belasten damit den SMI markant.

Bei den zyklischen Werten verzeichnen die Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch sowie der Aromahersteller Givaudan leicht höhere Kurse. Der Personalvermittler Adecco, der Bauchemiekonzern Sika und die Zementfirma Lafarge-Holcim verlieren 0,7 bis 1,4 Prozent.

Die Musik spielte am breiten Markt

Lebhafter war das Geschäft am breiten Markt mit Anteilen von kleineren und mittelgrossen Firmen, die Zwischenberichte veröffentlicht haben. Deckungskäufe treiben die Aktien von U-blox 9,5 Prozent hoch. Der GPS-Chip-Hersteller hat im ersten Halbjahr zwar weniger Gewinn erzielt, die Geschäftsprognosen für das laufende Jahr aber bekräftigt.

Die Anteile des Pharmazulieferers Bachem rücken 4,2 Prozent vor. Die Firma äusserte sich nach einem eher enttäuschenden ersten Halbjahrs positiv zu den Aussichten in der zweiten Jahreshälfte, sagt ein Händler.

Die Aktien von Oerlikon verlieren 3,3 Prozent. Mainfirst nahm die Empfehlung für den Anlagenbauer auf "Underperform" von "Outperform" zurück.

Gewinnmitnahmen drücken die Aktien von Sunrise nach dem Kurssprung vom Vortag im Sog eines guten Zwischenberichts 4,1 Prozent ins Minus.

Bei den Aktien der Lagerlogistikfirma Kardex und dem Milchverarbeiter Emmi hielten die Verkäufe, die nach dem kürzlich veröffentlichten und als enttäuschend taxierten Ergebnis eingesetzt hatten, an.

(Reuters/cash)