Aktionär AOC macht Kasse mit Stada-Aktien - Annahmequote 32 Prozent (AF)

Der Stada -Grossaktionär AOC versilbert mitten im Übernahmepoker um den hessischen Arzneimittelhersteller all seine Anteile. Der Investor hat sein Paket von rund 5 Prozent der Stada-Aktien veräussert, wie ein AOC-Sprecher nach einer Stada-Börsenpflichtmitteilung am Freitag sagte. AOC war im vergangenen Jahr bei Stada eingestiegen und hatte auf Veränderungen im Geschäftsmodell gedrängt sowie Aufsichtsratschef Martin Abend zu Fall gebracht.
16.06.2017 19:16

Der Pharmakonzern steht vor einer Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven, die das Unternehmen für 5,3 Milliarden Euro kaufen wollen. Vorstand und Aufsichtsrat von Stada hatten den Aktionären empfohlen, die Offerte anzunehmen und ihnen dafür zuletzt eine verlängerte Frist bis 22. Juni eingeräumt. AOC gehe davon aus, dass die verkauften Anteile den Finanzinvestoren angedient würden, teilte der Investor mit.

Zuletzt musste die Annahmefrist für die geplante Übernahme verschoben werden, weil nicht genug Aktionäre ihre Papiere angeboten hatten. Bis Freitagmittag hatten 32,2 Prozent der Anteilseigner ihre Aktien angedient. Bain und Cinven peilen derzeit mindestens 67,5 Prozent der Anteile an.

Der für AOC lukrative Ausstieg kommt nicht unerwartet. Stada-Aktien notierten am Freitag bei mehr als 64 Euro und damit nicht weit von ihrem jüngsten Rekordhoch im Mai. Bain und Cinven wollen 66 Euro je Anteil zahlen. Die Papiere sind binnen eines Jahres um mehr als 45 Prozent gestiegen, vor Beginn des Übernahmepokers im Februar standen sie bei unter 50 Euro. Stada wollte sich nicht zu dem Vorgang äussern./als/DP/men/he

(AWP)