Aktien von ABB nach guten Q3-Zahlen an Indexspitze

Die Aktien von ABB knüpfen am Donnerstag an die gute Performance seit Ende August an und legen nach zuletzt drei etwas schwächeren Tagen wieder deutlich zu. Der Titel erreicht damit neue Jahreshöchststände. Für Rückenwind sorgen die am Morgen vorgelegten Zahlen zum dritten Quartal, welche die Erwartungen hinsichtlich Umsatz operativer Gewinn und Reingewinn übertrafen. Eher kritisch betrachtet wird einzig der Auftragseingang, welcher allerdings ebenfalls über dem AWP-Konsens lag, wenn auch nur knapp.
26.10.2017 10:00

Bis um 09.45 Uhr ziehen ABB um 2,4% auf 25,36 CHF an. Die Aktie etabliert sich damit über der Marke von 25 CHF, welche am vergangenen Freitag erstmals seit 2008 wieder überschritten wurde und setzt sich an die Indexspitze. Gehandelt sind bis anhin knapp 2,5 Mio Aktien und damit auch knapp ein halbes Tagesvolumen. Der Gesamtmarkt (SMI) steht 0,35% höher.

Wie bei früheren Gelegenheiten zu beobachten, sind die Kommentare der einheimischen Analysten tendenziell positiver als diejenigen einiger ausländischer Institute.

So heisst es etwa bei der Bank Vontobel, dass ABB ein anhaltend positives Wachstum der Basisbestellungen verzeichne, was ein Turnaround bedeuten könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass von konjunktureller Seite her mehr Unterstützung komme, sei gestiegen, was sich in einem beschleunigten Wachstum von Auftragseingang und Umsatz sowie in einer verbesserten Profitabilität niederschlagen könnte. Auch sei der Wortlaut des Ausblicks etwas zuversichtlicher als zuletzt.

Die Zürcher Kantonalbank sieht ein "gutes Momentum" bei den Basisaufträgen und insgesamt ein Ergebnis leicht über den Erwartungen. Die Bank weist indes in einer Einschätzung auch darauf hin, dass das Wachstum auch von positiven Währungs- und Akquisitionseffekten gestützt sei. Sollte ABB im vierten Quartal noch einmal organisch wachsen, dürfte dies auch der Margenentwicklung noch einmal zuträglich sei. Die ZKB bezeichnet das Ergebnis als Ganzes und auch den Ausblick im Besonderen als "leicht positiv".

Baader Helvea erachtet die Performance von ABB als insgesamt solid. Als schwachen Punkt macht der Broker die Division Stromnetze aus, deren Bestellungseingang unter dem Ausbleiben von Grossaufträgen gelitten habe.

Weniger Begeisterung zeigt auch die UBS. Das Ergebnis sei ordentlich ausgefallen, gestützt vor allem von positiven Währungseffekten sowie einer soliden Ausführung bei der Rechnungsstellung bei den Kunden, schreibt die Bank in einem Kommentar. Als schwach bezeichnet das Institut den Bestellungseingang, auch wenn er im Bereich des Konsens gelegen habe. Der gute Auftragseingang der Divisionen Elektrifizierungsprodukte und Industrieautomation habe die Schwäche der Sparten Stromnetze und Robotik & Antriebe ausgeglichen. Das Potential für Schätzungsanpassungen hinsichtlich der künftigen ABB-Resultate ist laut UBS gering. Dies sieht auch die Deutsche Bank so, welche das Ergebnis als insgesamt "gemischt" bezeichnet.

Am kritischsten zeigt sich Jefferies mit dem Hinweis, dass ABB zwar die Erwartungen übertroffen habe, der Bestellungseingang aber schleppend gewesen sei. ABB sei ein gut geführtes Unternehmen, welches aber nicht aus der Spurrinne des schwachen Wachstums herausfinde, heisst es bei diesem Institut. Dies sei insbesondere mit den Endmärkten von ABB zu verbinden, von welchen keine Unterstützung komme. Das Ergebnis des dritten Quartals bestätige diese Einsicht aufs Neue. Ein organisches Wachstum von 3%, wie von ABB ausgewiesen, sei eines der schwächsten Resultate in einem Sektor, welcher gerade eine zyklische Wiederbelebungsphase durchlaufe. Die Verbesserung der Marge sei überdies minimal ausgefallen, lautet ein weiterer Kritikpunkt.

cf/dm

(AWP)